Hausen im Wiesental An Bauwilligen mangelt es nicht

Loslegen mit dem Bauen kann man zwar noch nicht, aber der Gemeinderat hat jetzt immerhin den Planungsentwurf fürs neue Baugebiet „Gern-Dellen IV“ gebilligt.Foto: Archiv Foto: Markgräfler Tagblatt

„Wir haben uns schon 2019 aufgemacht, Wohnraum zu schaffen“, kommentierte Bürgermeister Martin Bühler den einstimmigen Beschluss des Gemeinderats, den Entwurf der Planung zum neuen Baugebiet „Gern-Dellen IV“ im Süden des Hebeldorfes zu billigen und schnellstens offen zu legen.

Von Hans-Jürgen Hege

Hausen. Vorgestellt hatte den Entwurf Planer Till O. Fleischer zusammen mit seinem „GALA“-Kollegen Georg Kunz. Und beide standen einer Reihe von Zuhörern in der Sitzung am Dienstag Rede und Antwort zu einem Plan, dessen Aufstellung im Dezember 2019 von den Gemeinderäten auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen worden war. Das Interesse scheint groß, an Bauwilligen mangelt es nicht, wie Martin Bühler versicherte.

Nur: Konkrete Fragen zu Grundstückspreisen, zur geplanten Ausschreibung von Bewerbungskriterien oder zum Baubeginn konnte der Bürgermeister noch nicht beantworten. Das werde, versprach er, in den nächsten Wochen und Monaten in Ruhe besprochen und vom Gemeinderat schließlich entschieden. Fest steht seiner Meinung nach aber, dass Grundstücke bereits im Vorfeld gebildet werden könnten, „wenn alles wie geplant klappt“. Mit Bewerbungen für eines der 22 Grundstücke, die aktuell auf dem 0,68 Hektar umfassenden Gelände, das von zwei Seiten leicht zu erschließen sei,  vorgesehen sind beziehungsweise zur Debatte stehen, rechne die Verwaltung ab dem Jahreswechsel. Die Planungen dazu sollen im Lauf dieses Jahres vollständig abgeschlossen werden, kündigte Bühler an.

Zwölf Einfamilien- und sechs Doppelhäuser

Im Anschluss an „Gern-Dellen III“ sollen im vierten Abschnitt des Bebauungsplans auf ringförmig erschlossenen Grundstücken mit jeweils rund 500 Quadratmetern nach Fleischers Vorschlag zwölf Einfamilien- und sechs Doppelhäuser für rund 60 Personen entstehen.

Einschränkungen von Seiten des Naturschutzes dürfte es nach Auffassung von Georg Kunz keine geben. Alle Belange zu Themen wie Arten-, Wasser- oder Klima/Luft sowie Landschaftsbild seien überprüft und abgearbeitet, sagte Kunz, der beteuerte, dass „wider Erwarten keine Reptilien gefunden“ worden seien, dass aber trotzdem empfohlen werde, Reptilienschutzzäune anzubringen, nicht zuletzt um mögliche Wanderungen ab Beginn der Bauphasen zu vermeiden.

Festgestellt habe man im Vorfeld dagegen 26 Vogelarten, darunter Buntspechte, Kohlmeisen, Sperlinge, Hausrotschwänze und Blaumeisen, die aber alle von den geplanten Gebäuden nicht beeinträchtigt werden. Lediglich bei den Fledermäusen sei „e bizzeli was los“, berichtete der Landschaftsplaner.

Georg Kunz betonte, dass die Bauwilligen auf jeweils 400 Quadratmetern Grundstücksflächen verpflichtet seien, mindestens einen Baum zu pflanzen. Mit der Installation einer Totholzpyramide und der Montage von fünf Fledermauskästen sei allerdings auch dieses Problem gelöst.

Kunz verhehlte aber nicht ein weiteres kleines Problem, das in bestimmten Bereichen des Neubaugebiets droht: Bei Unterkellerungen müssen dort Bodenproben entnommen und untersucht werden, weil es sich um ein Gelände handelt, in dem Rückstände aus Hausens industrieller Vergangenheit schlummern könnten. Belastetes Aushubmaterial müsse jedenfalls fach- und sachgerecht entsorgt werden, mahnte der Planer schon mal vorsichtshalber. 

Bürgermeister hofft auf junge Familien

Bürgermeister Martin Bühler hält die Aufstellung einer Satzung, die nach der Offenlegung erfolgen soll, für eine „sinnvolle und sehr gute Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen“. Am liebsten sehe er dort später junge Familien, Menschen mit Ortsverbundenheit und sozialem Engagement unter anderem in Vereinen angesiedelt. Es werde, kündigte er an, „unterstützt von externen Beratern überprüft, ob solche Vorgaben in das Bewerbungsverfahren eingebunden werden können“.

Details darüber und das komplette Verfahren können im Rathaus oder über die Internetseite der Gemeinde in Erfahrung gebracht werden.

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