Hausen im Wiesental Herschaftssymbol der Narren

Der Fanfarenzug aus der Nachbarschaft Zell intonierte im Wikinger-Kostüm „Sweet Caroline“ auf dem Hausener Schulhof und unterlegte mit dem flotten Neil-Diamond-Song das zuvor gerade erfolgreich abgeschlossene Zeremoniell des Narrenbaumstellens auf dem Hausener Schulhof.

Von Ralph Lacher

Hausen. Zackig vorgenommen wurde das Zeremoniell zum Auftakt der Hausener Kampagne 2020 auch deshalb, weil immer wieder kräftige Regenschauer nieder gingen an diesem Nachmittag.

Trotz der eher mäßigen äußeren Bedingungen kamen viele Zaungäste zum erst dritten Narrenbaum in der immerhin 58-jährigen Geschichte der Narrenzunft im Hebeldorf. Das war von dem als Moderator bestens aufgelegt umher wandelnden und parlierenden Oberzunftmeister Björn Keller zu erfahren.

Doch der Reihe nach: Pünktlich um 15.11 Uhr setzte sich eine recht stattliche Zahl von Hausener und Zeller Narren beim Gasthaus „Adler“ in Bewegung. Vorneweg der Zeller Fanfarenzug, dann die „Schellewärcher“, „Irrlichter“ und Dorfhäxe“ mit dem Narrenbaum auf einem Gefährt, die Narrenzunft-Spitze um Oberzunftmeister Björn Keller und schließlich die Zeller Hürusmusik.

Diese Narrenschar marschierte mit klingendem Spiel in Richtung Festhalle und Schulhof, wo schon eine große Zahl närrischen Fußvolks einschließlich der versammelten Führung der Narrenzunft Schopfheim mit Statthalter Werner vom Mitteldorf an der Spitze wartete.

Der Oberzunftmeister nahm das Mikrophon, verkündete den Stolz der Narrenzunft, zum dritten Mal einen Narrenbaum aufstellen zu können, begrüßte Abordnungen der Göttizünfte aus Zell im Wiesental und Todtnau sowie die Narrenzunft Schopfheim und freute sich über die schöne Kulisse trotz unschönem Wetter.

Nach einem dreifachen „Huuse-Ho“ ging das knappe Dutzend schaffiger, kräftiger Narren ans Werk. Und innerhalb von wenigen Minuten flutschte der Narrenbaum mit den Symbolschildern der Zunft, der Göttis aus Todtnau und Zell im Wiesental und der örtlichen Cliquen in die Verankerung neben der Festhalle und ragte in den grauen Regenhimmel.

Die „Schellewärcher“ sorgten mit Tauen für die Sicherheit das närrischen Machtsymbols, ehe Björn Keller ans aktuelle Hausener Fasnachtsmotto „Mer chömme no frueh g’nueg z’spot“ erinnerte und die Gäste zum gemütlichen Teil an Bier- und Weinbrunnen sowie Grillstand einlud.

Zuvor hatte er den beiden Narrenbaumstell-Chefs Lucas Berger und Jan Schmidt gedankt, humorig mögliche geschichtliche Hintergründe eines Narrenbaums – abgeleitet vom biblischen „Baum der Erkenntnis“ oder aber vom Maibaum – erwähnt und das Narrenbaumstellen in Hausen als echte Tradition bezeichnet. Und das damit begründet, das heutzutage alles, was mehr als zwei Mal veranstaltet wird, eine Tradition sei.

Tradition hat allemal auch in Hausen, dass fasnächtliche Events mit passender Bewirtung und entsprechend geselligem Charakter verbunden sind. Da die Narrenzunft-Gastgeber zu dieser Verlängerung des Stell-Zeremoniells Pavillons und ein großes Festzelt aufgebaut hatten, ließen sich die Gäste nicht zwei Mal bitten, sondern feierten mit den Närrinnen und Narren aus dem Dorf und der Nachbarschaft noch bis in die frühen Abend hinein im Trockenen.

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