Hausen im Wiesental Frühlingsgedichte: Die Heimat als Wegweiser

Beim Vortragsabend der Muettersproch-Gsellschaft im Hebelhaus erfreuten die Sängerinnen Christa Heimann (links) und Anita Möhring mit ihren Liedbeiträgen. Foto: Klaus Brust Foto: Markgräfler Tagblatt

Hausen (kb). Ein erwartungsvolles Publikum saß an schön dekorierten Tischen im Hebelhaus. Die Muettersproch-Gsellschaft, Gruppe Wiesental, hatte eingeladen, und viele kamen aus nah und fern.

Vorsitzende Heidi Zöllner konnte sogar den Vorsitzenden des Bundes Heimat und Volksleben, Alfred Knauber, aus Zell begrüßen. Die beiden Gestalterinnen des Abends, Christa Heimann und Anita Möhring, waren in Markgräfler Tracht erschienen - passend zu ihren Gesangs- und Gedichtvorträgen, bei denen Heimat, deren Menschen und Kultur und die Jahreszeiten im Mittelpunkt standen und die Herzen anrührten.

Mit ihren ersten Liedbeiträgen „Lieblichi Heimet, mi Markgräfler Land“ und „Zyt isch do“ wurde der Frühling besungen und willkommen geheißen. Gitarrenbegleitung von Anita Möhring, ihr Gesang und die Stimme von Christa Heimann ergänzten sich wohltuend, gleich ob ein- oder zweistimmig.

Die in Kandern lebende und aus Sitzenkirch stammende Dichterin Christa Heimann begann mit Gedanken, Empfindungen und Erfahrungen über den Frühling, alle in echtem Alemannisch vorgetragen.

Sie nahm die beifallsfreudigen Zuhörer an die Hand, führte sie in die schönste Zeit des Jahres, ob als träumendes Kind oder sehnsüchtiger Erwachsener, beobachtete genau das Erwachen der Natur, das Rauschen im Quellengrund. Sogar Liebeserklärungen und – Lieder vom Vergehen des Grases bis zum Schweigen und Hören auf die Ewigkeit waren Thema. Mit den Liedern vom „Sunnetanz“, der von einem Schmetterling handelte, und mit „Der Knabe im Erdbeerschlag“ endete dieser Programmteil.

Aus ihrem neuesten Buch „Auf den Flügeln der Zeit“, alle Gedichte in hochdeutscher Sprache, las Christa Heimann und konnte ebenfalls begeistern. Die eigentlich recht bodenständige Dichterin stellte den Begriff „Heimat“ in das Zentrum ihrer Betrachtungen und erläuterte in trefflichen Reimen, was aus ihrer heiteren Kindheit geblieben sei, die sie mit allen Sinnen erfahren habe.

„Wo ist die Zeit geblieben?“ fragte sie und meinte, sie trage Licht in die Zukunft und gebe Glück im Dasein. Heimat, so eine weitere Aussage, könne Wegweiser sein. Sonette und Haikus waren Ausdrucksweise der Gefühle und gipfelten in lustigen Versen zur Frühjahrsmüdigkeit.

Bei den alt vertrauten Volksliedern „Wahre Freundschaft“ und „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ sangen die Zuhörer kräftig mit. Im dritten Teil ihrer Lesungen ging Christa Heimann auf das Wandern, das Staunen im Zaubergarten Natur und die Dankbarkeit für das Leben ein.

Tiergeschichten und Erinnerungen aus ihrem Tagebuch, in dem Vergangenes zur Gegenwart wurde, rundeten die Darbietungen ab. Als gar noch Gerhard Jungs bekanntes Lied „Rutsch e bizzeli nöcher“ und der „Bajazzo“ erklangen, waren sich alle einig, zwei wunderschöne Stunden miterlebt zu haben.

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