Hausen im Wiesental Das Gedeihen der Natur steht im Mittelpunkt

Der Waldaktionstag mit Revierförster Sven-Hendrik Wünsch und seinen Hunden Molly und Mecki ist bei den Kindern sehr beliebt.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Foto: Ralph Lacher

Hausen (os). „Ich hatte schon immer eine recht gute Beteiligung bei meinen Beiträgen zum Hausener Ferienspaß-Programm. Dass ich mit 27 Kindern dieses Jahr Rekordbeteiligung hatte, zeigt, dass Natur und Draußen-Sein wichtig sind und geschätzt werden. Gerade in Corona-Zeiten“, sagte Revierförster Sven-Hendrik Wünsch im Hausener Forst am Niederberg.

Positiv überrascht war der Forstmann auch davon, wie angeregt und interessiert die Kinder Fragen zur Thematik Wald stellten.

Doch der Reihe nach: An jenem sommerlich schönen Nachmittag hießen Wünsch, seine ihn unterstützenden zwei Töchter und die Hunde Molly und Mecki 27 Kinder sowie einige sie begleitende Mütter beim Tennisheim willkommen. Von dort ging es nach dem Startsignal von Wünschs Jagdhorn im gemeinsamen Fußmarsch durch den Forst zu einer Lichtung am Niederberg, von wo aus man nicht nur einen tollen Blick über Hausen, sondern auch weiter Richtung Fahrnau und Schopfheim hatte, sondern wo sich auch die so genannte „Waldbox“ der Forstverwaltung befindet.

Wünsch erzählte dann auch anhand der Waldbox-Gerätschaften über die Pflanzenwelt, die Flora des heimischen Waldes. Anschaulich und kindgerecht informierte er zur Waldbewirtschaftung, zur Arbeit der Forstleute, für die wie auch für die Jäger die Natur und ihr bestmögliches Werden und Gedeihen im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stehe.

Noch breiteren Raum als die Pflanzen, die man später auch mittels Blättern und Rindenstücken bestimmte, nahm die Tierwelt ein. Damit das so richtig anschaulich wurde – Wildtiere sind bekanntlicherweise scheu –, hatte Sven-Hendrik Wünsch im Vorfeld des Aktionstages zur Veranschaulichung einen „Pirschpfad“ angelegt.

Auch hier wies der Forstmann auf die Verantwortung der Jäger für das natürliche Gleichgewicht im Wald hin. Jagen bedeute Erhalt und Schutz des passenden Wildbestandes. Wildschweine etwa vermehrten sich stark und könnten dann Schäden anrichten. Gewisse Probleme bereiten können auch Rehe, etwa dann, wenn sie frisch gepflanzte Waldbäume anknabbern. Dem beuge man durch entsprechende „Schutzhüllen“ um die Baumsetzlinge vor, erklärte Wünsch.

Das so genannte Aufforsten, so erfuhren die Teilnehmer, sei in den letzten Jahren vermehrt eine Aufgabe im Forst. Auch in Hausen treibe der Borkenkäfer sein Unwesen, gefährde den Bestand an Fichten. Die krabbelnden Tiere seien alles andere als „herzig“, meinte der Forstmann und sagte, dass durch den Borkenkäfer der Wald mittelfristig sein Erscheinungsbild verändern werde. „Verschwinden wird der Wald aber ganz sicher nicht, nur etwas anders aussehen“, machte der Förster auf besorgte Fragen aus der munteren Schar deutlich. Es werde weniger Nadelbäume geben, dafür aber mehr Laubbäume wie die Buchen und Eichen, sagte Wünsch. Beim Abschied nach drei kurzweiligen Stunden freute sich Wünsch über strahlende Kinder und deren Wunsch, er möge auch nächstes Jahr ein solches Ferienspaß-Angebot im Hausener Wald machen.

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