Hausen im Wiesental Pflegeheim mit Festakt eröffnet

Gerald Nill

Vorne feierten sie schon, während hinten noch unvermindert geschraubt wurde. Die Erleichterung bei der offiziellen Einweihung des neuen Pflegeheims „Haus an der Wiese“ in Hausen war gestern beim Festakt dennoch allen Beteiligten anzumerken. Bei reinen Baukosten von rund 12 Millionen Euro ist eine Einrichtung für 60 Bewohner entstanden.

Von Gerald Nill

Hausen. Nicht verschwiegen blieben die vielen Hürden bis zum Entstehen der Einrichtung, aber es wird auch noch ein Kraftakt nötig sein, um das Haus bis Ende November, wie geplant, tatsächlich bezugsfertig zu machen.

Landrätin Marion Dammann nahm in ihrer Rede in der Festhalle Hausen kein Blatt vor den Mund, als sie von „einem langen Weg, der manchmal auch steinig war“, sprach und an die insgesamt achtjährige Planungs- und Bauzeit erinnerte.

Bereits 2014 war die Dezentralisierung des Martin-Pflüger-Heimes mit seinen 245 Plätzen beschlossen worden, was aufgrund neuer Heim-Richtlinien nötig wurde. Von den drei geplanten psychosozialen Pflegezentren sollte eines in Hausen entstehen.

„Lehrreiche Debatte“

Doch es regte sich Widerstand bei den Bürgern. „Die hitzige Debatte war lehrreich für uns“, gestand die Landrätin, die sich erleichtert zeigte, dass Hausen sich in einer Kampfabstimmung letztlich für die Einrichtung entschied.

Nun werde den Bürgern auch etwas zurück gegeben. Zum einen durch 15 Heimplätze, die für den Ort reserviert bleiben, aber auch durch ein Café, das von möglichst vielen Einwohnern genutzt werden solle, wie sich Dammann erhofft.

Noch weiter holte Bürgermeister Martin Bühler in seinem Statement auf Alemannisch aus, indem er an das Gemeindeentwicklungskonzept erinnerte, in dem „Bildung und Betreuung“ als zentrale Punkte mit der Bürgerschaft festgeschrieben wurden. Genau diese Aspekte seien in der „neuen Ortsmitte“ realisiert worden. Bühler zählte auf, dass neben Grundschule, neuem Kindergarten und Sprachheilschule nun das neue Pflegeheim „Haus an der Wiese“ geschaffen worden sei. Es sei auch von Vorteil gewesen, dass das Erdgeschoss noch einmal umgeplant wurde und nun luftiger wirkt. Unter dem Applaus der anwesenden Gäste kündigte Bühler an, dass die Mittel aus dem aufgelösten Krankenpflegeverein in ein behindertengerechtes Fahrzeug investiert werden sollen, das dem Pflegeheim, aber auch als „Bürgerbus“ für Fahrten zum Arzt oder zur Apotheke eingesetzt werden könne.

Bauleiter Jochen Faller meinte: „Die Baustelle war eine Herausforderung.“ Die allgemeine Verteuerung am Bau habe zwar auch das „Haus an der Wiese“ nicht verschont. Der Bau komme aber aufgrund frühzeitiger Ausschreibung glimpflich davon. Die geringe Bauverzögerung von wenigen Wochen sei angesichts von Arbeitskolonnen, die durch Corona ausfielen, und Lieferengpässen beim Baumaterial zu erklären. Das Haus sei energetisch optimal versorgt durch einen Anschluss ans Wärmenetz sowie Sonnenkollektoren und Photovoltaik auf dem Dach.

Reinhard Heichel, Leiter des Eigenbetriebs Heime im Landkreis, hob hervor, dass die Bewohner „mitten im Ort, mitten im Leben untergebracht werden und nicht im Haus Waldesruh“. Er erläuterte das differenzierte Angebot der Einrichtung mit 15 Plätzen in der Tagespflege, 15 Plätzen in der Kurzzeitpflege, 30 Plätzen für Bewohner aus dem Martin-Pflüger-Heim sowie 15 Plätzen für Senioren aus Hausen. Das Pflegeheim solle ein „Ort der Begegnung“ sein, wünschte sich Heichel.

Abschließend berichtete Heimleiterin Jeanette Weiligmann, dass sich die 30 Bewohner nach anfänglicher Skepsis nun auf den bevorstehenden Umzug freuen. Bis dahin haben vor allem die Handwerker noch alle Hände voll zu tun, wie beim anschließenden Rundgang sichtbar wurde.

  • Bewertung
    1

Umfrage

Weihnachtsstimmung

Die Preise steigen, alles wird teurer. Sparen Sie dieses Jahr an den Weihnachtsgeschenken?

Ergebnis anzeigen
loading