Hausen im Wiesental Das Potenzial vor Ort nutzen

Markgräfler Tagblatt, 04.08.2013 23:01 Uhr

Hausen. Welche innovativen Möglichkeiten gibt es, das Literaturmuseum Hebelhaus Hausen für Schüler attraktiv zu machen? Wie können die zentralen Themen um und die Literatur von Johann Peter Hebel spannend, modern und nachhaltig vermittelt werden? Konkrete Antworten auf diese Fragen entwickelten sieben Seminarteilnehmer am Institut für deutsche Sprache und Literatur der PH Freiburg unter der Leitung von Ursula Elsner.

Das Seminar fand im Sommersemester erstmals im Rahmen des Projekts „Das Literaturmuseum Hebelhaus Hausen als innovativer außerschulischer Lernort“, das unter anderem durch den Innovationsfonds Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert wird, statt. Es wurde von der Gemeinde Hausen sowie der Pädagogischen Hochschule unterstützt und von der Museumspädagogin Heike Kramer betreut.

Zur Entwicklung ihrer Ideen haben die Studierenden neben den wöchentlichen Veranstaltungen in der Hochschule vor allem das enorm wertvolle „Vor-Ort-Potenzial“ genutzt, um sich eingehender mit Johann Peter Hebel (1760-1826) und seinem Werk zu befassen sowie die Region Wiesental und ihre Menschen kennen zu lernen. Mit Schülern unterschiedlichen Alters aus der Nachbarschaft haben sie das ehemalige Elternhaus Hebels und heutige Literaturmuseum in Hausen erkundet, eine fachkundige und begeisternde Führung von Klaus Brust, ehemaliger Rektor der Grund- und Hauptschule Hausen, erhalten, das Hebelfest am 10. Mai miterlebt und durch den literarischen Rundgang in Basel mit Albert M. Debrunner, Mitglied der Basler Hebelstiftung und Gymnasiallehrer, auf Hebels Spuren wandeln dürfen.

Ein Höhepunkt war der Empfang von Cornelia Schefold-Albrecht und der Einblick ins Hebel‘sche Geburtshaus direkt am Rhein. Immer mit dabei: Mikrofone und Aufnahmegeräte, die mit Unterstützung der Medienpädagogin Monika Löffler vom Institut für Medien in der Bildung der PH fachgerecht zum Einsatz kamen. So konnten Fragen, Stimmungen, Meinungen und Fachkundiges festgehalten werden. Alles zusammen wurde nach und nach zum Stoff für die kreativen Ideen.

Bei besonders heißen Temperaturen kamen die Studierenden am Ende der Vorlesungszeit ein letztes Mal in das Hebelhaus, um ihre Ideen interessierten „Gasthörern“ beziehungsweise Kooperationspartnern des Projekts unter Anleitung ihrer Dozentin vorzutragen. Es ergaben sich fruchtbare Interaktionen und Gesprächsrunden zwischen den Studierenden und den Vertreter der Lehrerschaft umliegender Schulen, Hermann und Dorothee Lederer von der Montfort-Realschule Zell sowie Klaus Brust und anfänglich auch Martin Bühler als Hebelhausexperten mit Ursula Elsner und Heike Kramer. Dabei wurden die Ideen durch wertvolle Kommentare und Hinweise ergänzt, auf Praxistauglichkeit geprüft und somit weitergesponnen mit folgender Quintessenz:

Nach einer Tablet-gestützten Einführung in die Ausstellung können in einer vertiefenden Phase etwa die Alemannischen Gedichte in Jugendsprache übersetzt, theatralisch inszeniert, als Spiele und Hörbücher umgesetzt, musikalisch ergründet und schließlich multimedial präsentiert und in einem Hebelhaus-Fundus (materiell und digital) gesammelt werden – so ein aus den Ideen und Gesprächen abstrahierter zusammenfassender Ansatz, der in das Gesamtkonzept für das Programm im Lernort Hebelhaus eingebettet ist.

Während der seminarinternen Runde wurde deutlich: Die Ideen sind mit der Projektentwicklung seit Beginn des Vorhabens „Lernort Hebelhaus“ am 1. März kreativ mitgewachsen, was vor allem Projektleiterin Heike Kramer freut. Ursula Elsner resümierte: „Der Aufwand hat sich gelohnt. Der Blick über den Tellerrand der Hochschule ist ungemein wertvoll.“ Auch die Studierenden betonten, dass sie bei solchen Seminaren viel für ihren Lehrerberuf lernen.