Hausen im Wiesental Keine erfreulichen Zahlen

Zahlen beherrschten am Dienstagabend die Tagesordnung des Hausener Gemeinderats (Symbolfoto) Foto: Harald Pflüger

Hausen - Mit „keinen erfreulichen Zahlen“ entließ Bürgermeister Martin Bühler seine Gemeinderäte nach der Sitzung am Dienstag in die Weihnachtsferien.

Die Ausgangsbeschränkungen über den Jahreswechsel hinweg können sie nun in aller Seelenruhe nutzen, um sich über die roten Zahlen, die sie in den nächsten zwei bis drei Haushaltsjahren begleiten werden, Gedanken zu machen.

Rund 700 000 Euro werden der Gemeinde im kommenden Jahr fehlen. Auf diese Zahl summieren sich das Investitionsdefizit (345 128 Euro) und der Zahlungsmittelbedarf im Ergebnishaushalt (338 019 Euro). Darlehensaufnahmen in Höhe von über 1,153 Millionen Euro sind vorgesehen. Zusammen mit diesem Darlehen, einem weiteren Darlehen aus der Kreditermächtigung des Jahres 2020 über 475 274 Euro und einer ordentlichen Tilgung von 319 038 Euro wird der „voraussichtliche Schuldenstand Ende 2021 von derzeit knapp fünf Millionen Euro auf 6,233 Millionen Euro anwachsen“.

Gerechnet auf 2380 Einwohner entspricht das laut Bürgermeister Martin Bühler einer um 550 Euro auf 2619,09 Euro steigenden Pro-Kopf-Verschuldung zum Ende des neuen Jahres.

„Wir können froh sein, dass wir den Haushalt noch einigermaßen über die Bühne bringen“, sagte Bühler und verwies auf einige Kommunen in der Nachbarschaft denen diese „Freude“ wohl versagt bleiben wird. Aber er machte auch deutlich: „Wir investieren weiter in laufende Projekte, machen aber ganz sicher nicht mehr als wir machen müssen.“

Investition ins Bürgerzentrum

Investitionen stehen an beim Bürgerzentrum (knapp über eine Million Euro), für die Erschließung „Gern-Dellen IV“ (375 000 Euro), die Wasserleitung Rathaus-Teichstraße (90 000 Euro) und das Verkehrsleitsystem, das mit 25 000 Euro veranschlagt ist. Angeschafft werden sollen ein Bauhoffahrzeug (180 000 Euro), ein Geschwindigkeitsmessgerät (3000 Euro) und Wasserzähler (1500 Euro) sowie die Teile, die zur Einrichtung einer Notversorgung zur Absicherung der Wasserversorgung gebraucht werden und die mit 21 500 Euro zu Buche schlagen.

Außerdem will die Gemeinde Grundstücke erwerben, für die insgesamt 56 4893 Euro ausgegeben werden sollen, die dann wieder neben Zuschüssen in Höhe von 414 622 Euro unter der Rubrik „Finanzierungsmittel“ auftauchen und 734 280 Euro in den Haushalt einfließen werden.

Ab 2023 rechnet Kämmerer Jörg Jost mit dem dann wohl auch dringend nötigen Aufschwung. Bis dahin braucht er viel rote Tinte im Füller. Im Ergebnishaushalt 2020 hat er minus 443 560 Euro, im Jahr darauf ein Minus von 776 742 Euro und im Jahr 2022 noch einmal eines von 53 878 Euro veranschlagt.

Der Finanzierungsmittelbestand entwickelt sich nach seiner Berechnung von 2020 (minus 92 921) über 2021 (minus 683 147), 2022 (1,354 Millionen) und 2023 (minus 569 041) hin zu einem Plus von 83 808 Euro im Jahr 2024. Unverändert bleiben, wie vom Gemeinderat bereits beschlossen, die Steuersätze, obwohl sich die Steuereinnahmen nach Martin Bühlers Statistik seiner Amtsjahre mit 3,6 Millionen Euro „deutlich schlechter als in den zurückliegenden Jahren“ entwickelt haben, im Haushalt aber immer noch eine große Rolle spielen.

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