Hausen im Wiesental „Der Biene muss es gut gehen“

Kleines Wiesental - Auf großes Interesse bei den Imkern im Kleinen Wiesental stieß der Vortrag des Völkerkundlers und Imkermeisters Horst Rosewich im Kulturhaus Ried.

Rosewich ist seit 30 Jahren Vorsitzender des Imkervereins Ried (Ortenau), dessen Mitgliederzahl sich unter seiner Führung von 33 auf 50 erhöht hat. Seit 1982 betreibt er die Bienenzucht. In seiner Magisterarbeit beschäftigte er sich mit der Kultur der Bienenhaltung auf Java.

Die Bienenzucht ist keine Erfindung der Neuzeit. Erste fossile Funde von in Bernstein konservierten Bienen stammen aus einer Zeit, die 50 Millionen Jahre zurückliegt. Die Griechen und Römer beschäftigten sich wissenschaftlich mit den Bienen. Aristoteles baute zum Beispiel einen durchsichtigen Bienenkasten.

Welchen großen Stellenwert das Nahrungsmittel Honig seit jeher hatte, weiß man, wenn man die bedeutenden Bücher der Weltreligionen studiert. Als verheißungsvoll gilt beispielsweise das „Land in dem Milch und Honig fließt“ (Bibel). Zeus bekam als kleines Kind Ziegenmilch und Honig. „Honig wird mit dem Guten, Süßen und Reinen verbunden“, stellte Rosewich fest.

Nur eine Königin wird toleriert

Der Ethnologe sagte, dass man als Imker dann erfolgreich ist, wenn es der Biene gut geht. „Deshalb füttere ich etwas Honig an das Volk. Man sollte nicht zu knauserig mit dem Futter sein“, betonte er.

Das Bienvolk wird angeführt von einer Königin und besteht aus 5000 bis 30 000 Arbeitsbienen sowie 100 bis 1000 Drohnen, den männlichen Bienen. Die Königin hat einen längeren Hinterleib und wird bis zu fünf Jahre alt. Sie bekommt in größeren Mengen den Futtersaft Gelée royale, der sie zur Königin werden lässt. Taucht eine zweite Königin auf, wird sie umgebracht.

So wie andere Insekten finden auch die Bienen schwierigere Bedingungen in der Natur vor. „Es sind kaum noch natürliche Nisthöhlen vorhanden, und auch die Varoamilbe setzt den Tieren zu“, sagte Rosewich.

18 Prozent Wassergehalt sind erlaubt

Der Referent geht noch auf den Unterschied von Blütenund Waldhonig ein.

„Wenn Bienen Nektar von Blütenpflanzen sammeln, entsteht daraus Blütenhonig. Waldhonig entsteht anders. Wenn Honigläuse Blätter stechen, nehmen sie Siebröhrensaft auf und scheiden ihn danach aus. Die Bienen nehmen diesen auf und sammeln ihn in ihren Waben.“

„Schöner Honig“, so der Wirtschaftsmeister Fachrichtung Bienen weiter , „hat einen Wassergehalt von 14 bis 16 Prozent.“ Erlaubt sind laut Deutscher Imkerbund 18 Prozent.

Essbar sind auch die Blütenpollen, die man, so Rosewich, in Yoghurt auflösen oder einspeicheln sollte.

In früheren Zeiten hatte das Bienenwachs einen größere Bedeutung als heute. Bienwachs ist ein von Honigbienen abgesondertes Wachs, das zum Bau der Bienenwaben genutzt wird.

Nicht nur in Kerzen, sondern auch in Salben und Pflegemitteln ist Bienenwachs enthalten.

Eine anderes Produkt ist das Propolis; auch Bienenharz oder Bienenkittharz genannt, eine von Bienen hergestellte harzartige Masse.

Blattknospen sind mit Kittharz überzogen. Diesen sammeln die Bienen an ihren Füßen und spachteln den Bienenkasten damit aus. Propolis wirkt antibakteriell und antiviral.

Die Imkerei sei ein schönes Hobby, so Horst Rosewich. Viele fangen damit erst an, wenn sie in den Ruhestand gehen. „Das ist kein Problem“, so Rosewich. „Und es ist besser als fernsehen.“

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