Hasel Oldtimertreffen fällt ins Wasser

Keine solchen Bilder wird es 2020 beim Dreschschopf Hasel geben. Der Musikverein hat das große Oldtimertreffen abgesagt. Foto: Ralph Lacher

Hasel - „Wir haben zwar alle Veranstaltungen für dieses Jahr abgesagt, auch unser Oldtimertreffen. Trotzdem gibt es uns noch und wir wollen weitermachen als wichtiger Kulturträger und soziale Institution in Hasel“. Das sagt der Vorsitzende des Musikvereins „Harmonie“ Hasel, Albert Senger, zur aktuellen Situation des Vereins.

Der 150 Jahre alte Musikverein befindet sich im Umbruch. Zum Jahreswechsel vollzog Dirigent Robert Gsell seinen angekündigten Rückzug; die neue Vorstandschaft um Albert Senger, der seinen Sohn Matthias als Vereinschef ablöste, wurde auf der Suche nach einem Dirigenten von außerhalb nicht fündig, so dass die Ehefrau des Vorsitzenden, Isabela Senger, als Interimsdirigentin einsprang.

Dann kam Corona, die Proben mussten ausgesetzt werden. „Seit Mitte Juni proben wir aber wieder jeden Freitagabend“, sagt Albert Senger. Im großen Probenraum im Rathaus sei es kein Problem, den entsprechenden Abstand einzuhalten.

Senger weist allerdings darauf hin, dass man nach wie vor ein personelles Problem hat. Man sei mit 18 eigenen Aktiven eigentlich nicht mehr spielfähig, konnte schon letztes Jahr nur Dank Aushilfskräften von auswärts alle geplanten Auftritte absolvieren, sagt der Vorsitzende und Aktivmusiker. Den geplanten ersten Auftritt in diesem Jahr am Buurefasnachtsumzug musste man aber aus Gründen des engen Personalbestands absagen.

Auch die weiteren geplanten Anlässe wie etwa der Dorfhock und besonders das Oldtimertreffen mit Blasmusikfest Ende September habe man coronabedingt abgesagt. „Beim Oldtimertreffen kommen stets Hunderte von Besuchern auf das Areal beim Dreschschopf. Die Corona-Auflagen mit Hygiene- und Abstandsregeln hätte man unmöglich gewährleisten können. „Wir haben uns nach letzten Gesprächen mit dem Landratsamt nun schweren Herzens zur Absage entschlossen“, sagt Albert Senger. Damit fehle nun nicht nur der neben der Buurefasnacht zugkräftigste Event im Erdmannsdorf, sondern auch die wesentliche Einnahmequelle des Musikvereins.

„Dennoch stellt sich die Existenzfrage für uns auch wirtschaftlich nicht“, betont der Vorsitzende. Denn dank der Sponsorenunterstützung im Jubiläumsjahr habe man noch Reserven. Diese benötigt man vor allem für die Nachwuchsarbeit, die seit dem Herbst 2019 neu strukturiert ist. Die aktuell sechs jungen Hasler, die ein Blasmusikinstrument lernen, werden in der Musikschule Mittleres Wiesental gut betreut.

Der Nachwuchs sei schon so weit, dass man erwäge, nach dem Sommerferien die sechs Mädchen und Jungen zu den Aktivorchester-Proben dazuzunehmen. Sich mit eigenen Leuten aufzufrischen und eine Größe von 20 bis 30 Musizierenden zu erreichen, sei erklärtes Ziel seines Vorstandsteams, erklärt Albert Senger. Und obwohl Isabella Senger ihre Sache als Interimsdirigentin und Interimslösung gut macht,  ist es ein weiteres Ziel, eine Lösung externer Art am Dirigentenpult zu erreichen.

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