Hausen im Wiesental „Eine klassische Win-win-Situation“

Der Leiter des Markus-Pflüger-Heims in Wiechs, Michael Schreiner, hofft, dass sich die Hausener Bürger am 21. Mai für die Ansiedlung seiner Pflegeeinrichtung im Hebeldorf aussprechen. Foto: Ingmar Lorenz Foto: Markgräfler Tagblatt

„Ich würde es unendlich schade finden, wenn sich die Hausener Bevölkerung gegen uns ausspricht“, sagt Michael Schreiner mit Blick auf den in knapp drei Wochen anstehenden Bürgerentscheid im Hebeldorf.

Schopfheim-Wiechs/Hausen (ilz). Am 21. Mai entscheiden die Hausener darüber, ob der Gemeinderatsbeschluss zum Verkauf des Autokabel-Areals an das Markus-Pflüger-Heim (MPH) aufgehoben werden soll. Schreiner, der das MPH in Wiechs seit Dezember 2014 leitet, sieht in der Möglichkeit, dass das MPH in Hausen ein Heim mit 60 Pflegeplätzen errichtet, vor allem eine gegenseitige Bereicherung. „Das wäre eine klassische Win-win-Situation“, so der Heimleiter. So könne das Hebeldorf auf vielfältige Weise von der Ansiedlung des MPH in Hausen profitieren. Arbeitsplätze würden geschaffen und es stünden Pflegeplätze und eine Tagespflege für die Hausener Bevölkerung zur Verfügung. Abgesehen davon können die Bewohner auch das soziale Leben im Hebeldorf bereichern, etwa durch das geplante Café. Ähnliche Projekte seien in der Vergangenheit mit großem Erfolg umgesetzt worden, so Schreiner, der unter anderem auf den Dorfladen in Kürnberg hinweist, der von Bewohnern der Pflegeeinrichtung betrieben wird.

Aber auch die Bewohner des MPH würden von dem zentralen Standort in Hausen profitieren, da sie dadurch die Möglichkeit einer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hätten. „Man kann sich nicht vorstellen, wie wichtig das für unsere Bewohner ist“, so Schreiner.

Der Heimleiter ist zudem überzeugt, dass die Größe der geplanten Einrichtung für Hausen ideal ist. Die Gegner einer Ansiedlung des MPH hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass das Projekt aus ihrer Sicht überdimensioniert sei. „Eine Pflegeeinrichtung mit 60 Plätzen bewegt sich am unteren Ende von dem, was betriebswirtschaftlich noch darstellbar ist“, so der Heimleiter und Sozialwirt. Auch deshalb hält es Schreiner für mehr als unwahrscheinlich, dass ein privater Investor eine kleinere Pflegeeinrichtung in Hausen errichten würde, was von den Gegnern einer Ansiedlung des MPH wiederholt ins Spiel gebracht worden war.

Neben den wirtschaftlichen Faktoren spielen bei der Diskussion die Ängste der Hausener Bevölkerung eine zentrale Rolle.

Angst prägt die Debatte

Immer wieder wird dabei auf die Nähe der Pflegeeinrichtung zum Kindergarten verwiesen. „Ich nehme das durchaus ernst, wenn sich die Hausener deshalb sorgen“, so Schreiner. Selbstverständlich könne er keine Garantie dafür abgeben, dass nie etwas passieren wird, aber aus Sicht des Heimleiters stellen die Bewohner keine besondere Gefahr dar. „Und was ich versprechen kann, ist, dass wir die Bewohner begleiten und uns um sie kümmern.“ Zudem habe es in Wiechs nie irgendwelche Übergriffe gegeben. Im Gegenteil: Der Kindergarten und das MPH strebten dort sogar gemeinsame Projekte an. Die Nähe zum Kindergarten könne auch dazu beitragen, dass die Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen abgebaut würden. Genau dies wünscht sich Schreiner auch für die Debatte im Hebeldorf, denn bei allem Für und Wider gerate die Würde der Bewohner in Vergessenheit. Denn auch im MPH werde die Debatte genau verfolgt, wie Schreiner betont. „Unsere Leute fragen sich zum Teil, ob man sie für Monster hält.“ Um den Hausenern ihre Ängste zu nehmen, sei der Kontakt zu den Bewohnern des MPH nötig, ist Schreiner überzeugt. Zugleich seien es aber genau diese Ängste, die einen Kontakt erschweren.

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