Handball Müdes Derby endet mit Favoritensieg

„Wenn ich nicht so müde vom Arbeiten gewesen wäre, wäre ich noch während des Spiels nach Hause gegangen“, ließ ein Zuschauer wissen und konnte sich das Gähnen gerade noch so verkneifen. Das Derby der Landesliga Süd zwischen der HSG Dreiland und der SG Maulburg/Steinen war alles andere als ein emotionales Kräftemessen, mit viel Action, Spannung und bedingungslosem Einsatz. Den 28:20 (12:10)-Sieg holten sich die Gastgeber.

Von Mirko Bähr

Lörrach. In der mit gut 300 Zuschauern sehr gut gefüllten Wintersbuckhalle kam kaum einmal echte Derbystimmung auf. Auf und neben dem Spielfeld fehlte das Knistern. Das war im Hinspiel noch anders, als sich beide Mannschaften nach einer echten Achterbahnfahrt mit einem Remis trennten.

Diesmal war es am Ende eine klare Geschichte. Nur bis zur Pause konnte der Gast mithalten. Danach schwanden die Kräfte und damit auch die Ideen, wie man außer der Wurfgewalt eines Andrè Leuchtmanns noch zum Torerfolg kommen sollte.

Der Reihe nach: Es war ein zerfahrener Beginn. Die Hinweistafeln am Eingang bezüglich Handhygiene sorgten für mehr Erstaunen als die beiden Angriffsreihen. Nach elf Minuten stand es 1:1. Die SG führte dann mit 4:2, ehe die HSG in der Defensive besser stand. Die Hausherren fanden über den Kampf immer besser ins Spiel.

Dass es im Handball durchaus zur Sache geht, zeigte sich dann kurz vor der Pause, als SG-Youngster Mika Bülow so unglücklich auf das Becken fiel, dass er noch während der Partie unter Schmerzen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. „Das geht nicht spurlos am Team vorbei, da fehlt dann auch die letzte Konzentration“, meinte Coach Frank Andris, wollte das aber nicht als Entschuldigung gelten lassen.

Bülow fehlte jedoch seinem Team im weiteren Verlauf an allen Ecken und Enden. Das durfte nach einer doppelten Zwei-Minuten-Strafe gegen Pit Weber vier Minuten in Überzahl agieren, schlug daraus aber kein Kapital. Im Gegenteil. Die HSG machte mit einem Mann weniger aus einem 10:10 innerhalb der letzten zehn Sekunden der ersten Hälfte ein 12:10. Das war so etwas wie der Knackpunkt in diesem Derby, in dem es sehr freundschaftlich zu Werke ging. Für den Geschmack des einen oder anderen zu freundschaftlich.

Zehn Minuten nach Wiederbeginn führte die HSG bereits mit 18:14 und machte dann mit drei Treffern in Folge zwischen der 47. und 52. Minute zum 24:17 alles klar. „Wir haben den Kopf verloren, das war alles zu statisch, da war kaum Bewegung“, analysierte Andris. Auch in der Defensive bekamen die Gäste kaum noch Zugriff. Das Match plätscherte dann so dahin, ehe der Derbysieg der Hausherren Realität war.

„Wir hatten in den ersten vier Minuten viermal die Chance, allein gegen den Torhüter einen Treffer zu erzielen“, erklärte Igor Bojic, Coach der HSG. Treffer gelangen nicht, und so sei das Selbstvertrauen erst einmal weg gewesen. „Wichtig war, dass wir bis zur Pause Schadensbegrenzung betreiben konnten. Dann konnte ich mein Team erst einmal beruhigen.“ Nach der Halbzeit sei es dann besser gewesen, obwohl er glaube, dass seine Jungs „übermotiviert“ gewesen seien. Die Körper sei oftmals schneller als der Kopf gewesen.

Lobend hob Bojic die Defensive hervor. In beiden Halbzeiten habe man immerhin nur jeweils zehn Gegentore kassiert. Positiv sei auch gewesen, dass alle 14 Mann zum Einsatz gekommen seien.

Tore für HSG Dreiland: Palasz 2, Hopp 1, Bödeker 2, Knössel 2, Niklas Weber 2, Ludwig 7/3, Müller 6, Schamberger 3, Pit Weber 3.

Tore für SG Maulburg/Steinen: Knoblich 7/3, Bülow 3, Waidele 2, Tiedtke 2, Leuchtmann 5, Posovszky 1.

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