Hausen. Bei der jüngsten Autorenlesung der Muettersproch-Gsellschaft im Hebelhaus erfreute Ingeborg Schütze aus Lörrach ihre Zuhörer im vollen Saal mit einer Auswahl aus ihren über 600 Gedichten und Geschichten.

Es war ein kurzweiliger Spaziergang auf Hebels Spuren zum Belchen, Blauen, Röttler Schloss und nach Ötlingen. Gerne ließ man sich durch Omas Gärtchen führen, bewunderte Silberdistel, Amsel und das letzte Blatt des Jahres.

Ein wichtiger Grund zum Dichten sind für Ingeborg Schütze die Begegnungen mit ihren Mitmenschen. Immer wieder bestätigten die Zuhörer: „Ja, so ist es bei uns auch!“ Überraschende Wendungen brachten die Gäste zum Schmunzeln. Ingeborg Schütze berichtete von alltägliche Ereignissen, und mancher wunderte sich, dass es eine solche Fülle an Themen überhaupt gibt. Man hätte gerne mehr Zeit gehabt, um über das Gehörte nachzudenken, aber es kam alles Schlag auf Schlag.

Wunderbar war die Geschichte „Mein Mann ist ein Genie.“ Er baut alles zusammen, hat die besten Maschinen, den gut bestückten Werkzeugkasten, ist ein Fachmann auf dem Gebiet der Heimwerker, erfuhren die Zuhörer. Er hat sogar eine Schiene für den gebrochenen Zeh seiner Frau gebastelt. Als später der Arzt mit Bewunderung diese Schiene abnahm und fragte, welchen Beruf der Ehemann habe, lautete die Antwort: „Er war Metzger. Er besorgt noch immer das Fleisch für die Familie. Ich muss gar nichts mehr tun. Ich bin Vegetarierin.“

Die Vorsitzende der Muettersproch-Gsellschaft, Heidi Zöllner, dankte nach einem lang anhaltenden Beifall der Referentin und wies auf die nächste Veranstaltung der Muettersproch-Gsellschaft am 20. Oktober hin. Siegfried Schmieg wird um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Bilder aus Hebels Leben zeigen und aus dessen alemannischen Gedichten und Kalendergeschichten lesen.