Handball Große mentale Leere beim Gastgeber

Michael Hundt

Nicht immer ist die Höhe einer Niederlage der entscheidende Faktor, sondern viel mehr die Art und Weise, wie die Niederlage zustande kommt. So auch beim Nachholspiel des TV Todtnau am Donnerstagabend gegen die HSG Dreiland. Mit 28:36 mussten sich die Hausherren in der Silberberghalle letztendlich geschlagen geben.

Von Michael Hundt

Todtnau. Mit leeren Gesichtern standen und saßen die Spieler des TVT nach der Niederlage in ihrer Halle. Zu deftig war die Klatsche gegen den Tabellenzweiten aus der Grenzecke geraten. Doch ihr Trainer Felix Hodapp fand klare Worte für die mangelhafte Einstellung seiner Spieler.

Dass es gegen die HSG Dreiland eine Niederlage geben wird, war allen Beteiligten schon im Vorfeld klar. Trotzdem hatte Hodapp eine mental bessere Einstellung seiner Spieler erwartet. Zu Beginn der Begegnung gingen die Hausherren engagiert zur Sache, hielten mit dem Favoriten sehr gut mit, glichen die Führung der HSG Dreiland immer wieder aus. Doch als die Mannschaft von Bruno Kempf dann etwas das Tempo und die Spielweise verschärfte, konnten die Todtnauer nicht mehr dagegen halten. Nahezu kampflos ergaben sich die Handballer im Oberen Wiesental ihrem Schicksal. „Das ist eine reine Einstellungssache. Die Jungs hatten schon vor dem Spiel die Niederlage akzeptiert“, moniert der TV-Trainer.

Dass Hodapps Team durchaus in der Lage ist, auch mentale Stärke zu zeigen, bewies es am vergangenen Wochenende, als es die ersten beiden Saisonsiege einfuhr. „Die Spiele haben wir gewonnen, weil wir einen Schritt schneller waren, einen Tick aggressiver waren. Heute waren wir zu passiv. Wir gehen nicht dahin, wo es dem Gegner weh tut“, so der TVT-Trainer.

In den ersten 30 Minuten erhielten die Totdnauer gerade einmal eine gelbe Karte und keine Zeitstrafe. Ein klarer Indikator, wie harmlos die Gastgeber in der Abwehr agierten. „So kann man gegen die HSG Dreiland nicht bestehen. Die haben es körperlich drauf, da musst du doppelt so stark dagegen halten“, sagt Hodapp. „Mit dem Angriff bin ich zufrieden. Mit 28 Toren gegen Weil kann ich super leben. Aber 36 Tore zu kassieren ist ein Armutszeugnis.“

Mit einer 3:2:1-Deckung wählten die Todtnauer eine sehr aggressive Deckungsvariante, waren aber einfach zu harmlos und ließen den Gegner immer wieder zum Torwurf kommen.

Dass Todtnau in der Anfangsphase nicht höher in Rückstand geriet, die Partie sogar einigermaßen offen gestalten konnte, lag aber auch an der unkonzentrierten Spielweise der Gäste. „Am Anfang haben wir uns gegenseitig etwas abgetastet und uns durchaus schwer getan“, sagt Aktivensprecher Nils Haunschild. Mitte der ersten Halbzeit hat die HSG Dreiland dann das Tempo etwas verschärft und setzte sich so kontinuierlich ab.

Als in der zweiten Halbzeit der Vorsprung groß genug war, setzte Cheftrainer Bruno Kempf auch vermehrt seine Ergänzungsspieler ein, um ihnen mehr Spielpraxis zu verschaffen. In der Schlussphase verkürzten die Hausherren den Zehn-Tore-Vorsprung der Gäste zeitweise auf fünf Treffer, hatten dann aber nicht mehr die Körner, dem Spiel noch eine Wendung zu geben. „Das rechne ich der Mannschaft hoch an, dass sie sich da noch mal rangekämpft hat“, sagt Hodapp. „Ansonsten war es eine Enttäuschung.“ Bereits heute Abend (20 Uhr) kommt es in Weil am Rhein zum Rückspiel.

Maulburg-Steinen auswärts gefordert

Ebenfalls am Samstag muss die SG Maulburg/Steinen das nächste Ligaspiel bestreiten. Die Mannschaft von Spielertrainer André Leuchtmann gastiert beim Tabellenführer HG Müllheim/Neuenburg und wird dort wohl nur sehr wenig ausrichten können.

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