Handball Bessere Förderung im Fokus

Der Schiri-Lehrgang findet virtuell statt: Dabei geht es natürlich auch um die persönlichen Strafen.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Südbadens Fußball- Schiedsrichter waren die Vorreiter und freuten sich über eine tolle Resonanz. Nun hoffen die Handball-Referees auf ähnlich gute Teilnehmerzahlen. Ab dem 23. Juni findet wieder ein Neulingslehrgang statt. Neu ist: Es ist eine virtuelle Ausbildung. Für den Südbadischen Handballverband (SHV) beginnt damit auch ein neues Zeitalter.

Freiburg (pd/mib).„Aufgrund der Corona-Pandemie ist aktuell nicht an einen traditionellen Ablauf zu denken“, macht Präsident Alexander Klinkner klar. So sei in einer konzertierten Aktion der Bezirksschiedsrichterwarte, des Verbandsschiedsrichterwarts Heinrich Burger sowie des Lehrstabs die Idee entstanden, die Ausbildung der neuen Schiris per Video-Konferenz-System durchzuführen.

Neu ist auch, dass die Ausbildung nicht mehr in jedem Bezirk einzeln, sondern bezirksübergreifend abgehalten wird. In vier virtuellen Modulen werden die Teilnehmer auf das fünfte Modul vorbereitet. „Das fünfte Modul bleibt weiterhin eine Präsenz-Veranstaltung, die erst dann stattfinden kann, wenn es die gesetzlichen Vorgaben wieder zulassen“, sagt Klinkner.

Die vier Module werden jeweils dienstags ab 19 Uhr und samstags ab 10 Uhr angeboten und werden jeweils rund drei Stunden dauern.

Für die Teilnehmer sei diese Ausbildungsform ohne Fahrtaufwand zu den Lehrgängen verbunden. „Die Module können zu Hause live verfolgt werden“, erklärt Klinkert. Die Anmeldung ist bis zum 23. Juni möglich und erfolgt beim Bezirks-Schiedsrichterwart und im Verbandssystem Phoenix.

Vereine wurden über das Angebot informiert

„Für die Vereine sind die Schiedsrichter ein Teil der Zulassungsvoraussetzungen für die Meldung von Mannschaften in den unterschiedlichen Klassen und damit ein wichtiger Schritt im Rahmen der Planung für die Saison 2020/2021“, verweist der SHV-Präsident. Entsprechend seien die Vereine auch schon im Vorfeld über das Ausbildungsangebot informiert worden.

Die Zahlen der fehlenden Schiris stellen sich wie folgt dar: Waren in der Saison 2009/2010 erstmals mehr als 200 Stellen unbesetzt, so stieg die Zahl bis 2015/2016 auf 227 an. Mit Ablauf der Runde 2018/2019 waren dann noch 178 Stellen unbesetzt. „Trotzdem bleiben sowohl der Nachwuchs bei den Schiedsrichtern (die Breite), als auch die Entwicklung der Spitze bei den Schiedsrichtern eine Herausforderung“, teilt Klinkner mit.

Stolz ist der SHV auf das Gespann Fabian Biehler/Tobias Dietz (HC Hedos Elgersweier), das in die 2. Liga aufgestiegen ist, sowie die Duos Felix Gorenflo/Frank Mangold (TuS Gutach) und sowie Widmann/Gebele (FT 1844/TB Kenzingen), die kommende Runde in der 2. Bundesliga pfeifen werden. „Sie sind die Aushängeschilder“, so Klinkner.

„Für die Breite haben der Lehrstab und die Schiedsrichterwarte mit der modernen Ausbildungsform einen wirklich tollen Job gemacht“, lobt der SHV-Chef. So werde die Ausbildung auf eine neue Stufe gehoben. „Für den Verband ist diese Form der Ausbildung Neuland. Es wurde in die nötige Plattform investiert. Zudem hat der Lehrstab innerhalb von kürzester Zeit die Schulungsunterlagen zwischen den Bezirken abgeglichen und vereinheitlicht“, erklärt Klinkner.

Nun sei man gespannt, wie die neue Form der Ausbildung angenommen werde. „Dieser Schritt ist Teil der Weiterentwicklung des Schiedsrichterwesens im Verband und soll nicht der letzte bleiben. Die Arbeitsgruppe, die nach dem Verbandstag 2019 eingesetzt wurde, hat viele Ideen entwickelt, die wir jetzt angehen werden“, macht Klinkner klar.

Auch Handball Baden-Württemberg und der Deutsche Handball-Bund (DHB) hätten die Gewinnung und Bindung von Schiedsrichtern ebenso auf der Agenda. „Der DHB hat zum Beispiel die Ausbildungsinhalte für die Neulinge komplett überarbeitet und virtuell aufbereitet.“

Persönlichkeit und Teamplay

Der nächste Schritt sei dann, dass es keine Live-Übertragung eines Vortrags mehr gebe. Vielmehr könnten sich die Teilnehmer dann mit den gespeicherten Lerninhalten auseinandersetzen, wann es die Zeit zulasse. „Dieses System werden wir dann ab 2021 nutzen.“

Ab nächster Woche mache der Südbadische Handballverband zunächst einmal den ersten Schritt in die virtuelle Ausbildung. „Wir freuen uns auf viele Anmeldungen, denn der Schiedsrichter ist ein wichtiger Teil der Teamsportart Handball. Wer den Karriereweg als Schiedsrichter gehen will, den werden wir in den kommenden Jahren besser fördern als bisher – vor allem mit Fokus auf den Bereich Persönlichkeit und Teamplay“, verspricht der Präsident des SHV, Alexander Klinkner.

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