Hausen im Wiesental Amüsantes über das Älterwerden

Hansjörg Hänggi aus Therwil ( Schweiz) unterhielt mit seinem neuen Programm „Seniorade“. Foto: Heidi Zöllner

Hausen - Auf Einladung der Muettersproch-Gsellschaft, Gruppe Wiesetal, kam Hansjörg Hänggi mit seinem neuen Programm „ „Seniorenade““ ins Literaturmuseum Hebelhaus nach Hausen.

Hansjörg Hänggi erzählte mit amüsanten Texten über die kleinen Eigenheiten des Älterwerdens. So erfüllt die Wunschfee dem Mann, der eine Dose findet und öffnet, seinen Wunsch, eine 20 Jahre jüngere Frau zu haben, doch ist er mit dem Ergebnis dann nicht einverstanden.

Die Rätsel der Tageszeitungen vom Kreuzworträtsel über Binoxxo bis zum Sudoku mit all den Tücken nimmt Hänggi gekonnt aufs Korn. Er wollte eigentlich schon kein Sudoku mehr lösen, da ihn diese öfters „ „muff““ machten, bis er dann einen Akku-Sauger mit der richtigen Lösung gewonnen hatte. Nun heißt das Rätsel nur noch „ „suug du do“.“ Als Großvater von fünf Enkeln und einem erfundenen Enkel, die ihn liebevoll „Nono“ nennen, erzählte Hänggi von den Fragen der Enkel nach der Zeit, als er noch ein Kind war. „War da wirklich alles besser?“

Die Antworten von Nono überraschten die Enkel. Das Spielen auf den Straßen, Höfen und Scheunen machten schon Eindruck; aber auf die gestärkten Sonntagskleider, die Strafarbeiten, die kurzen Hosen im Winter mit den selbst gestrickten langen Strümpfen, die fürchterlich juckten, und auf „Gstälti“ eine Art Strumpfbandgürtel, wollten die Enkel dann doch lieber verzichten.

Eine Zeit ohne Fernsehen nahm Hänggi gekonnt in einem Schüleraufsatz ins Visier und ließ den Schüler über die Langeweile, die beim Stummfilm am Radio doch aufkommen musste, und die Sorge, dass man ohne Werbung ja gar nicht weiß, was man kaufen soll, berichten.

Wie man als Pensionär von der eigenen Frau eingespannt wird und dem Ganzen aber durch einen guten Trick wieder entfliehen kann, hat Hänggi in seinem „ „Gango-Tango““ auf den Punkt gebracht. Für viele Lacher sorgte die Geschichte des Mannes, der zum jährlichen Check zum Arzt ging, bei Fragen prahlte und sagte, er arbeite wie ein Stier, trinke wie ein Kamel und schlafe wie ein Murmeltier, sich dann aber wunderte, als ihn der Arzt für den Check zum Tierarzt weiterschickte. Zur derzeitigen Diskussion um die Umweltschäden passte Hänggis Gedicht über zwei Freunde, die „völlig anders“ Urlaub machen.

Während der eine ständig um die ganze Welt fliegt, um irgendwo gemütlich zu sitzen, lacht ihn der andere aus und meint, „gemütlich Kaffeetrinken kann ich auch ohne Kofferpacken mit Tagesausflügen in der Heimat oder im eigenen Garten“. Hänggi beschrieb humorvoll den Bogen des Lebens, vom stolzen Wachsen in jungen Jahren und vom Wachsen im Alter, welches dann ins Wachsen von Altersflecken, Falten und Haaren an unerwünschten Stellen übergeht.

Tiefgründig sinnierte Hänggi darüber nach, wie schön es doch wäre, ein Baum zu sein und äußerte schließlich den Wunsch, ihm auf der letzten Ruhestätte einen Baum zu pflanzen, so könnte er doch noch seinen Traum verwirklichen. Nach mehreren Zugaben und anhaltendem Applaus verabschiedete die Gruppenleiterin Heidi Zöllner Hansjörg Hänggi mit einem herzlichen Dankeschön.

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