Hasel Bewegende Worte zum Abschied

Hans-Jürgen Hege

„Ich danke ihnen, dass sie mich 24 Jahre lang bis heute mit so viel Geduld ertragen haben“, sagte Helmut Kima, „es hat mich erfüllt, ihr Bürgermeister, ihr erster Diener sein zu dürfen“. Und „mit aufrichtigem Herzen“ fügte er seiner bewegt-bewegenden Abschiedsrede im überfüllten Gemeindesaal hinzu: „Es war mir eine Ehre!“

Von Hans-Jürgen Hege

Hasel. Aber nicht nur ihm war es eine Ehre. Vorausgegangen waren dem Schlusswort des frisch gebackenen „Altbürgermeisters“ viele Worte des Dankes, aber auch des Lobes für den Mann, der 24 Jahre lang die Geschicke des Höhlendorfes zwischen Schopfheim und Wehr lenkte, dessen Bürgerinnen und Bürger ihn 1998 trotz „starker Konkurrenz“ auf Anhieb wählten und in dem er im Januar 1999 Verantwortung übernahm.

„Die Wahl Kimas war für die Gemeinde ein Segen“

„Das war für die Gemeinde Hasel ein Segen“, stellte Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Feucht fest, nachdem er Helmut Kimas Nachfolger Frank-Michael Littwin offiziell vereidigt hatte. Feucht erinnerte in seiner Laudatio unter anderem an den Bauernmarkt, den Kima initiierte, an den Heimat- und Höhlenverein, dessen Gründungsmitglied er gewesen sei. Helmut Kima habe sich für den Fußweg am Dorfeingang, für den Neubau des Sportplatzes, das neue Feuerwehrgerätehaus, den Dorfplatz und das Bürgerhaus eingesetzt, habe nie den Auf- und Ausbau einer intakten Infrastruktur aus den Augen verloren, die Kanalsanierung bis Glashütten vorangetrieben, den Bau der Windräder veranlasst, die 2016 genehmigt wurden und 2017 ans Netz gingen.

„Kima hinterlässt eine sehr gut aufgestellte Kommune“

Und er habe sich intensiv seinem „Lieblingskind“, der Höhle gewidmet, in enger Abstimmung mit den Gemeinderäten für die Montage von LED-Leuchten in der Höhle gesorgt und so unter anderem „führerlose Besuche“ dort ermöglicht. Seinem Nachfolger und der ganzen Bevölkerung überlasse Helmut Kima eine auch finanziell „sehr gut aufgestellte Gemeinde“, stellte Matthias Feucht fest und ließ es sich am Ende nicht nehmen, auch ganz persönlich Abschied zu nehmen: „Vielen Dank für eine wirklich gute Zeit“, sagte er und beendete seine Rede mit einem Zitat, das Albert Einstein zugesprochen wird und das sich Kima als guten Rat hinter die Ohren schreiben sollte: „Genieße deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst du gestern nicht nachholen. Und später kommt früher als du denkst.“

Grußworte der Landrätin Marion Dammann überbrachte der erste Landesbeamte Ulrich Höhler. Auch im Landratsamt sei nicht verborgen geblieben, dass Helmut Kima „viel getan“ habe für die Gemeinde, nachdem er seine Verwaltungskarriere in Wehr begonnen habe, die ihn über Kehl und Lörrach schließlich nach Hasel führte.

Helmut Kima habe den Mut gehabt, ein Amt anzutreten, in dem er auch etwas bewegen könne. Und – so Höhler – „es zeigte sich: der Mann kann, was er tut.“ Als hervorragende Führungskraft habe er, gesegnet mit großem Ideenreichtum, Projekte auf den Weg gebracht und sie in vorbildlicher Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat schließlich auch realisiert, sagte Höhler, um sich dann an Kimas Nachfolger zu wenden und ihm zu wünschen, dass diesem „der Zauber des Anfangs so lange wie möglich erhalten bleibt“ und dass es ihm gelingen möge, seine neue „lebens- und liebenswerte Gemeinde weiter positiv zu gestalten.“

Maulburgs Bürgermeister Jürgen Multner war als Sprecher der Bürgermeister aus Hasels Umgebung und der Verwaltungsgemeinschaft der Dritte im Bunde, der Helmut Kimas Abschiedsabend zusammen mit dem Musik- und dem Gesangverein gestalten durfte.

Kima sei von Beginn an „mit umsetzbaren Visionen in Hasel angetreten und hat danach und damit sehr viel bewegt“, lobte Multner seinen Kollegen, mit dem er zwei Jahre lang die Hochschule in Kehl besucht habe. Seine Aufgaben habe Kima „fachlich versiert, ohne auf die in Städten üblichen Dienste einer leistungsfähigen Verwaltung zurückgreifen zu können“, bravourös erledigt.

„Kima hat die Aufgaben bravourös erledigt“

„Und das“, so Multner „aus eigener Erfahrung“, gelinge „ohne fachliche Expertise keinesfalls“, lobte Multner seinen „Kollegen auf Augenhöhe“, den er als kritischen Geist kennen- und schätzen gelernt habe und dessen Nachfolger er „die besten Wünsche für ein wahrlich herausforderndes Amt“ mit auf den Weg gebe und für den er – im Gegensatz zu seinem Vorgänger – kein Geschenk mitgebracht habe, weil der sich das „zuerst noch verdienen“ müsse.

Frank-Michael Littwin versicherte nach Grußworten der örtlichen Vereine, der Feuerwehr und der VdK-Ortsgruppe: „Am Montag dieser Woche hatte ich meinen ersten Arbeitstag, und ich kann ihnen sagen: Mir gefällt die Herausforderung, und sie macht mir Spaß.“

Die Mitarbeiter der Verwaltung habe er als Team kennengelernt. Er habe den Eindruck: „Es passt zwischen uns.“ Die nächste Zeit werde er nutzen, um sich gründlich einzuarbeiten. Dazu werde er „regelmäßige Bürgersprechstunden“ anbieten (geplant ab 16. Januar montags zwischen 17 und 18.30 Uhr). Aber auch sonst, so Littwin, „bin ich bei allen ihren Anliegen immer für sie da.“

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