Hausen im Wiesental Heimat-Sänger waren in Hochform

Jeannot (links) und Christian Weißenberger bei ihrem Auftritt im Hebelhaus. Foto: Klaus Brust Foto: Markgräfler Tagblatt

Einen „Muettersprochobe“ der besonderen Art erlebten die zahlreichen Besucher, darunter auch einige Fans von nah und fern, am Donnerstag im Hebelhaus, veranstaltet von der ­„Muettersproch-­Gsellschaf­­t­, ­Gruppe Wiesetal“, um Heidi Zöllner.

Hausen (cb). Zu Gast waren die weithin bekannten „Knastbrüeder“, zwei echte Wiesetäler, der 64-jährige Jeannot und der 45-jährige Christian Weißenberger, beide Grafiker und wohnhaft in Schopfheim. Wie unbeteiligt und „cool“ stehen die beiden vor ihrem erwartungsvollen Publikum, greifen zur Gitarre, spielen gekonnt drauf los und legen schon mit ihren ersten Liedern ein Bekenntnis zur Heimat und zur alemannischen Sprache ab. Dabei ist die Rede von Speck, Kutteln, Mehlsuppe und Gutedel, vom Wiesental, Dinkelberg und vom Rhein bei Basel, den glänzenden Matten und den Chilleglocken im Refrain „ja, dört bin i deheim.“

Den beiden Sängern nimmt man sofort ab, dass sie die „Linzertorte“ nicht gegen Mexiko, die Copacabana oder Afrika eintauschen würden und das Röttler Schloss für sie der Eiffelturm sei - damit geben sich beide als sehr bodenständig. Am deutlichsten kamen die Lebensfreude, das Lebensgefühl und die Liebe zur Heimat zum Ausdruck mit der Aussage „Hochdütsch kann jeder, Alemannisch könne nur mir.“ Zwischen den Liedern streute Jeannot Weißenberger deftige Witze und unterhaltsame Anekdoten aus dem Wehra-, großen und Kleinen Wiesental ein und löste herzhaftes Lachen aus.

Musikalisch vielseitig präsentierten sich die „Knastbrüeder“ mit ihren Vorbildern Hubert von Goisern und Polo Hofer, rockigen Klängen, die ins Blut und unter die Haut gingen. Dazwischen gab es auch sozialkritische Texte von Otto Bürgelin. Zu Hochform liefen Jeannot und Christian auf, wenn sie Erlebnisse vom „Wucheend in Bölle“, dem Casinobesuch in Basel („Mi Geld isch weg“) oder von der Einkehr im „Goldenen Löwen“ („I bin versackt letzti Nacht“) zum Besten gaben oder eine alemannische Liebeserklärung an die Frauen in Kurzform.

Für Heiterkeit sorgte das Lied von den „zwei Buebe usem Kleine Wiesedal“, die zwar „d’Maidle bis Neueweg“ kennen, aber ihre Schwierigkeiten in der Großstadt Schopfheim haben. Witzig und humorvoll kamen die sprachakrobatischen Übungen bei „de Schnegg muss weg“ oder „Is de Hai dehei“, einer Geschichte von Fuchs, Hai und Elefant, bei den Zuhörern an.

Nicht unerwähnt bleiben soll der Vortrag über den „Krieg gege d’Schwiz“, der in Lörrach-Stetten für Jeannot überraschend und vorzeitig zu Ende ging. Die beiden urigen Wiesentäler stimmten auch Lieder zum Mitsingen an wie „Stiefele muss sterben“ oder „In Muetters Stübele“ und sangen ein politisches Loblied auf ihre „Dorothea“, wobei ihr Herz einen „Gump“ macht, wenn ihr B ild in der Zeitung erscheint.

 Erst nach drei Zugaben durften die Sänger ihren Auftritt beenden, für den es verdienten Beifall und eine Flasche mit „Söckchen“ gab.

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