Hasel Mehr als Löcher in der Erde

Dem Zauber der Unterwelt kann man im Landkreis Lörrach am ehesten in der Erdmannshöhle (Hasel) und der Tschamberhöhle (Karsau) erliegen. Beide Höhlen sind coronabedingt geschlossen, und deshalb wird es am internationalen Höhlentag auch keine Veranstaltungen geben.

Von Harald Pflüger

Hasel. Wer im Internet bei internationaler Höhlentag „nachschlägt“, stößt als erstes auf die Website „www.kuriose-feiertage.de“. Auf der Seite wird neben dem Ketchup-Tag und dem internationalen Tag des Axtwerfens tatsächlich der internationale Tag der Höhlen und der unterirdischen Welten aufgeführt. Dort heißt es, dass die Initiative für diesen „Feiertag“ auf die Französischen Speläologischen Vereinigungen zurückzuführen ist. Weshalb der internationale Höhlentag gerade auf den 6. Juni fällt, den Tag, der auch Tag der Gartenarbeit und Tag der russischen Sprache ist, wird nicht näher begründet.

Dafür ist die Botschaft, die dieser „Feiertag“ vermitteln soll, klar: Höhlen sind mehr als nur Löcher in der Erde. Höhlen sind beispielsweise ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Derzeit laufen Bestrebungen, den internationalen Tag der Höhlen und der unterirdischen Welten auch als UNESCO-Projekt zu nominieren und den 6. Juni zukünftig in den Jahreskalender der Vereinten Nationen zu bekommen.

Die Erdmannshöhle Hasel, umgangssprachlich auch Hasler Höhle genannt, ist eine der ältesten Tropfsteinhöhlen in Deutschland. Coronabedingt ist die Höhle derzeit geschlossen. In guten Zeiten besichtigen Tausende von Besuchern jährlich die Touristenattraktion, in den Boomjahren nach der Maueröffnung waren es in einer Saison 60 000.

Wann die Tropfsteinhöhle erstmals betreten wurde, ist nicht überliefert, dafür aber die erste schriftliche Erwähnung vor 265 Jahren. Auf einem Gemarkungsplan von 1755 wird erstmals der Name „Erdmännleins Grub“ erwähnt. Überliefert ist auch, dass 1773 Markgraf Karl Friedrich I mit seiner (ersten) Gattin, der Markgräfin Karoline Luise von Hessen-Darmstadt, die Erdmannshöhle besuchte. Es war sozusagen der erste Prominentenbesuch. Der Markgraf war es auch, der diese „Naturmerkwürdigkeit“ unter staatlichen Schutz stellte und so die Grundlage für reglementierte Höhlenführungen schuf. 1781 betrat mit Professor Heinrich Sander aus Karlsruhe der erste Naturwissenschaftler und Forscher die Höhle.

Das Abtauchen in das Reich der Erdmännchen ist nach wie vor ein Naturerlebnis der besonderen Art. Dort erwarten die Besucher unter anderem Tempel, Höhlensee, Fürstengruft und Rittersaal, der das Ende des begehbaren Teils der Höhle markiert. Dabei ist die Schauhöhle so eingerichtet, dass sie ohne besondere Ausrüstung besucht werden kann. Die Besucher müssen sich nur darauf einstellen, dass die Temperaturen das ganze Jahr über bei zehn Grad Celsius liegen.

Weitere Informationen: Coronabedingt bleibt die Erdmannshöhle bis auf weiteres geschlossen.

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