Hausen im Wiesental „Borkenkäfer ist nicht herzig“

Viel Spaß, aber auch Lehrreiches erlebten Hausener Kinder beim Waldaktionstag mit Revierförster Sven-Hendrik Wünsch und seinen Hunden Molly und Mecki. Foto: Ralph Lacher Foto: Markgräfler Tagblatt

Beim Kinderferienprogramm mit Förster Sven-Hendrik Wünsch waren 17 Kinder und zwei Mütter mit von der Partie.

Hausen (os). Zunächst begab man sich auf den Wald-Spaziergang den Niederberg hinauf, nachdem alle Verhaltensregeln aufgrund der Pandemie erläutert worden waren. Positiv überrascht war der Förster, wie angeregt und interessiert die Kinder Fragen zur Thematik Wald stellten. Das zeige, dass Hausener Kinder in der Natur unterwegs seien und wissen wollten, was sie da so alles antreffen.

In diesem Jahr habe es coronabedingt erheblich mehr Hausener Familien gegeben, die vor allem in den Zeiten des Lockdowns Wald und Feld als Naherholungs- nutzten und die Freude am natürlichen Umfeld fanden, so Wünsch.

Doch der Reihe nach: An diesem sommerlich schönen, nicht zu heißen Nachmittag führten Wünsch, seine ihn unterstützende Ehefrau und die Hunde Molly und Mecki die muntere, outdoor-mäßig gewandete Schar hinauf zu einer Lichtung am Niederberg, von wo aus man nicht nur einen tollen Blick über Hausen, sondern auch weiter Richtung Fahrnau und Schopfheim hatte.

Mit dem Fernblick hielt sich man sich nicht wirklich lange auf - im direkten Umfeld gab es viel zu entdecken mit dem Revierförster und seiner Ehefrau. Wünsch, der auch Jäger ist, erzählte über Flora und Fauna. Kindgerecht erläuterte Wünsch, dass der Jäger weniger das Töten von Tieren, sondern vielmehr den Erhalt und Schutz des natürlichen Gleichgewichts im Sinne habe.

Im Themenbereich Pflanzenwelt des Waldes nutzte Wünsch die so genannte „Waldbox“ des Forstamtes und die diversen Gerätschaften, die zur Waldpflege und -bewirtschaftung benötigt werden und bei Förstern und Waldarbeitern Verwendung finden.

Wünsch verstand es auch, all die Infos in spielerische Elemente zu „verpacken“. Probleme des Forstes wie den Borkenkäfer und das Absterben von bestimmten Bäumen durch Schädlingsbefall oder Hitze vergaß er nicht. Der Borkenkäfer treibt auch im Hausener Wald sein Unwesen, gefährdet den Bestand an Fichten. Die krabbelnden Tiere seien alles andere als „herzig“, meinte der Forstmann und sagte, dass durch den Borkenkäfer der Wald mittelfristig sein Erscheinungsbild verändern werde.

Auf die besorgte Frage aus der Kinderschar, ob der Wald verschwinden werde, wusste Wünsch glücklicherweise eine beruhigende Antworten. „Nein, es wird nur viel weniger Nadelbäume geben, dafür aber mehr Laubbäume wie die Buchen und Eichen, die wir vorhin ja kennen gelernt haben.“

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