Handball Ein brisantes Derby unter Kumpels

Die Oberbadische

Für vier junge Handballer aus der Regio steht an diesem Wochenende der Höhepunkt der Saison auf dem Plan, wenn heute Abend, 19.30 Uhr, in der 2. Handball-Bundesliga das Unterfranken-Derby zwischen dem TV Großwallstadt und dem DJK Rimpar in Aschaffenburg über die Bühne geht.

Großwallstadt/Rimpar. Die Rede ist von Lars und Tom Spieß, die für den TV Großwallstadt auflaufen, und von Patrick Gempp sowie Steffen Kaufmann von der DJK Rimpar. Die Spieß-Brüder lernten das Handball-ABC in der Jugend des TV Brombach. Von 2013 bis 2016 standen sie in Rimpar unter Vertrag, anschließend ging es zurück nach Großwallstadt. Dort spielten die Zwillinge zuvor bereits fünf Jahre im Handballleistungszentrum.

Patrick Gempp und Steffen Kaufmann, die beide in der Jugend für den ESV Weil auf Torejagd gingen, haben eine Großwallstädter Vergangenheit. Gempp spielte bis 2017 für Großwallstadt, Kaufmann zog es 2013 vom TVG nach Rimpar.

Im Vorfeld dieser besonderen Partie hat sich unser Mitarbeiter Fabian Schreiner mit den Jungs, die natürlich allesamt der HSG Dreiland die Daumen drücken, unterhalten.

Frage: Lars, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Ihnen? Vor zehn Wochen wurden Sie ja am Mittelfuß operiert.

Ich bin noch nicht ganz fit. In dieser Woche habe ich das erste Mal wieder mit der Mannschaft trainieren können. Ich denke, dass ich dabeisein werde, auch wenn ich wohl erst einmal auf der Bank Platz nehmen muss.

Frage: Heute Abend steigt das Derby. Vor so einem Duell gibt es doch bestimmt im Vorfeld die eine oder andere Provokation, oder etwa nicht?

  LARS SPIEß: Es war verdächtig ruhig auf meinem Whatsapp-Konto. Vielleicht liegt es daran, dass die Saison auch erst begonnen hat.

TOM SPIEß: Ich habe nicht viel gehört. Mit Patrick hatte ich ein wenig Kontakt, aber da gab es keine Sticheleien.

PATRICK GEMPP: Die Sprüche wird es dann erst nach dem Spiel geben.

STEFFEN KAUFMANN: Also, auch ich habe noch nichts abbekommen. Sollten wir aber als Verlierer vom Platz gehen, ist es durchaus möglich, dass man von den anderen etwas zu hören bekommt.

Frage: Vier Spieler, die aus derselben Region kommen, sich seit der Kindheit kennen und schätzen und auch schon für beide Vereine gespielt haben – so eine Konstellation ist wohl einmalig. Was bedeutet Ihnen diese Partie?

   PATRICK GEMPP: Für mich ist das Spiel von ganz großer Bedeutung. Es geht gegen den Verein, der mich ausgebildet hat und für den ich die ersten Schritte im Aktivbereich machen durfte. Da es dann auch noch gegen Lars und Tom geht, wird die Nervosität natürlich noch einmal etwas größer sein.

STEFFEN KAUFMANN: Ich finde auch. Gegen den TVG zu spielen, ist immer etwas Besonderes. Sehr viele Jungs, mit denen ich früher zusammen gespielt habe, sind immer beim TVG aktiv. Da sind wirklich gute Freundschaften entstanden. Meine Eltern werden jedoch leider nicht vor Ort sein. Sie machen gerade Urlaub in Namibia, werden das Duell aber im Liveticker verfolgen.

TOM SPIEß: Unsere Familie wird sich das Spiel nicht entgehen lassen. Auch Freunde von uns werden in die Halle kommen. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit den Wölfen. In der vergangenen Saison waren Lars und ich am letzten Spieltag noch in Rimpar. Zwei Spieler wurden da verabschiedet, danach sind wir in Würzburg alle feiern gegangen.

LARS SPIEß: In der Halle wird mächtig was los sein. Es ist ein Derby. Auch deshalb ist es natürlich etwas ganz Besonderes für uns vier.

Frage: Losgelöst vom Derby: Welche Ziele haben Sie sich für diese Saison mit der Mannschaft, aber auch ganz persönlich gestellt?

