Hausen im Wiesental „Ein Segen für das ganze Dorf“

Markgräfler Tagblatt

Drei Jahre Bauzeit, drei Millionen Euro an Investitionen, gut zwei Drittel mehr Fläche und damit deutlich mehr Raum auch für zukünftigen Ausbau des Betreuungsangebots in Krippe und Kindergarten: So kann der Tenor der Ansprachen bei der offiziellen Einweihung des Hausener Kindergartens Leuchtturm am Samstagvormittag umschrieben werden.

Von Ralph Lacher

Hausen. Verbunden war die Einweihung für geladene Gäste mit einem anschließenden „Tag der offenen Tür“ mit Besichtigungsmöglichkeiten und Bewirtung durch den Elternbeirat. Den Auftakt des offiziellen Einweihungsaktes überließ Bürgermeister Martin Bühler den Kindern. Diese spielten heiter und doch konzentriert aus ihrer Sicht die Baugeschichte.

Diese ließ anschließend Bürgermeister Martin Bühler Revue passieren, einschließlich der Vorgeschichte. Seit 2013 habe es eine provisorische Kleinkindbetreuung im ehemaligen Hauptschulgebäude gegeben, in der auch Krippenkinder aus Zell betreut wurden. Die stetig steigenden Anmeldezahlen und Wartezeiten auf einen Krippenplatz für Kinder von bis zu sechs Monaten hätten Erweiterungen unumgänglich gemacht, sagte Bühler.

Im September 2016 beschloss der Gemeinderat die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens, am 26. Juli 2018 erfolgte der erste Spatenstich. Nach rund drei Jahren Bauzeit konnte das komplett fertiggestellte Areal im Juni diesen Jahres genutzt werden.

Im Zuge dieser drei Jahre wurden die bereits vorhandene Räumlichkeiten im alten Kindergarten-Gebäudes saniert, teilweise neu gestaltet und um einen zusätzlichen Gruppenraum erweitert. Vollständig neu gebaut wurden Räumlichkeiten für zwei Krippengruppen, eine Mensa für alle Kinder, eine Küche und Personalräume.

Darüber hinaus wurden die Außenanlagen erweitert und neu gestaltet. Dass im Bestand gebaut und – nicht zuletzt aus Kostengründen - auf den Einsatz von Containern verzichtet wurde, habe den Bauhandwerkern ebenso wie dem Kindergarten-Team um Leiter Oleg Stavnicuk einiges abverlangt, sagte Bühler und dankte den Beteiligten dafür.

Zur Kostensituation war vom Bürgermeister zu erfahren, dass die einst bei rund 2,5 Millionen Euro veranschlagten Mittel nicht ausreichten. Die rund drei Millionen Euro an Gesamtkosten wurden durch 1,4 Millionen Euro an Zuschüssen und einem Eigenanteil von 1,6 Millionen Euro getragen. Bühler sagte hochzufrieden, dass das Geld bestens angelegt sei und das Ergebnis der Investitionen alle Widrigkeiten vergessen lasse. Stolz sagte Bühler: „Wer das Areal jetzt sieht, weiß, dass für die Zukunft unserer Kinder bestens gesorgt ist.“

Derzeit werden 75 Kinder in vier Gruppen und eine Krippen-Gruppe mit zehn Kleinkindern betreut. Sobald die Corona-Beschränkungen wegfallen und das benötigte Krippenpersonal rekrutiert ist, soll eine zweite Kleinkindgruppe hinzukommen.

Architekt Harald Klemm vom Architekturbüro Brüderlin und Klemm ließ das Projekt aus planerischer und bauleitender Sicht Revue passieren. Es habe einige Unwegsamkeiten und Verzögerungen sowohl in der Planung als auch in der Umsetzung gegeben, etwa Probleme mit einer nicht aus der Region stammenden Baufirma. Auch Corona und die seit gut einem Jahr auf dem Baumarkt vorherrschenden Material-Engpässe hätten einen schnelleren Bauverlauf erschwert.

Zur architektonischen Gestaltung sagte Klemm, dass die Anbauten an den alten Kindergarten passend zu einem solchen im Baukastenprinzip erfolgten. Insgesamt wurde der ursprüngliche Bestand von 750 Quadratmetern um 500 Quadratmeter erweitert. Die Innen- und die Außenflächen seien flexibel nutzbar, betonte Klemm.

Der Haupteingang sei auch deshalb vom Zweierweg auf die Schul- / Gemeindehalle-Seite verlegt worden, um eine Art Bildungscampus zu schaffen. Bekanntlich will die Gemeinde Hausen noch in diesem Monat die Entwicklung des Kindergartens und der Grundschule zum Kinderbildungszentrum in Angriff nehmen. Im Anschluss an seine Ansprache übergab Harald Klemm den symbolischen Schlüssel aus Gebäck an Bürgermeister Martin Bühler und Kindergartenleiter Oleg Stavnicuk.

In ihrer konfessionsübergreifenden Segnung sprach Pfarrerin Ulrike Krumm auch für ihren katholischen Kollegen Michael Latzel davon, dass Gottes Segen dieses Haus dazu ertüchtigen möge, Stürmen standzuhalten und seine Nutzer vor schlimmer Gefahr zu schützen. Sie war sich sicher, dass der Kindergarten zum Segen für alle, die ihn nutzen, und für das ganze Dorf werde.

Die Feierstunde endete mit einem Umtrunk und Rundgang durch den Kindergarten. Anschließend nutzte die interessierte Öffentlichkeit aus Hausen und Umgebung die Möglichkeit, sich im Rahmen des „Tags der offenen Tür“ ein Bild vom Projekt zu machen.

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