Hausen im Wiesental „MPH baut nicht in ganz Hausen“

Befürworter und Gegner der Ansiedlung des Markus-Pflüger-Heims in Hausen fanden sich zu der Infoveranstaltung im FC-Heim ein. Foto: Ingmar Lorenz Foto: Markgräfler Tagblatt

Der Einladung der Befürworter einer Ansiedlung des Markus-Pflüger-Heims (MPH) in Hausen zu einer Infoveranstaltung waren am Donnerstagabend zahlreiche Bürger gefolgt.

Hausen (ilz). Die Aufteilung der Befürworter und Gegner im voll besetzten Saal des FC-Heims war sinnbildlich für die derzeitige Debatte im Hebeldorf: Am einen Ende des Saals hatten sich die Befürworter positioniert, am anderen Ende die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI), die den Bürgerentscheid am 21. Mai auf den Weg gebracht hatten. Dazwischen die Hausener Bevölkerung.

„Ich hoffe, dass es ein sachlicher, konstruktiver und informativer Abend wird“, sagte Wernfried Hübschmann, der als neutraler Moderator durch den Abend führte. Ziel der Veranstaltung sei es, offene Fragen im Bezug auf den Bürgerentscheid am 21. Mai zu klären.

Als erste Rednerin ergriff Ricarda Beilharz das Wort. Es müsse klar sein, worüber am 21. Mai abgestimmt wird, so die Kulturbeauftragte der Gemeinde. Der Bürgerentscheid bedeute, dass ein einstimmig gefasster Gemeinderatsbeschluss zur Debatte gestellt wird. „Zugleich entscheiden wir darüber, wer zu uns ziehen darf und wer nicht“, so Beilharz. Die Diskussion um die Ansiedlung des MPH auf dem Autokabel-Areal sei zum Teil von „diffusen Ängsten“ bestimmt gewesen, denen man mit Sachlichkeit begegnen wolle.

Rachida Saadaoui gab daraufhin einen Überblick über die Entwicklungen in der Gemeinde, die der geplanten Ansiedlung des MPH vorausgegangen waren. Sie wies darauf hin, dass das Entwicklungskonzept für die Gemeinde vor vier Jahren unter Beteiligung der Bürger erarbeitet worden war. Neben Tourismus oder Technologie sei die Altenversorgung dabei ein Thema gewesen. Das MPH hatte sich daraufhin eingeschaltet, um diese im Hebeldorf zu realisieren, so Saadaoui.

Das Konzept, das daraufhin vom MPH vorgelegt worden war, stellte Michael Schreiner, Heimleiter des MPH in Wiechs, vor. Die Pläne des MPH seien vor dem Hintergrund der Inklusion und der damit verbundenen Dezentralisierung zu sehen. Als Pflegeeinrichtung, die sich sowohl um alte als auch um psychisch kranke Menschen kümmert, sei das MPH bestrebt, diesen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. In Hausen solle dies durch den Bau des Pflegeheims auf dem Autokabel-Areal realisiert werden. Alle anderen Projekte – also die Pläne für das Sutter-Areal und der Bau eines Verwaltungsgebäudes – seien lediglich Optionen gewesen. „Ich habe damals den Fehler gemacht, das alles in einer Darstellung zusammenzufassen“, sagte Schreiner hinsichtlich einer Infoveranstaltung im vergangenen Jahr. Dadurch sei der Eindruck entstanden, dass das MPH in ganz Hausen zu bauen beabsichtige, was jedoch nicht der Fall sei. Der Idee, in Hausen ein Verwaltungsgebäude zu errichte, erteilte Schreiner eine klare Absage: „Es wird in Hausen kein Verwaltungsgebäude geben.“

Das MPH hatte dem Gemeinderat sein Gesamtkonzept vorgestellt. Das Gremium habe daraufhin im Dezember den Verkauf des Autokabel-Areals an das MPH entschieden, wie Gemeinderat Hermann Lederer erklärte. Ein Verkauf des Sutter-Areals sei damals nicht beschlossen worden, so Lederer, der damit auf den Vorwurf der BI reagierte, die Räte hätten sämtliche in Gemeindebesitz befindlichen Grundstücke aus der Hand gegeben. Die Gemeinde habe das MPH lediglich damit beauftragt, ein Konzept für das Sutter-Areal vorzulegen. Ob dieses dem Gemeinderat aber „in den Kram passt“, sei noch offen, ergänzte Gemeinderat Erich Greiner.

Das Konzept für das Sutter-Areal werde vom MPH derzeit nicht bearbeitet, so Heimleiter Michael Schreiner. „Wir wollen abwarten, ob uns die Menschen in Hausen überhaupt in ihrem Dorf haben wollen.“

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