Hausen im Wiesental Unerwartete Einladung zum „Gryffe-Mähli“

Alemannische Gedichte und Geschichten, vorgetragen von den Mitgliedern der Gruppe Wiesetal: (von links): Otmar Adelmann, Heidi Zöllner, Gerlinde Gerspach, Irene Eckert, Herta Olschowka, Helga Schmieg, Waltraud Buchholz - alle präsentieren den neuen Einkaufs-Chip. Foto: Gudrun Gehr

Hausen - Rein zufällig war der Hauptversammlungstermin der Muettersproch-Gsellschaft, Gruppe Wiesetal, im Hebelhaus am Donnerstag auf den internationalen Tag der Muttersprache gefallen. Der Termin hätte treffender nicht gewählt werden können.

Rückblick

Vorsitzende Heidi Zöllner, im achten Jahr Leiterin der Muettersproch-Gsellschaft, Gruppe Wiesetal, blickte auf die Ereignisse im vergangenen Jahr zurück. Einer der Höhepunkte der Wiesentäler Gruppe war der Besuch des Mundart-Theaters in Helfranzkirchen im Elsass.

Zehn Veranstaltungen organisierte die Gruppe, darunter waren eine mit den alemannischen Autorinnen Christa Heimann und Anita Möhring, die in Markgräfler Tracht Frühlingsgedichte mit Gitarrenbegleitung präsentierten.

Arno Müller und Walter Hintereck als „Singende Winzer“ unterhielten im April und hatten einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Beim Auftritt des Mundart-Barden Frank Dietsche platzte das Hebelhaus aus allen Nähten, und die Gäste erinnern sich gerne an die Lieder wie „S’Sternli vom Stern“. Monika Haller, besser bekannt als „Wöschwiib“, nahm die Mundartfreunde mit auf eine Reise in ihre Jugend, zu „Wöschzuber“ und „Wöschbrett“. Auch vier Vorstandssitzungen in Freiburg wurden besucht.

Heidi Zöllner wirkte im Dezember ferner an einem Arbeitskreis des Ministerpräsidenten Winfried Kretsch­mann in Stuttgart mit, der sich für den alemannischen und schwäbischen Dialekt einsetzt.

Überraschende Einladung

Heidi Zöllner erhielt als Gruppenleiterin im Januar eine unerwartete Einladung zum „Gryffe-Mähli“ in der Basler Messe. Die drei Ehrengesellschaften „Zum Greifen“, „Zum Rebhaus“ und „Zur Hären“, bestehend aus 450 Gesellschaftsbrüdern, hatten 20 Ehrengäste, darunter Heidi Zöllner, zum Kleinbasler Feiertag eingeladen. An diesem Tag tanzten der Vogel Gryff, der Leu und der Wild Maa durch Kleinbasel, immer mit dem Rücken in Richtung Großbasel. Heidi Zöllner war erstaunt: „Die Basler Ehrengesellschaften waren gut über unsere Aktivitäten informiert.“

Kassenbericht

Trotz sparsamem Wirtschaften schrieb der Verein erstmals rote Zahlen, bedingt durch eine Werbeaktion mit Einkaufswagen-Chips mit der Aufschrift „Trau di halt, schwätz alemannisch“, so Kassiererin Gerlinde Gerspach. Ebenfalls wurden badische Wörterbücher erworben.

Grußworte

Heidi Zöllner trug ein Gedicht von Heimatdichter Hans Ruf vor. Waltraud Buchholz bedankte sich bei Heidi Zöllner mit einem Blumenstrauß und einem alemannischen Vers von Gerhard Jung: „Numme nit bruttle, numme kei Jäscht, lache putzt d’Chuttle, lache isch’s Bescht“. Auch Bürgermeister Martin Bühler freute sich, dass die Gedenkstätte von Johann Peter Hebel so intensiv von den Muetterspröchlern genutzt wird (die Veranstaltungen finden jeweils in Kooperation mit der Hebelstiftung statt).

Alemannische Gedichte

Nach der Hauptversammlung betätigten sich einige Mitglieder literarisch. Martin Bühler präsentierte neben dem frei vorgetragenen Gedicht „Trost“ von Johann Peter Hebel einen Vers von Gerhard Jung: „Vom Lache und Schmunzeln kriegsch fröhliche Runzle, bisch niidig im Läbe, kriegsch grusigi Gräbe“.

Mehrere Mitglieder trugen auf alemannisch ihre literarischen Betrachtungen, Lesungen, Lebensweisheiten vor.

Vorschau

Als nächste Veranstaltung steht am 21. März eine Autorenlesung Hansjörg Hänggi (Therwil/Schweiz) auf dem Programm.

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