Hausen im Wiesental Eine Vereinskooperation angeregt

Beim Loipenzentrum startete der Landtagskandidat Jonas Hoffmann (SPD) seine Velotour nach Lörrach.Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Mit dem Fahrrad war Jonas Hoffmann, Landtagskandidat der SPD für die Wahl am 14. März, im Wahlkreis Lörrach unterwegs. Organisiert wurde die Tour von André Huber, SPD-Mitglied und Vorstandsmitglied der RG Hausen-Zell.

Wiesental. Begleitet wurde Jonas Hoffmann auf seiner Tour vom 24-Stunden-Mountainbike-Weltmeister Kai Saaler aus Hasel, der Rümminger Gemeinderätin und SPD-Ortsvereinsvorsitzenden im Vorderen Kandertal, Juliana Bieg, und Eva Saaler.

Die 50 Kilometer lange Tour begann am Nordic Center Notschrei und wurde mit dem Mountainbike oder dem E-Bike zurückgelegt.

Wintersport in der Corona-Pandemie

Auftakt der Tour war am Nordic Center Notschrei. Dort wurde mit dem neuen Geschäftsführer des Loipenvereins, Rene Fleckenstein, über Belange des Wintersports und des DSV-Bundesstützpunkts Ski Nordisch/Biathlon gesprochen. Aufgrund der Corona-Pandemie werden für einzelne Leistungsgruppen Zeitfenster zur Verfügung gestellt.

Angesprochen wurden auch Schäden durch den Klimawandel und entsprechende Umwelt- und Naturschutzprogramme.

Rene Fleckenstein sagte, dass man sehr eng zusammenarbeite mit der Stiftung „Sicherheit im Skisport“, die unter anderem an der Nachhaltigkeit der Einrichtung arbeitet. Es würden nur regionale Baumbestände herangezogen, vorwiegend mit lokalen Partnern zusammengearbeitet und 100 Prozent erneuerbare Energien verwendet.

Klimaschutz rückt immer mehr ins Bewusstsein

Der nächste Halt war bei den Elektrizitätswerken Schönau (EWS). Von Sebastian Sladek, Vorstandsmitglied der Genossenschaft EWS Schönau, erhielt die Gruppe eine Führung durch die Räumlichkeiten unter anderem durch den Neubau, der vor ungefähr einem Jahr eingeweiht wurde, aber aufgrund der Pandemie nicht vollumfänglich genutzt werden kann. Sladek sagte, dass Klimaschutz und Energiewende immer mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken würden, wie man an Bewegungen wie Fridays For Future sehen könne. Grünes Wachstum allein würde die Energiewende aber nicht möglich machen, darin waren sich Sladek und Hoffmann einig. Es brauche auch einen gesellschaftlichen Reflexionsprozess, in dem grundlegend die Einstellung zu Konsum überdacht werde.

Das Ehrenamt in der Gegenwart

Bei der Turn- und Festhalle in Hausen traf sich die Gruppe mit Vorstandsmitgliedern des TV Hausen. Romina Eichin und Kristina Städele berichteten über die Herausforderungen im Ehrenamt und die Schwierigkeiten bei der Suche nach Übungsleitern.

In den vergangenen Jahren habe er die Chance gehabt, mit verschiedenen, im Ehrenamt tätigen Menschen ins Gespräch zu kommen. So gut wie alle, so Hoffmann, stünden vor den gleichen Problemen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel einhergehen.

Häufig sei es noch die ältere Generation, die das Vereinsleben wirklich als Gemeinschaftsleben wahrnehmen, sagte Romina Eichin. Doch es wäre schade, wenn mit zunehmend fehlender Bereitschaft Kinder nicht mehr in Vereinsstrukturen aufwachsen können.

Ganz wichtig für die Zukunft ist laut Hoffmann, dass das Ehrenamt und die Arbeit in Vereinen nicht als Dienstleistung angesehen werden. Übungsleiter und Vorstand seien keine Jobs, wovon man leben könne. Und viele wollten auch das Risiko nicht eingehen, das mit der Verantwortung als Übungsleiter einhergeht.

Ein Lösungsansatz könnte laut Hoffmann sein, dass die Vereine ortsübergreifend kooperieren, ihre Übungsleiter austauschen und miteinander Fortbildungsangebote organisieren. Auch müssten Arbeitgeber wirklich in die Pflicht genommen werden, ihre Arbeitnehmer für die Jugendarbeit freizustellen.

Bunte Kunst in der „Brigde Gallery“

Die vierte Station war ein ungewöhnlicher Ort für einen Wahlkampftermin – einen der 60 Pfeiler der Autobahnbrücke, die über Lörrach führt. Dort ließ es sich der Graffiti-Künstler André Morgner, besser bekannt als „Boogie“, nicht nehmen, an der sogenannten Bridge Gallery seine Kreativität freien Lauf zu lassen. Mit einem in Regenbogenfarben gestalteten Schriftzug und dem Zusatz „Menschenrechte statt rechte Menschen“ wollte Morgner zum einen auf die Rechte der LGBT-Community aufmerksam machen sowie eine klare Position gegen rechts beziehen. Jonas Hoffman war laut Pressemitteilung bei diesem Treffen beeindruckt von den künstlerischen Fähigkeiten des Sprayers und froh einen Mitstreiter gefunden zu haben, wenn es darum geht sich für eine offene und tolerante Gesellschaft stark zu machen. Einer Meinung waren sich die beiden, den Standort Bridge Gallery zu stärken und erneut zu versuchen, internationale Künstler nach Lörrach zu holen.

Gastronomie in Zeiten der Pandemie

Die Gruppe beendete die Tour bei Azadeh Falakshahi und Florian Frey. Seit gut zwei Jahren sind die Gründer von „Herman ze German“ wieder in Lörrach. Mit ihnen sprach Hoffmann über das letzte Jahr mit Corona und Brexit in London und Lörrach und die Situation der Gastronomie in Pandemiezeiten.

Beide berichten, dass die Ungewissheit mit Brexit und Pandemie sie schlussendlich dazu bewogen habe, sich aus London zurückzuziehen und alle fünf Läden dort zu schließen. Doch sie glauben nicht, dass die Gastronomie in der Lörracher Innenstadt so leiden wird. Ihre Erfahrung im Sommer habe gezeigt, dass die Leute kommen.

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