Handball Dramatische Derby-Entscheidung

Eine echte Abwehrschlacht haben sich der TV Todtnau und die HSG Dreiland geliefert. Das Derby der Frauen-Südbadenliga war bis zur Schlusssirene spannend. Ein Siebenmeter, der neben das Gehäuse flog, entschied am Ende diesen Krimi zugunsten der Gäste, die mit 21:20 (8:5) die Festung Silberberghalle einnahmen.

Von Mirko Bähr

Todtnau. Wenn diese beiden Teams aufeinandertreffen, dann ist wirklich etwas geboten. Wie schon beim knappen Hinspielsieg der HSG (24:23), durchlebten Fans, Spielerinnen und die Verantwortlichen auch gestern im zweiten Duell wieder ein Wechselbad der Gefühle. „Das war ein irrsinniges Hin und Her“, musste Gästecoach Christian Weber erst einmal kräftig durchschnaufen.

Wieder hatte seine Equipe das bessere Ende für sich behalten. Bei aller Freude über den Sieg machte er jedoch klar: „In beiden Partien wäre wohl ein Remis gerecht gewesen. In Lörrach hatten wir den größeren Willen und heute eben auch das nötige Glück auf unserer Seite.“

Was er damit meinte? Natürlich die Szene am Ende der Partie. Seine Mädels führten mit 21:20, unterbanden fünf Sekunden vor der Schlusssirene einen Tempogegenstoß, was obligatorisch die Rote Karte für Miriam Tepel und einen Siebenmeter für den TVT nach sich zog. Torjäger Sina Wißler trat an und warf das runde Leder neben den HSG-Kasten. „Der Lärm ist riesig, du hast das Remis in der Hand, dann steht noch Ena Brisevac vor dir, da fängst du einfach auch an nachzudenken“, wollte Weber nicht in der Haut der Todtnauerin stecken.

Und einen Vorwurf machte ihr auch niemand aus dem eigenen Lager. „Es wäre nicht richtig, die Niederlage an dieser Szene festzumachen. Wir haben davor schon drei Siebenmeter verworfen. Überhaupt haben wir es versäumt, in wichtigen Phasen davonzuziehen. Wir haben beste Chancen wieder nicht genutzt oder Tore in Überzahl kassiert“, blickte Todtnaus Co-Trainer Adrian Muser „frustriert“ zurück. Irgendwie sei dieser verworfene Siebenmeter einfach auch ein Spiegelbild des gesamtes Spiels gewesen. „Wir waren im Abschluss unglücklich.“

250 lärmende Fans in der Halle machten nicht nur mächtig Stimmung, sondern sahen ein Derby mit wechselnden Führungen. Zunächst bestimmte die HSG das Geschehen, stand vor allem in der Defensive felsenfest. Ein 8:5-Vorsprung zur Pause war der beste Beweis dafür. Dann aber kam Todtnau besser auf, ging auch in Führung. Die HSG überstand diese schwierige Phase auch deshalb, weil der 19-jährige Jungspund, Finja Knössel, Verantwortung übernahm.

Dann führte der Gast sechs Minuten vor dem Ende schon mit 19:16, doch Lena Winterhalter und Wißler brachten den TVT zurück in die Verlosung. Am Ende musste Todtnau aber wieder mitansehen, wie der Bezirksrivale jubelte. „Sicherlich sind wir enttäuscht, aber es geht weiter. Wir stecken den Kopf nicht in den Sand“, gab sich Muser gleich wieder kämpferisch.

„Die Einstellung war top, der Kampfgeist ebenso. So gewinnt man dann eben auch mal in Todtnau“, freute sich Weber und zog den Hut vor seiner Mannschaft. Ein Extralob bekam Maria Winzer ab: „Was die einstecken musste! Sie geht dahin, wo es weh tut, dieser kleine Wusler ist eine richtige Maschine.“

Tore für den TV Todtnau: Wißler 3, Waßmer 4/1, Steinebrunner 1, Winterhalter 4, Kimmig 1, Oster 3, Sabrina Gruber 4/1.

Tore für die HSG Dreiland: Huber 1, Knössel 4, Winzer 2, Tepel 2, Wollschläger 3/3, Herzog 1, Milenkovic 4, Friedlin 2.

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