Hausen im Wiesental „Gemeinsam für Frieden eintreten“

Jutta Wenz
Die Hebelmusik Hausen spielte unter Leitung von Jean Chris­tophe Naas. Foto: Jutta Wenz

Auf dem Friedhof vor dem Ehrenmal hatten sich am Volkstrauertag Bürger und eine Ehrenwache der Freiwilligen Feuerwehr eingefunden. Mit ihrer Anwesenheit setzten sie ein Zeichen gegen das Vergessen. Bürgermeister Martin Bühler hielt die Ansprache, gleichzeitig seine letzte als Bürgermeister. Die musikalische Umrahmung gestaltete die Hebelmusik mit den Chorälen „Über den Sternen“ und „Ich hatt’ einen Kameraden“.

Von Jutta Wenz

Hausen. In seiner Gedenkansprache stellte Bühler die Frage, was Krieg bedeute. Zur Verdeutlichung von Krieg und seinen Folgen las er die Namen der 152 Hausener Bürger vor, die in den beiden Weltkriegen gestorben sind. Fast alle Familien im Dorf seien betroffen gewesen.

Den Weg zum Frieden könne man nirgendwo besser starten als auf einer Kriegsgräberstätte, sagte der Präsident des Volksbunds deutscher Kriegsgräberfürsorge, Wolfgang Schneiderhan. Auf dessen Geleitworte bezog sich Bürgermeister Bühler im ersten Teil seiner Rede. Mit dem Angriff auf die Ukraine seien das Völkerrecht und alle Regeln der Nachkriegsordnung in Europa gebrochen worden.

„Aggression dürfen wir nicht hinnehmen“

In diesem Jahr werde der Menschen in der Ukraine besonders gedacht. Das Mitleid gelte aber auch den getöteten russischen Soldaten, die dem verbrecherischen Krieg nicht ausweichen konnten und oft sogar mit einer falschen Wahrheit in die Pflicht genommen worden seien, so Bühler.

Der Gedenktag gebe auch Anlass nachzudenken und besonnen, aber entschieden tätig zu werden. „Aggression dürfen wir nicht hinnehmen, und wir müssen daran erinnern, dass wir gemeinsam in Europa für Menschenrechte, Frieden und Freiheit eintreten.“ Der Volkstrauertag gebe den Menschen einen Handlungsauftrag, sich aktiv für eine friedliche Gegenwart und Zukunft einzusetzen. Ein jeder an dem Platz, an dem es möglich sei.

Bühler ging besonders auf die aktuelle Flüchtlingswanderung insbesondere nach Deutschland ein. Angesichts der Krisen und langen Kriege wie in Syrien, im Iran und in manchen Ländern Afrikas werde immer wieder bewusst, wie wichtig das Eintreten für einen Frieden ist, der Freiheit und Unabhängigkeit sichere – und dass dafür Solidarität sowie Unterstützung und Mithilfe gefordert sei.

„Es gilt, die Grundwerte zu erhalten“

Man stehe vor schwierigen und anstrengenden Aufgaben. Sorgen und Ängste sollte man mit Zuversicht und Kraft und in Kenntnis der Leistungsfähigkeit angehen. Die Grundwerte gelte es zu erhalten, zu sichern und mit friedlichen Mitteln immer wieder neu zu erkämpfen. Nur so lasse sich Frieden schaffen und dauerhaft sichern.

Der Grundstein für ein friedliches Zusammenleben werde in der Gemeinde Hausen selbst gelegt. Hier lebe man gerne und fühle sich wohl. Dies solle auch für die Menschen gelten, die zuziehen.

Gemeinsam gesetzte Ziele seien nur im engagierten gemeinschaftlichen Zusammenwirken tatsächlich zu erreichen, was wiederum die Zusammengehörigkeit stärke und Integration ermögliche. Dies bedinge, die von vorhergehenden Generationen mit viel Fleiß, Anstrengung, Liebe und Gemeinschaftssinn geschaffenen Werte zu erhalten und auch weiter zu entwickeln, sagte Bühler.

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