Handball Einstellung geht Weber auf den Keks

Selten entwickeln die HSG-Frauen so viel Zug zum Tor: Hier trifft Tina Wollschläger (r.). Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Von Mirko Bähr

Lörrach. Mit diesem Auftritt seiner Schützlinge war Coach Christian Weber ganz und gar nicht einverstanden. Mit 21:24 (12:12) haben die Südbadenliga-Frauen der HSG Dreiland gegen den SV Allensbach II verloren. Der Trainer war nach der Schlusssirene bedient.

Neben so einigen technischen Fehlern und dem Auslassen hochkarätiger Möglichkeiten machte ihn aber vor allem eines wütend: „Die Bereitschaft hat gefehlt.“ Für Weber unverständlich, schließlich ist die HSG keineswegs frei von Abstiegssorgen.

Im Gegenteil. „In der Vorrunde waren wir nach unseren Leistungen noch ein Kandidat, der um die ersten drei Plätze mitspielt, in der Rückrunde müssen wir aufpassen, nicht unter den letzten Drei zu landen“, wird er deutlich.

Ohne den nötigen Willen wurde die Abwehrarbeit verrichtet, viel zu häufig kam die HSG einen Schritt zu spät oder ließ die Kontrahentin einfach ziehen. Die Folge: Nicht weniger als acht Siebenmeter, die Madita Holzmannsouverän im Kasten unterbrachte. „Auf dem Platz herrschte keine Stimmung, es wurde nicht miteinander geredet, da gab es kein Aufbäumen“, ärgert sich Weber. Und im Angriff war vieles nur Stückwerk. Viel zu häufig wollten es die HSG-Akteure im Eins-gegen-Eins versuchen.

In der 39. Minute ging der Gast erstmals in Führung (16:15) und blieb am Drücker. In dieser Phase versemmelten die Gastgeberinnen immer wieder glasklare Chancen. Würfe von Maria Winzer, Ana Bojic und Tina Wollschläger landeten am Pfosten, ein Heber durch Marija Milenkovic vom Siebenmeterstrich misslang ebenfalls und dann bekam Celina Huber beim 21:21 kurz vor Schluss noch eine unnötige Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Damit war dann der Drops gelutscht.

Weber ist nach dieser Heimpleite mächtig angefressen. Für ihn seien die alles andere als freudigen Auftritte seiner Schützlinge auch keine große Überraschung. „Die Einstellung passt nicht, das macht mir Sorgen, wenn ich mir die nächsten Gegner anschaue.“ Weber hat jegliche Ausreden satt. „Ab sofort ist jede im Training, egal, ob verletzt oder nicht. Dann macht man eben andere Sachen, nimmt sich eine Matte und zwei Hanteln.“

Alles andere außer Handball sei derzeit wichtiger. „Das geht mir auf den Keks. Sechs Nasen sind am Dienstag da, sechs Nasen am Donnerstag. Da ist es doch kein Wunder, dass wir keine Abläufe hinbekommen. Im Angriff weiß die eine nicht, wo die andere hinläuft.“ Man betreibe einen Mannschaftssport. „Und eigentlich weiß man dann, was man von September bis April zu tun hat.“

Tore für HSG Dreiland: Huber 1, Göth 1, Winzer 4, Tepel 2, Wollschläger 1, Herzog 3, Bojic 4, Milenkovic 5/4.

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