Handball Eine (noch) unbekannte Disziplin

Aktive mit und ohne Behinderung spielen zusammen. Foto: zVg

Während Rollstuhl-Basketball und -Rugby ihren Platz in der öffentlichen Wahrnehmung längst gefunden haben, ist Rollstuhl-Handball momentan noch eine weitgehend unbekannte Disziplin. Das soll sich über kurz oder lang ändern.

Baden-Baden (pd). In einer gemeinsamen Initiative haben sich der Badische Behinderten- und Rehabilitationssportverband (BBS) und der Südbadische Handball-Verband (SHV) das Ziel gesetzt, Rollstuhl-Handball in Baden mittelfristig populär zu machen.

Der Wettkampf-Einstieg einer inklusiven Rollstuhl-Handball-Mannschaft, die sich aus Aktiven mit und ohne Behinderung zusammen setzt, wird am 28. August erfolgen, und zwar im elsässischen Schiltigheim. Zur Saisoneröffnung der 2. Französischen Profihandball-Liga trifft das neu zusammengestellte „Team Baden“ im Vorspiel auf das Rollstuhl-Handball-Erstligateam aus Sélestat. Coach der badischen Auswahl ist im Übrigen BBS-Vizepräsident und Handballweltmeister von 1978, Arnulf Meffle.

Weshalb in Frankreich? BBS-Geschäftsführer Michael Eisele gibt die Antwort. „Unsere Nachbarn auf der anderen Rheinseite sind in Sachen Rollstuhl-Handball schon einige Schritte weiter als wir. Dort hatte man sich schon vor vielen Jahren auf den Weg gemacht. Und heute gibt es einen regulären Spielbetrieb bis auf die nationale Ebene.“

Einer der Initiatoren dieser grenzüberschreitenden Aktion ist auch Kurt Hochstuhl. Der SHV-Ehrenpräsident aus Sandweier steht seit vielen Jahren in engem Kontakt mit dem französischen Handball und unterstützt die geplanten Rollstuhl-Handball-Aktivitäten mit großem Engagement. „Wir haben noch keinerlei Erfahrungen und wollen uns einfach ansehen, wie die Elsässer eine solche Veranstaltung über die Bühne bekommen. Der erste Auftritt einer badischen Rollstuhl-Handball-Mannschaft soll vor allem dem Austausch und dem Kennenlernen dienen“, sagt Hochstuhl.

Wenn es nach Michael Eisele geht, soll es nicht bei der Premierenveranstaltung bleiben. Perspektivisch soll sich die aktuell noch auf kleiner Flamme köchelnde Sportart Schritt für Schritt weiterentwickeln: „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in ein bis zwei Jahren hier bei uns in Baden eventuell die deutsche Meisterschaft ausrichten.“

Bei diesen Ambitionen kann ein Blick nach Niedersachsen helfen, wo das Team der RSG Blue Bandits Hannover eine Pionierrolle im deutschen Rollstuhl-Handball einnimmt. Am 11. September richten die Blue Bandits unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil die 1. deutsch-holländische Meisterschaft im RollstuhlHandball aus.

Was die praktische Ausübung der neuen Sportart anbetrifft stößt Eisele, der als ehemaliger Handballer und Trainer eigentlich weiß, wie man mit dem Handball umgeht, aber schon einmal an seine persönlichen Grenzen. So hatte er beim ersten gemeinsamen Training mit dem Team so seine Probleme. „Alles gut. Die Schwierigkeit ist aber, im Duell mit geübten Rollstuhlfahrern überhaupt zum Wurf zu kommen“, benennt er schmunzelnd eine Tücke.

 Das Spiel findet am 28. August um 18 Uhr im Gymnase des Malteries in Straßburg-Schiltigheim statt.

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