Hausen Bürgermeisterwahl in Hausen: Drei Kandidaten stellen sich vor

Christoph Schennen
Das Interesse der Hausener an den drei Bürgermeisteranwärtern ist groß: Die Turn- und Festhalle war bei der Vorstellungsrunde bis auf den letzten Platz besetzt. Foto: Christoph Schennen/Christoph Schennen

Bei der Kandidatenvorstellung, die die Gemeinde Hausen für die Bürgermeisteranwärter organisiert hat, hatten Jörg Kiefer, Jörg Jost und Philipp Lotter Gelegenheit, sich und ihre Visionen den Hausenern vorzustellen. Die Vorstellung stieß auf großes Interesse.

Die Präsentation der drei Kandidaten stieß auf großes Interesse – bis auf den letzten Platz besetzt war die Turn- und Festhalle. Zunächst hatten Jörg Kiefer, Jörg Jost und Philipp Lotter jeweils 15 Minuten Zeit, sich und ihre Pläne für das Dorf vorzustellen.

Visionen für Hausen

Jörg Kiefer warb für sich mit den Worten: „Ich bin es gewohnt, komplexe Projekte von der Planung bis zur Realisierung ziel- und erfolgsorientiert abzuwickeln.“ Er bezeichnete Hausen als „schönes Dorf mit vielen Potenzialen, die wir hochhalten müssen.“ Wichtig ist ihm unter anderem die Weiterentwicklung der Infrastruktur und der Lebensqualität. „Mit mir wird in Huuse ebbes los si“, versprach der 49-Jährige.

Philipp Lotter lobte zunächst die Arbeit von Martin Bühler, der dem Dorf „24 erfolgreiche Jahre“ beschert habe, ehe er begründete, warum er in Hausen kandidiere: „Hausen liegt in meiner Heimatregion. Das Dorf passt zu meinen Vorstellungen einer gesunden Gemeinde.“ Lotter ist SPD-Mitglied, betont aber, dass er bei der Bürgermeisterwahl nicht der „SPD-Kandidat“ ist. Er agiere „unabhängig von parteipolitischen Interessen“, denn „Kommunalpolitik ist Sachpolitik“.

Jörg Jost schilderte ausführlich seinen Lebensweg, ehe er erklärte, dass er sich für sichere Schulwege, den Ausbau des Nahwärmenetzes und den Erhalt von kleinen Geschäften im Dorf einsetzen wolle. Er will die 20 Bauplätze für das Baugebiet Gern-Dellen IV an den Mann bringen, den Gebäudebestand maßvoll verdichten und überlegen, wie der Brennet-Park genutzt werden kann.

Bürger stellen Fragen

Anschließend durften die Bürger Fragen stellen. Bei der ersten Frage von Gemeinderat Hermann Lederer wurde Jörg Jost kalt erwischt. Lederer wollte wissen, welche zwei Projekte die Kandidaten sofort umsetzen wollen, wenn sie zum Bürgermeister gewählt werden. Jost fiel nur ein Projekt ein: die Beschilderung im Ort.

Jörg Kiefer liegt die Verkehrssicherheit besonders am Herzen und die Verbesserung der personellen Ressourcen des Kindergartens. Lotter will zunächst ein Spielplatzkonzept erarbeiten lassen und sich um das „Sutter-Areal“ kümmern.

In vielen Punkten sind sich die Kandidaten einig. Alle befürworten eine Bürgerbeteiligung bei kommunalen Solaranlagen und eine Stärkung der Kultur und des Tourismus, lehnen eine Privatisierung der Wasserversorgung ab und wollen den Radweg nach Zell in einen guten Zustand bringen. Jörg Kiefer sagte, die Kultur müsse erhalten und gepflegt werden: „Für mich ist es selbstverständlich, dass Hebel zu Hausen gehört.“ Philipp Lotter will Hausen als Hebeldorf überregional bekannter machen und Jörg Jost wünscht sich, dass das Hebelfest wieder mehr Besucher hat.

Anregungen umsetzen

Eine Bürgerin bemängelte, dass es nur einen Arzt in Hausen gebe. Philipp Lotter schlug vor, ein Gesundheitszentrum in kommunaler oder ärzteschaftlicher Trägerschaft zu gründen. Mehrere Ärzte könnten sich dann teure medizinische Geräte teilen und Ärzte in Teilzeit arbeiten.

Jörg Kiefer will die Gesundheitsversorgung sicherstellen und sich bei der Krankenkasse erkundigen, welche medizinische Versorgung möglich ist. Jörg Jost will „Kontakte knüpfen“, um herauszufinden, ob sich ein zweiter Arzt im Dorf ansiedeln könne.

Die Bürger regten auch an, die politische Beteiligung von jungen Menschen zu verbessern, Lösungen für den Fachkräftemangel zu finden und den Zusammenhalt zu stärken. Philipp Lotter bekam für seinen Vorschlag, ein „schönes Dorffest“ zu veranstalten, wo alle „zusammenhocke und Spaß haben“, viel Applaus.

Manuel Ruch forderte die Kandidaten auf, sich dafür einzusetzen, dass der FC einen Kunstrasenplatz bekommt. Roland Schwald fragte, wo sich bei der begrenzten Gemeindefläche Betriebe ansiedeln könnten und wie man für sie eine weitere Verbindung zur Bundesstraße schaffen könne. Jörg Kiefer sieht noch Potenzial für Gewerbe im „Krummatt“-Gebiet, während Philipp Lotter Gewerbeplätze zunächst den Firmen anbieten will, die in Hausen ihren Hauptsitz haben. Jörg Jost sagte, die bestehende Brücke an der Bahnhofstraße müsse bei einer Gewerbegebietserweiterung ertüchtigt werden.

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