Hausen im Wiesental Hohe Energiekosten: So spart Hausen

Zoë Schäuble

Seit dem 1. September werden in den öffentlichen Gebäuden der Gemeinden rund um Schopfheim sukzessive Maßnahmen zur Einsparung von Energie geprüft und umgesetzt. Auch in Hausen soll der Verbrauch gesenkt werden, erklärt Bürgermeister Martin Bühler im Gespräch mit unserer Zeitung.

Von Zoë Schäuble

Hausen. Grundlage für die Einsparungen sind die Energiesparverordnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, die ab dem 1. September beziehungsweise 1. Oktober umzusetzen sind. In den beiden Verordnungen enthalten sind konkrete Maßnahmen zur Energieeinsparung für die kommende Heizperiode – sie richten sich an die öffentlichen Körperschaften sowie Unternehmen und private Haushalte mit dem Ziel, Gas einzusparen und die Stromverbräuche zu senken.

Einsparungen vorantreiben

In den Bereichen Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und Strom setzt die Gemeinde Hausen bereits einige Maßnahmen um, weiß Bühler. „Wir haben für das Rathaus für alle Räume Thermometer beschafft und regeln die Heizung entsprechend an den Thermostaten.“

In der Verordnung ist unter anderem festgesetzt, dass die Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden auf maximal 19 Grad begrenzt wird. Bühler erklärt: „Bei Dienstende und an den Wochenenden wird die Temperatur noch einmal deutlich reduziert – auf ein Minimum von 14 bis 16 Grad.“                              

   Auch werden die Sitzungszimmer und wenig genutzte Räume nur bei Bedarf geheizt, ansonsten werde der Frostwächter eingestellt.

In Einzelfällen, also beispielsweise dann, wenn die Verwaltungsmitarbeiter keinen Kundenkontakt haben, können diese zudem aus dem Homeoffice arbeiten, sagt Bühler. Auch das spare Strom. An Brückentagen und voraussichtlich auch in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr wird das Rathaus zeitweise ganz, oder aber bestimmte Bereiche geschlossen.

Auch im Hausener Hebelhaus wird die Heizung runtergedreht. „In der Ausstellung im Ober- und Dachgeschoss wird das Heizen sehr reduziert – selbst an den Öffnungstagen wird die Temperatur lediglich auf 17 oder 18 Grad reguliert“, führt der Bürgermeister aus. Ähnlich sieht es im Veranstaltungsraum im Erdgeschoss aus. Auch hier werde lediglich bei Veranstaltungen oder Trauungen geheizt – dann aber auf die vorgegebenen 19 Grad.

Warmwasser spart die Gemeinde nach Möglichkeit

Auch Warmwasser spart die Gemeinde Hausen nach Möglichkeit: „In den öffentlichen Gebäuden haben wir sowieso kaum Warmwassernutzung, deshalb sind dort keine Einschränkungen vorgesehen“, präzisiert Bühler. In der Verordnung heißt es dazu, dass Warmwasser überall dort, wo es lediglich dem Händewaschen dient, abgeschaltet werden muss.

Nach dem Training in der Hausener Halle duschen können die Sportler aber trotzdem – „die Dusche ist zwischenzeitlich an das Nahwärmenetz angeschlossen“. Auch hieraus, sagt Bühler, ergebe sich schon eine deutliche Einsparung.

Die Verordnung schreibt außerdem das Abschalten der nächtlichen Außenbeleuchtung an gemeindlichen Gebäuden, Kirchen und Baudenkmälern vor, lediglich die Sicherheits- und Notbeleuchtung bleibt bestehen. Hausen zieht mit: „Das Rathaus ist nach Dienstschluss immer schon unbeleuchtet und wird auch nicht angestrahlt.“ Allerdings hat die Gemeinde im Frühjahr am Hebelhaus eine LED-Leuchte für die Fassadenanstrahlung installiert – „diese wird ausbleiben müssen“, meint der Bürgermeister.

Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt

Dass die Gemeinde aber nicht nur aufgrund der Folgen des Ukraine-Kriegs Energie sparen will, zeigt sich bei der Straßenbeleuchtung. „Die Straßenlaternen wurden schon vor Jahren vollständig auf energiesparende Leuchten umgestellt.“ Die Nachtabsenkung erfolge auch unabhängig vom Sparplan immer schon auf 50 Prozent. „Damit sind die Sicherheitsvorschriften eingehalten“, stellt Bühler klar.

Ganz auf Beleuchtung verzichten wolle die Gemeinde aber nicht. Traditionell stellt Hausen zur Weihnachtszeit nur drei oder vier beleuchtete Weihnachtsbäume im Ort auf – und daran wolle sie auch festhalten, besonders in diesen Zeiten: „Ein kleines Licht in der Weihnachtszeit ist das, ein Zeichen der Hoffnung.“ Auch mit dem Adventsfenster, das an Heiligabend im Hebelhaus eröffnet wird, verfährt die Gemeinde so. „Dort ist eine LED-Leuchte mit Zeitschaltuhr eingesetzt.“

Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden hat Hausen bislang nicht installiert. Bei den vielen laufenden Projekten bestünden dahingehend derzeit keine Kapazitäten in der Verwaltung. Auf lange Sicht für Einsparungen sorgt unter anderem die Sanierung von öffentlichen Gebäuden. Bühler: „In Hausen wurde der Kindergarten generalsaniert und energetisch auf den neuesten Stand gebracht.“

Heizzentrale ist in Betrieb

Dass die Gemeinde Hausen bestrebt ist, Energie zu sparen, schlägt sich auch in der Installation des Nahwärmenetzes nieder, erklärt Bühler. Kürzlich wurde die Heizzentrale des kleinen Nahwärmenetzes in Zusammenarbeit mit den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) in Betrieb genommen. Daran angeschlossen sind die öffentlichen Gebäude im Bereich Bürgerzentrum, also auch die Schulen und der Kindergarten. „Außerdem konnten das Pflegeheim und mehrere Wohnhäuser angeschlossen werden“, sagt der Bürgermeister.

Derzeit befinde man sich in Vorplanungen für ein größeres Nahwärmenetz.

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