Hausen im Wiesental Schluss mit Denglisch: „Nicht shoppen, sondern einkaufen“

Ralph Lacher
Starken Zuspruch fand die Sonnwendfeier des Hausener Schwarzwaldvereins.       Foto: Ralph Lacher

Eine Sonnenwende findet zweimal im Jahr statt, zum kalendarischen Beginn des Sommers und des Winters - in Hausen begeht man lediglich die Sommersonnwende dank des örtlichen Schwarzwaldvereins.

Von Ralph Lacher

Hausen. Der hatte an diesem Tag mit seinem Vorsitzenden Ulrich Wagner auf den frühen Abend zur Niederberghütte eingeladen. Und verzeichnete bei der nach zwei Jahren Corona-Ausfall wieder stattfindenden Veranstaltung einen enormen Besucherzuspruch - zumindest bis zu den kräftigen Gewitterschauern am späteren Abend.

„Wir hatten schon mit gutem Besuch gerechnet, aber dass so viele Menschen und vor allem viele Familien mit Kindern gekommen sind, überrascht und erfreut uns sehr“, sagte ein mit der Hochsommersonne an diesem ersten „offiziellen“ Sommertag um die Wette strahlender Ulrich Wagner bei der Begrüßung der Gäste.

Sicher das Wetter, aber noch sicherer die Tatsache, dass sich alle Menschen nach zwanglosen Kontakten in heiterer Atmosphäre sehnen, nannte im Gespräch mit dem Schwarzwaldvereins-Chef Bürgermeister Martin Bühler als Grund für den enormen Andrang an der Hütte am Waldrand.

Bühler erinnerte auch daran, dass die Niederberghütte 2004 vom Schwarzwaldverein erbaut und dabei auch der Brunnen instand gesetzt wurde. Bevor der Holzstoß für das Hausener Sonnwendfeuer vom Vorsitzenden entzündet wurde, gab es die traditionelle „Feuerrede“.

Als Feuerrednerin hatte der Schwarzwaldverein mit Heidi Zöllner ein Mitglied gewählt, das im Dorf und darüber hinaus bestens bekannt ist als Gruppenleiterin der Regionalgruppe Wiesetal in der Muettersprochgsellschaft. Ums „Denglisch“, also Anglizismen in Alltag ging es. Man solle doch bitte anstelle von „Dates“ Treffen abmachen, ichauffe und nicht shoppe gehen, vo deheim schaffe und nicht Homeoffice betreiben, Veranstaltige und nicht Events besuchen, alles Gueti zum Geburtstag und nicht Happy Birthday wünschen, sich usruehe und nicht Chille und bienander hocke un mitenander schwätze anstatt mit dem Handy chatte.

„Un des wänn mer jetzt mitnander mache, nämlich schwätze, schnädere un lache“, so die Feuerrednerin abschließend. Und als das Feuer nach dem anhaltenden Applaus des Auditoriums für Heidi Zöllner brannte, wurde tatsächlich auch ausgiebig alemannisch geplauscht. Zumindest solange, bis der Gewitterregen einige Gäste nach Hause vertrieb. Der „harte Kern“ blieb allerdings noch geraume Zeit in der Niederberghütte oder im vom Veranstalter flugs aufgebauten Pavillon.

Abschließend sagte der Schwarzwaldvereins-Vorsitzende, dass man einen schönen Anlass erlebt habe seitens des Vereins, den er im Jahr 2019 als Vorsitzender übernahm und der gut durch die Corona-Zeit gekommen ist.

„Wir haben unsere Mitgliederzahl im Vorjahr sogar leicht steigern können auf 184, bieten seit diesem Frühjahr wieder drei Wanderungen und zusätzlich regelmäßige Ausflüge pro Monat sowie Fahrrad-Touren“, so Ulrich Wagner.

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