Handball „Igors Herz hängt an diesem Sport“

Von Mirko Bähr

Freiburg. Wie wir bereits in unserer Samstagsausgabe berichteten, wird Igor Bojic in der kommenden Saison neuer Trainer der Red Sparrows. Die HSG Freiburg machte die Verpflichtung am Wochenende öffentlich. Der Lörracher folgt beim Frauen-Zweitligisten auf Ralf Wiggenhauser, der nach 16 Jahren zum Saisonende bei der HSG aufhört.

„Im Jahr 2005 begann die beeindruckende Erfolgsgeschichte. Die Damen der HSG Freiburg befanden sich damals in der Landesliga Süd, als Wiggenhauser als Student den Trainerposten übernahm und den sportlichen Aufschwung einläutete. Mit ihm an der Spitze gelang es den Freiburgerinnen, sich in jeder Liga zu behaupten und innerhalb von vier Jahren dreimal aufzusteigen“, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung.

Nach zehn Jahren in der 3. Liga Süd setzten die Freiburgerinnen schließlich den nächsten Meilenstein: „Mit dem sensationellen Aufstieg in die 2. Handball Bundesliga im Jahr 2019 feierten die Red Sparrows unter seiner Regie den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.“

Es gehe eine Ära bei der HSG Freiburg zu Ende. Es sei eine lange und intensive Zeit gewesen. „Ralf ist immer mit seinem ganzen Herzen dabei gewesen und hat sich stark in den Verein eingebracht. Vieles hat er initiiert, und der sportliche Erfolg trägt ganz klar seine Handschrift. Ralf ist nicht nur Trainer, sondern eben auch ein Mitgestalter im Verein. Er hat einen großen Anteil daran, dass wir mit der Marke Red Sparrows da sind, wo wir jetzt stehen“, lässt der Teammanager der Red Sparrows und Vorsitzende der HSG, Raynald Thommen, wissen. Keine andere Person bei der HSG stehe so sehr für den Damenhandball wie Wiggenhauser.

Nun beendet Wiggenhauser sein Trainerdasein bei der HSG Freiburg. Der Schritt ist für den Freiburger Realschullehrer ein wohl überlegter: „Ich plane schon seit langem ein Sabbatjahr und höre nur schweren Herzens auf. Die Mannschaft ist top und es wird nicht leicht für mich, sie zu verlassen. Ich hoffe und wünsche mir, dass bei meinem letzten Heimspiel ein paar Fans in der Halle sein können und wir gemeinsam Abschied nehmen werden.“

So schmerzlich der Abgang für die HSG Freiburg wiegt, so groß ist auch die Freude darüber, als Nachfolger den absoluten Wunschkandidaten vorstellen zu können: Igor Bojic. Das Besondere an dieser Trainerauswahl sei, dass sich Wiggenhauser selbst um seine Nachfolge gekümmert habe: „Ich bin total glücklich, dass wir mit Igor einen absoluten Fachmann finden konnten. Es war mir eine Herzensangelegenheit, dass ich die Mannschaft guten Gewissens übergeben kann. Igor Bojic hat mich total überzeugt, insbesondere weil er mit jeder Mannschaft, die er trainiert hat, immer das Maximale rausholte“, meint Wiggenhauser.

Bojic trainiert aktuell die Herren der HSG Dreiland in der Landesliga. Davor coachte der 41-Jährige bis 2017 die Damen des TV Brombach. Der gebürtige Kroate war schon vor seinem Umzug nach Deutschland in seiner Heimat als Trainer aktiv.

„Ich freue mich, dass ich die Wahl der HSG Freiburg war. Mein Wunsch ist, dass beide Seiten profitieren und wir alle zusammen wachsen können. Ich bin voll motiviert, egal in welcher Liga. Ob Zweite, Dritte oder Landesliga, ich gebe immer Vollgas und 100 Prozent.“

Auch Thommen freut sich:

„Igor Bojic ist Handball durch und durch. Für uns ist bedeutsam, dass neben der Befähigung aus sportlicher Sicht auch das Menschliche passt. Man merkt zu jeder Sekunde, dass Igors Herz an diesem Sport hängt. Das ist bei der HSG Freiburg besonders wichtig.“ Mit der frühzeitigen Präsentation eines Nachfolgers wolle man ein deutliches Zeichen setzen: „Die Erfolgsgeschichte des Leistungssport-Damenhandballs in Freiburg geht ohne Zweifel in die Verlängerung. Wir sind überzeugt, dass wir dafür mit Igor den richtigen Mann an der Seitenlinie haben werden.“

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