Hasel Waldumbau bei Fichten-Ausfall

Christoph Schennen
Der Hasler Gemeindewald besteht zu einem Drittel aus Nadelholz- und zu zwei Dritteln aus Laubholzbäumen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Symbolbild: Christoph Schennen Quelle: Unbekannt

Sven Hendrik Wünsch war zu Gast im Gemeinderat. Der Leiter des Forstreviers Maulburg, zu dem auch der Hasler Gemeindewald gehört, stellte den Forstlichen Betriebsplan 2023 für den Gemeindewald Hasel vor.

Von Christoph Schennen

Hasel. Der durchschnittliche jährliche Hiebssatz mit 740 Festmeter wird im kommenden Jahr deutlich unterschritten. Geplant ist nämlich, nur 550 Festmeter einzuschlagen. Wünsch wies daraufhin, dass 2023 das letzte Jahr der laufenden zehnjährigen Forsteinrichtung sei.

Der Unterhalt der Wege kostet immer mehr

„Es sollen viele kleinere Hiebe in den Bereichen durchgeführt werden, in denen in den letzten neun Jahren wenig Maßnahmen durchgeführt wurden“, sagte Wünsch. Er rechnet mit einem Erlös von 33 700 Euro aus der Holznutzung 2023. Zieht man von diesem Betrag die Holzerntekosten in Höhe von 15 600 Euro ab, erhält man den holzerntekostenfreien Erlös in Höhe von 18 000 Euro. Angenommen wird, dass das Betriebsergebnis 2023 etwa 41 671 Euro betragen wird. Das diesjährige Betriebsergebnis (43 000 Euro) liege, wie in den beiden Vorjahren, über dem Planansatz, so Wünsch.

Die Investitionen in die Jungbestände belaufen sich für 2023 auf 1500 Euro. Die Kosten für die Wegeunterhaltung steigen und betragen 5000 Euro. Grund sind unter anderem stärkere Regenfälle und verstopfte Dolen.

2022 war nach Worten von Wünsch ein „forstliches Normaljahr“. Sorgen bereiten ihm der Borkenkäferbefall an der Fichte, der aber nicht so groß ist wie in den Vorjahren, und Trockenschäden an der Buche. Hasel habe aber eine gute Baumartenzusammensetzung (zwei Drittel Laubholz, ein Drittel Nadelholz) und Einnahmen aus dem Windpark, um über zufällige Nutzungen „natural und finanziell hinwegzukommen“, teilte der Forstexperte mit. Unter zufälligen Nutzungen versteht man die ungeplante Holznutzung infolge von Schadereignissen.

„Wir wollen den guten Wald erhalten“

Ein weiteres Ziel für den Gemeindewald Hasel ist der Umbau an den Stellen, wo die Fichte ausfällt. „Wir wollen für die nachfolgenden Generationen guten Wald erhalten“, so Wünsch.

Peter Schalajda fragte nach Holzpreisen und nach dem Zustand des Waldes nach der langen Trockenphase. Er sprach auch das Thema „illegale Bauaushubentsorgung“ an.

„Es ist kein Kavaliersdelikt, Bauschutt im Wald zu entsorgen“, antwortete ihm Wünsch. Auch Heckenschnitt dürfe nicht im Wald entsorgt werden. Es bestehe nämlich die Gefahr, dass sich im Wald Strauch- und Pflanzenarten ansiedeln, die dort nicht hingehören.

Sehr erfreulich seien die vielen Niederschläge im Frühjahr gewesen. „Die kleineren Bäume sind dadurch gut gewachsen.“ Ob die Trockenheit Schäden an den Bäumen verursacht habe, sei unklar, so Wünsch. Es wäre sinnvoll, eine wissenschaftliche Untersuchung vorzunehmen, um zu erfahren, welchen Einfluss die Dürre auf die Laubbäume habe.

„Die Nachfrage nach Brennholz steigt“

Für die meisten Waldbesitzer ist es eine gute Zeit. Die Nachfrage nach Brennholz steigt, die Pelletspreise gehen in die Höhe. „Die Nachfrage nach Frischholz (Fichte) ist aber eher zurückhaltend“, stellte Wünsch, der seit 2008 für den Gemeindewald Hasel zuständig ist, fest.

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