Hausen im Wiesental Aus Heimweh den Dialekt gepflegt

Markgräfler Tagblatt
Eberhard Flamm aus Neuenburg unterhielt bei seinem Auftritt im Hebelhaus die Gäste aufs Beste. Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Wieder ist es der Leiterin der Muettersprooch-Gsellschaft Gruppe Wiesental, Heidi Zöllner, gelungen, einen verschmitzt-humorvollen Vertreter des alemannischen Dialekts ins Hausener Hebelhaus einzuladen. Eberhard Flamm aus Neuenburg verstand es treffend, die vielen Besucher mit überraschenden und passenden Wendungen im Dialekt zu unterhalten.

Hausen. Schon die Einleitung mit anschaulichen Beispielen seiner Übersetzung des Markus-Evangeliums ins Alemannische gab den Zuhörern das Gefühl, bei dem Geschehen unmittelbar dabei zu sein. Stellen wie „a Bot in dr Wüeschte, dusse vor dr Tüere, umenander seckle, a Buur isch ufs Feld gange, ganz vergälschtered, Eseli, Räbbuure, der bringe mr um“ sprachen an, und kaum einer konnte sich den Eindrücken entziehen.

Im nächsten Teil wurde deutlich, dass es Eberhard Flamm genauso wie einst Hebel erging. Dieser hatte nämlich in der Fremde in Karlsruhe nach langer Zeit aus Heimweh im vertrauten Dialekt zu dichten angefangen. Flamm merkte in Hameln nach vielen Jahren, dass es notwendig ist, etwas für das Alemannische zu tun. So entstand dort seine Gedichtsammlung „Vu ganzem Herze…“ Hintergründig und haargenau passend bewirkten seine Gedichte bei den Anwesenden fröhliches Gelächter, etwa wenn er darlegte: „So mänke Hund isch besser wie ne Mensch, un zu mänkem Mensch sait me Hund, au wenn er´s nit verdient het.“ Sein Heimweh brachte ihn sogar zu folgender Erkenntnis: „Zwelfhundert Kilometer eweg vu deheim klingt sogar s´ Schwäbische badisch.“

Vier Jahre lang war Eberhard Flamm auf SWR 4 „Dr Manni vum Kaiserstuehl.“ Dort packte er alltägliche Geschehnisse witzig an und zog sie durch den Kakao, wie das „Alemenglisch“ bei der Bahn mit dem „Ticket und dem Regio-Shuttle“.

Seit 20 Jahren schreibt Eberhard Flamm regelmäßig Glossen für den Reblandkurier, er erklärte hier, dass die „Oktoberfasnet isch, wenn einer will go uf Bayer mache“, oder zur Weihnachtszeit: „De Tag nimmt ab, de Buuch nimmt zue.“

Treffender kann man manche alte oder neu entstandene Bräuche nicht beschreiben. Es ist nur schade, dass man viele der gelungenen Texte nicht gedruckt erhalten kann. Mit lang anhaltendem Beifall dankten die Zuhörer dem Referenten für den gelungenen und humorvollen Abend.

Die nächste Veranstaltung der Muettersprooch-Gsellschaft ist der Zuckerbrötliabend am Donnerstag, 12. Dezember, um 19.30 Uhr.

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