Hausen (cb). Zum letzten Gruppenabend vor den Sommerferien konnte die Vorsitzende der Muettersproch-Gsellschaft, Gruppe Wiesetal, Heidi Zöllner, im Hebelhaus Erhard Zeh aus Haltingen begrüßen. Der 67-jährige Sänger und Chorleiter überraschte die Zuhörer mit dem Bekenntnis, ein Franke zu sein. Mit „Wälderalemannisch“ und „Beamtenbadisch“ konnte er sich immer verständlich machen, erklärte Erhard Zeh schmunzelnd.

Der Gitarrist und ausgezeichnete Sänger umriss in seinem ersten Beitrag, was zum Alemannischsein gehöre: das Beieinandersitzen bei Lied und Gesang, das Verstehen, der Wälderspeck, der Wein und die Freude am Zufriedensein. Eine Tour durchs Markgräflerland entpuppte sich als Wirtshausreise und spannte den Bogen von „Z’Müllen an der Post“ über den „Pflug in Holzen“ mit seiner „Zwiebele­waie“ bis zum „Storchenwirt in Kandern“ mit seinen „Chuttle“ und einem Loblied auf „Adelhuuse“.

Vor allem stellte Erhard Zeh seinen mit 39 Jahren allzu früh verstorbenen Freund Roland Hofmaier in den Mittelpunkt seiner Vorträge, der seine Themen auf der Straße und in seinem Umfeld erspürte und von vielen wegen seiner Bescheidenheit große Wertschätzung erlangt hatte. Die Hommage an den Liedermacher gestaltete Erhard Zeh mit einem Gang durchs Leben und die entscheidenden Altersstufen. Sprüchlein gab es für einen kummervollen Sechsjährigen, den seine Mutter tröstete, weiter ging es mit der erlebten Fleischkäsballade oder dem „Morgendrama“ im ehelichen Miteinander oder den Erfahrungen eines 40-Jährigen, abgerundet mit einigen auflockernden Anekdoten und Geschichten. Roland Hofmaiers Witwe Elli war anwesend und ergänzte manche Vorkommnisse und Begebenheiten.

Im Laufe des Abends wurde deutlich, dass viele Lieder von Frank Dietsche („Schittli spalte“), Roland Hofmaier („Im Wiesedal so schwätze mir“) und Uli Führe („Glunki, Halunki“) bereits Volksliedcharakter erworben haben und durch ihre Fröhlichkeit, Einfachheit und Heiterkeit den Menschen ans Herz gewachsen sind.

Welchen Humor die Alemannen besitzen, zeigte Erhard Zeh an Texten von Werner Richter und Anekdoten von einer Pfarrerin, die den Dialekt nicht verstand.

Das Heimweh ins Markgräflerland wurde mit Bildern und Vorstellungen eines Heimkehrers nach sechs Jahren im Ausland markiert, der sich immer die Gutedelreben, die Isteiner Schwellen, die Hasler Höhle, den Blauen im Abendsonnenschein, den Zibertlischnaps oder das Tüllinger Kirchlein im Gedächtnis bewahrt hatte. Dazu passte auch das Lied „De lieb Gott, der het e große Zoo“, in dem sich etwa ein Chaib, ein Trampeltier, ein Tscholi, eine blöde Kuh und ein dummes Huhn, also alles Zweibeiner, tummelten.

Mit Liedern aus der Schweiz waren Franz Hohler und Manni Matter vertreten. Nachdenkliche Töne im Gedenken an den Ersten und Zweiten Weltkrieg mit dem Lied „Lauf, Rössli, lauf“ von Roland Hofmaier mutete Erhard Zeh ebenfalls seinen Zuhörern zu. Abendlieder, fein und leise vorgetragen, rundeten die vorwiegend heiteren Stunden ab, wobei „Guete Nacht, liebs Schätzle“, „Bim Mondschin“ und „Guet Nacht mitenander“ besonders gefielen.

Die Gage des Abends gibt Erhard Zeh an einen ehemaligen Schüler aus Wehr weiter, der ein Waisenhaus für behinderte Kinder in Argentinien leitet.