Handball Handball agiert künftig im Ländle gemeinsam

Der Handballsport in Baden-Württemberg spricht mit einer Zunge. Foto: Archiv

Freiburg (pd). Seit mehr als zwei Jahren wurden in Arbeitsgruppen unterschiedliche Themen im Sinne einer Angleichung und Standardisierung erarbeitet. Jetzt „schalten die drei Landesverbände aus Baden (BHV), Südbaden (SHV) und Württemberg (HVW) hoch“ und bereiten einen Zusammenschluss zu einem gemeinsamen, starken Verband „Handball Baden-Württemberg“ in den kommenden Jahren vor. Die Präsidien der drei Landesverbände haben sich grundsätzlich positiv zu diesem neuen Zielbild positioniert. Die Rahmenbedingungen der Zusammenführung werden in weiterentwickelten Arbeitsgruppen nun intensiv erarbeitet, die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden deutlich stärker involviert. Spätestens 2024 sollen Außerordentliche Verbandstage in allen drei Landesverbänden den Zusammenschluss absegnen.

„Das Präsidium des Handballverbands Württemberg beschloss bereits bei seiner Klausurtagung am 31. Juli und 1. August 2021 einstimmig: Wir wollen die Zusammenführung der drei Verbände!“ betont HVW-Präsident Hans Artschwager (Hildrizhausen), „die dafür notwendigen Vorbereitungen sollen jetzt – unter tatkräftiger Mitwirkung von HVW-Vertretern – zügig vorangetrieben werden.“

Auch Alexander Klinkner (Ettlingen) unterstützt als Präsident des Südbadischen Handballverbands „eine Zusammenführung der drei Verbände mit der Zielvorstellung, die SHV-Vereine beim nächsten Verbandstag 2022 einen Grundsatzbeschluss für die detaillierte Erarbeitung aller Lösungen dazu treffen zu lassen“. Dies erfordere jedoch eine intensive und konstruktive Vorarbeit in den Arbeitsgruppen. „Und selbstverständlich obliegt die finale Entscheidung über den Zusammenschluss dem Souverän, unseren Vereinen“, so Alexander Klinkner.

„Der Badische Handball-Verband sieht die Zusammenführung als notwendige Entwicklung für die Zukunft“, erklärt Peter Knapp (Oftersheim), will aber „dem Souverän, den Vereinen, dies zur Entscheidung vorlegen, nachdem offene Fragen vorab geklärt sind, die notwendigen Maßnahmen vollständig vorbereitet und ein positiver Teamgeist in den Arbeitsgruppen vorgelebt worden sind“.

Weiterhin übernehmen die Vertreter der Landesverbände in der Lenkungsgruppe jeweils die Leitung der Arbeitsgruppen. So kümmert sich Peter Knapp federführend um die Schwerpunkte „Administration, Digitalisierung und (neu) Personal“ sowie „Leistung und (neu) Lehre“. Alexander Klinkner befasst sich mit „(neu) Recht, (neu) Steuern und Finanzen“, und Hans Artschwager steht der Gruppe „Mitgliedergewinnung“ vor. Sein Vizepräsident Bezirke, Heiko Griebel (Röthenbach/Allgäu), ist für das Thema „Spielbetrieb und (neu) Cluster“ zuständig.

Zu den Schwerpunktthemen gehören neben Finanzierung und Unterstützung des künftigen „Großverbandes“ die Struktur des Spielbetriebs und die Organisation der aktuell bestehenden drei Geschäftsstellen. Diese werden weiterhin beibehalten, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in die neue Struktur übernommen. Die Arbeitsgruppen sollen dann nach dem Zusammenschluss als „Landesausschüsse“ weiter aktiv sein.

Ein gemeinsamer „Süd-Verband“ macht auch deshalb Sinn, weil BHV, SHV und HVW ja schon in einigen Bereichen Seite an Seite zusammenarbeiten. Bereits vor rund 20 Jahren wurden die gemeinsamen BadenWürttemberg Oberligen der Frauen und Männer installiert, und die baden-württembergischen Verbände haben sich als erste Förderregion gemeinsam auf den Weg gemacht. Im Leistungssport und bei der Mitgliederentwicklung nutzt man seit längerer Zeit Synergien. Der Weg in Richtung „Zusammenschluss der Baden-Württemberger“ geht zudem konform mit dem Konzept der Förderregionen des DHB als Dachverband des deutschen Handballs. Der Landessportverband (LSV) unterstützt das Vorhaben ebenso, gibt es doch bekanntlich in vielen Sportarten bereits einen Verband anstatt dreier Landesverbände.

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