Hausen im Wiesental Liedermacher mit Humor und Pfiff

Der Liedermacher Hansjörg Hänggi verzauberte sein Publikum im Hebelhaus mit seinen witzigen Liedern. Foto: Klaus Brust Foto: Markgräfler Tagblatt

Hausen (cb). „Wahriété“ lautete die jüngste Veranstaltung der Muettersproch-Gsellschaft, Gruppe Wiesetal, im Hebelhaus. Der Liedermacher Hansjörg Hänggi präsentierte Wahres und Fiktives in Liedern und Geschichten.

Der 75-jährige Hansjörg Hänggi, wohnhaft in Therwil, Baselland, bereits vor zwei Jahren zu Gast in Hausen, las im Hebelhaus aus Gedichten und Geschichten und sang Lieder - alles wahr, halbwahr, fantastisch oder skurril. Die vielfältigen und vielseitigen Beiträge des früheren Primarlehrers kamen bestens an und zeigten auch Mundartverwandtschaften über die Grenzen im Dreiländereck hinweg.

Im Laufe der letzten 20 Jahre verfasste und komponierte Hansjörg Hänggi rund 50 Lieder. Aus diesem Repertoire trug der wort- und stimmgewaltige Barde etwa zehn vor. In „Höhenflüge“ schwebte der Sänger über den Wolken, ließ sich von Pegasus Flügel verleihen und entflog in den Dichterhimmel.

So wie er sich im Eingangslied selbst auf den Arm nahm und der Schalk zu spüren war, zogen sich witzige Erfahrungen und Beobachtungen mit überraschenden Pointen durch all seine Liedtexte.

Ob es um einen „Öltropfen“ ging („ e Tröpfli Öl, des wär jetzt recht“), ums einfache „Gras“ („aber beisch no net ins Gras“), um „Nachtkrankete“ („un verwach vollkomme gsund“), um den „Gang go-Tango“ oder dem Blödellied „Sich mit Titel schmücke“ (dabei war von Philosophen, Theologen, Psychiatern, Gastronomen und Literaten die Rede).

Was war echt wahr in den Geschichten? Der Mundartdichter gab selbst eine treffende Antwort: „Das Gefährliche an den Halbwahrheiten ist, dass die falsche Hälfte geglaubt wird.“ Der Fantasie und Kreativität waren keine Grenzen gesetzt, und die Erkenntnisse waren nicht immer leicht zu erfassen oder zu deuten.

In einem „Kongress über Glücksmomente“ stachen abergläubische Wendungen hervor, begegneten sich Pechvögel und Glücksbringer und entpuppte sich ein Computerprogramm als Verteidiger des wahren Aberglaubens. Als Fabulierer und Wortkünstler erwies sich Hänggi in dem Gedicht „Der Grillmeister“, wo mit Wortwitz über das Grillieren wohl alle bekannten und unbekannten französischen Wörter mit der Endung -ieren verwendet wurden. Einfach köstlich und humorvoll garniert waren die Geschichten von der Entenjagd, seinem Fahrrad („Mi Ross heißt Velogöppelbock“) und im „Kühlschrank“, einem „tiefsinnigen Gespräch“ unter den aufbewahrten Lebensmitteln in entspannter Kühlschrankatmosphäre („keine Panik, alles im Butter“).

Hansjörg Hänggi, der über 30 Jahre Lehrer an der Primarschule in Reinach war und im Jahr 2002 den Kulturpreis der Gemeinde erhielt, und heute stolzer Großvater von fünf Enkelkindern ist, erzählt gerne erfundene Geschichten mit seinem fiktiven Großkind Lea. Passend zur Jahreszeit rezitierte der „Nonno“ „die heißen Tage“, wobei es sich um Kleidungsgespräche bis unter die kalte Dusche handelte.

Mit einer Zugabe und langanhaltendem Beifall endete ein schöner Abend bei den Muetterspröchlern; zum Schluss ging es um „Blödeleien“ zwischen dem Italiener Franco und dem Türken Arslan und dem Lied „Schwätze“, bei dem die Silben durcheinander rannten.

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