  LARS SPIEß: Das Minimalziel ist der Klassenerhalt. Wir wollen uns stetig weiter entwickeln. Persönlich möchte ich so schnell wie möglich wieder zu 100 Prozent fit werden, um der Mannschaft helfen zu können.

TOM SPIEß: Wie Lars schon gesagt hat, haben wir uns den Klassenerhalt als Minimalziel gesetzt. Ich persönlich möchte mich sowohl in der Abwehr als auch im Angriff weiterentwickeln.

PATRICK GEMPP: Also wir wollen in dieser Saison einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Ich will für Stabilität in der Abwehr sorgen, meine Wurfeffektivität verbessern und natürlich auch verletzungsfrei bleiben.

Frage: Sie alle verstehen und schätzen sich sehr. Wie kommt’s?

  LARS SPIEß: Tom und Patrick studieren ja gemeinsam in Aschaffenburg. Wir sind eigentlich alle miteinander befreundet.

TOM SPIEß: Man kann definitiv von Freundschaft sprechen. Wir sind unter anderem schon alle gemeinsam an Weihnachten in die Heimat gefahren. Patrick gehört bei uns ja auch fast schon zur Familie. Mein Papa ist der Götti von Patrick und sein Papa ist der Götti von Lars.

PATRICK GEMPP: Ich komme sehr gut mit den Jungs aus. Cool wäre es, wenn wir mal alle gemeinsam in einer Mannschaft spielen würden.

STEFFEN KAUFMANN: Lars, Tom und ich kennen uns schon, seitdem wir kleine Kinder sind. Früher haben wir in der Jugend gegeneinander gespielt. In Rimpar waren wir drei Jahre Mannschaftskameraden. Ich denke schon, dass man von Freundschaft sprechen kann. Auch Patrick kenne ich schon ewig. Unsere Eltern sind schon lange miteinander befreundet. In unserer Kindheit haben wir viel unternommen.

Frage: Verfolgen Sie hin und wieder auch die Spiele der HSG Dreiland?

   PATRICK GEMPP: Für die HSG Dreiland interessiere ich mich natürlich sehr. Allerdings habe ich auch schon seit langer Zeit kein Spiel mehr vor Ort gesehen.

LARS SPIEß: Die Ergebnisse verfolge ich, aber ich muss ehrlich sagen: Ein Spiel habe ich lange nicht mehr gesehen. Dennoch bin ich mit einigen Spielern natürlich in Kontakt.

TOM SPIEß: Ich erledige auf der HSG-Facebook-Seite administrative Dinge. Und mit den Spielern bin ich auch noch in regelmäßigem Austausch.

STEFFEN KAUFMANN: Ich lebe bereits zehn Jahre im Frankenland. Da ist es natürlich schwer, noch mit allen guten Kontakt zu haben.

Frage: Apropos Frankenland: Warum fühlen Sie sich alle dort so wohl?

  LARS SPIEß: Die Region ist sehr ländlich geprägt. Hier geht alles sehr familiär zu. Es ist schon vergleichbar mit unserer Heimat.

TOM SPIEß: Lars und ich fahren sehr viel mit dem Mountainbike. Das kann man hier richtig gut, ähnlich wie zuhause am Hochrhein. Und die Menschen ticken genauso wie zuhause.

PATRICK GEMPP: Ich lebe derzeit in Würzburg. Hier ist es sehr schön. Die Menschen sind freundlich. Das war in Großwallstadt nicht anders.

STEFFEN KAUFMANN: Für mich ist das Frankenland wie eine zweite Heimat. Ich habe hier schon sehr viele Freunde kennengelernt. Das schätze ich sehr. Aber natürlich ist Weil noch immer in meinem Herzen. Ich komme wirklich immer wieder gerne nach Hause

Weitere Informationen: Lars Spieß (24) spielt bei Aufsteiger TV Großwallstadt im linken Rückraum. Sein Zwillingsbruder Tom (24) ist beim TVG auf der Position Rückraum Mitte zuhause. Auf der anderen Seite läuft Patrick Gempp (22) für DJK Rimpar als Kreisläufer auf, während Teamkollege Steffen Kaufmann (25) im rechten Rückraum zu finden ist. Für Großwallstadt schlugen in der noch jungen Spielzeit bislang eine Niederlage und ein Remis zu Buche. Rimpar hat das erste Saisonspiel verloren.

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