Grenzach-Wyhlen Zweite Impfung – keine Entwarnung

Grenzach-Wyhlen - Bei aller Kritik über die Abläufe der Impfungen im Land, ist Baden-Württemberg zumindest in Sachen Alten- und Pflegeheime Vorreiter in Deutschland. Seit Dienstag sind die beiden Einrichtungen in der Doppelgemeinde – der Grenzacher Emilienpark und die Himmelspforte Wyhlen – größtenteils geimpft. Doch eine Entwarnung stellt dieser Umstand noch lange nicht dar.

Die zweitägige Aktion des mobilen Impfteams, an dem sich aus der Doppelgemeinde die Praxisgemeinschaft Franke-Rothfuchs – Beringer – Mölkner beteiligte, ist noch kein Freibrief für Vernachlässigung der Sicherheitsvorkehrungen. Laut Hersteller Biontech tritt der optimale Impfschutz frühestens nach sieben Tagen ein. „Man geht bei älteren, multimorbiden Menschen davon aus, dass erst vier bis sechs Wochen danach die volle Wirksamkeit vorhanden ist“, berichtet AWO-Einrichtungsleiterin Liliane Kreuzer von Mitteilungen der Heimaufsicht.

Außerdem sind die schützenden Verordnungen auf Landes- und Bundesebene weiterhin in Kraft – und nicht alle Menschen in den Einrichtungen sind geimpft.

Über die Hälfte der Mitarbeiter hat sich bereits impfen lassen

Etwas mehr als die Hälfte der Mitarbeiter hat sich bereits impfen lassen, ein Teil möchte noch abwarten. „Die Ärzte, vor allem Doktor Andreas Mölkner haben Aufklärungsarbeit geleistet, bei den Bewohnern, Angehörigen, Betreuern und Mitarbeitern“, dankt Liliane Kreuzer dem örtlichen Praxis-Team für sein Engagement. Zusätzlich gab es von der AWO eine Empfehlung zur Impfung sowie diverse Aufklärungsblätter.

Die verbliebenen Mitarbeiter können sich am Kreisimpfzentrum impfen lassen. Doch noch ist nicht geklärt, was mit Neuaufnahmen in den Einrichtungen passieren wird. Ein weiterer Durchgang des mobilen Impfteams oder ein dezentrales Angebot in der Doppelgemeinde wären hier wünschenswert, sagt Kreuzer.

Zufriedenheit herrschte am Dienstag im Foyer des Emilienparks. Auch dienstfreie Mitarbeiter waren gerne gekommen, mussten sich zum Teil noch dem obligatorischen Schnelltest mittels Rachenabstrich unterziehen. Besucher mussten die Nase hinhalten um eine „negativ“-Meldung erhalten zu können, damit sie in die Einrichtung durften. Dennoch blieben alle Beteiligten so gut es ging auf Abstand. Zwar sind diese Testungen inzwischen bei korrekter Durchführung sehr sicher, sie geben aber dennoch nur eine Momentaufnahme wieder. Experten warnen daher vor einem falschen Sicherheitsgefühl.

Die Impfung selbst geht sehr schnell

Die Impfung selbst ging dann schnell. Das Freiburger Impfteam bereitete im Sitzungszimmer des „Emi“ den hoch konzentrierten Stoff mit Kochsalzlösung vor und füllte ihn in die Impfspritzen. Parallel dazu wurden die Daten der zu impfenden Personen erhoben. „Es war ein abartiger Vorbereitungsaufwand“, seufzte Gabriela Böhler vom Verwaltungsteam. Zwei Vollzeitkräfte waren zehn komplette Arbeitstage mit den Formalitäten für die rund 140 zu impfenden Personen beschäftigt.

Frustrierend: Zum Teil änderten sich die Formulare, während man auf die Rücksendung der bevollmächtigten Personen wartete und musste so erneut aktiv werden. Kurios: Vier Personen wurden in der Impfdatenbank nicht gefunden, obwohl sie vor drei Wochen bereits erfasst worden waren.

Während Hausarzt Andreas Mölkner auf den Stationen die Impfungen durchführte, kümmerte sich Arzthelferin Sabine Lämmlin-Ficht um das Personal, das in Etappen von seinen Arbeitsplätzen herbeitelefoniert wurde oder eben in der Freizeit kam. Kurze Abfrage zum Befinden, Temperaturmessen – und dann erfolgt der von einigen ersehnte Stich.

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