Hasel Mit deutlicher Mehrheit gewählt

Hans-Jürgen Hege

Rund 1200 Einwohner in Hasel haben ab Januar einen neuen Bürgermeister. Mit deutlicher Mehrheit von 82,6 Prozent setzte sich der 50-jährige Frank-Michael Littwin im ersten Wahlgang gegen seine Mitbewerber durch. Mit 484 Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von gut 63 Prozent ließ er das Feld der Konkurrenten weit hinter sich.

Von Hans-Jürgen Hege

Hasel. Mit 48 Stimmen landete Melanie Kohlbrenner auf dem zweiten Platz, dicht gefolgt von Meik Christen mit 47 Stimmen. Der nur mit Außenseiterchancen angetretene Mehrfachkandidat Samuel Speitelsbach erhielt eine Stimme, Frank Tschany keine.

„Er war der einzige Kandidat, der im Vorfeld keine Luftschlösser versprochen hat“, begründete ein sichtlich begeisterter Gast im „Oberstübchen“ des Rathauses den „nicht in der Deutlichkeit“ erwarteten Erfolg, zu dem schließlich auch die Landrätin Marion Dammann „herzlichst“ gratulierte.

Zunächst aber beglückwünschte der baldige „Alt-Bürgermeister“ Helmut Kima, der 24 Amtsjahre auf dem Buckel hat, den Noch-Ortsvorsteher Hertens mit Blumen und einem guten Tröpfchen zur „überzeugenden Mehrheit“ und erklärte, dass ihn die Wahlbeteiligung von 63 Prozent „richtig stolz“ mache, beweise sie doch, dass es Bürgerinnen und Bürger gibt, die sich darüber Gedanken machen, wer die Geschicke im Dorf verantwortlich leitet.

Kima dankte aber auch allen fünf Kandidaten, die Mut bewiesen hätten, in nicht eben einfachen Zeiten, in denen man vielerorts nicht einmal einen Kandidaten finde. Er lobte den fairen Umgangston während des Wahlkampfs, um sich dann wieder an den groß gewachsenen Wahlsieger zu wenden: „Ich habe Schuhgröße 39, und ich denke, die werden sie wohl leicht ausfüllen.“ Er wünschte seinem Nachfolger „Kraft und ein glückliches Händchen“ und sagte ihm in den nächsten drei Monaten und auch noch danach seine volle Unterstützung zu.

Fünf Bewerber eine Besonderheit

Dammann hielt die Tatsache, dass sich vier Kandidaten und eine Kandidatin um den Posten bewarben, für „eine Besonderheit“ und den komplikationslosen Wahlkampf „für ein Geschenk.“ Littwin lasse sich von Themen wie Infrastruktur-Verbesserung, Umwelt- und Klimaschutz sowie der Energiewende leiten. Deshalb halte sie den Regenbogen, der sie kurz zuvor auf der Fahrt nach Hasel begleitetet hatte, für ein Symbol, das sie dem neuen Rathauschef zur Motivation in die neue Amtszeit mitgeben wolle. Die Farben des Regenbogens stünden unter anderem für Harmonie. Und zu der habe sich der künftige Bürgermeister bereits bekannt, als er bei seiner Vorstellung neben dem Vorsatz, einen Runden Tisch für Vereine zu installieren, auch eine Klausurtagung mit den Gemeinderäten angekündigt habe, bei der Hasels Zukunft unter der Überschrift „Leitbild 2040“ unter die Lupe genommen werden soll.

Bürgermeister Martin Bühler (Hausen) wertete den deutlichen Wahlsieg seines künftigen Kollegen auch im Namen des Verwaltungsverbands in einer ganz anderen Richtung positiv: „Ich finde es grandios, wie die Hasler heute gewählt haben“, sagte er und hoffte, dass ihm dieses Glück ebenfalls beschieden sein möge, wenn sein eigener Nachfolger im April des nächsten Jahres zur Wahl steht.

Die stellvertretende Bürgermeisterin aus Wehr schließlich verband ihre Glückwünsche mit dem Wunsch, dass die bisherigen guten Beziehungen der Nachbargemeinden auch unter neuer Führung weiter Bestand haben werden.

Feuerwehr pflanzt Bürgermeisterbaum

Der überglückliche und vom eigenen Erfolg völlig überrumpelte Littwin sagte das natürlich zu, ehe er den Wählern für das große Vertrauen in ihn sichtlich aufgewühlt und ansonsten zunächst einmal „sprachlos“ dankte, während Mitglieder der Feuerwehr auf dem Dorfplatz den traditionellen Bürgermeisterbaum „gepflanzt“ hatten und zusammen mit dem Musikverein darauf warteten, den Sieg ihres künftigen Chefs und Bürgermeisters gebührend zu feiern.

Viele Hände wurden im Anschluss noch geschüttelt, manch ein Gläschen geleert und ganz viele Gespräche geführt mit Eindrücken von einem Tag, den die Hasler so schnell sicherlich nicht vergessen werden.

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