Hausen im Wiesental Vertrauensbeweis für Vorstand

Bei der Muettersproch-Gsellschaft, Gruppe Wiesental, wurde das Frauenteam wiedergewählt und zeigte sich mit dem glänzenden Vortragsredner Felix Rudolf von Rohr. Von links: Gerlinde Gerspach, Heidi Zöllner, Helga Schmieg und Gertrud Oettle (es fehlt Helga Schrank). Foto: Klaus Brust Foto: Markgräfler Tagblatt

Wohl eine der rührigsten und ideenreichsten Vereinigungen der Muettersproch-Gsellschaft dürfte die Gruppe Wiesetal sein, wie aus dem vorgelegten Tätigkeitsbericht für das Jahr 2019 hervorging.

Von Klaus Brust

Hausen. Mit dem Dank an die Vorstandsmitglieder, die seit neun Jahren die Gruppe Wiesetal in Schwung halten, eröffnete Heidi Zöllner die Hauptversammlung. Sie freute sich, dass Gründungsmitglied Roswitha Blümle anwesend war und einen Gläsersatz als Geschenk mitgebracht hatte.

Rückblick

Traditionell gab es turbulentes Theater im Elsass in Helfrantzkirch zum Jahresauftakt. In den einmal monatlich stattfindenden Gruppenabenden waren Hansjörg Hänggi (Schweiz), Waltraud Bühler aus dem Kleinen Wiesental, der „Mann vom Kaiserstuhl“, Eberhard Flamm, und die Hackbrettgruppe „Wiesentäler Saitentanz“ zu Gast. Aus allen Nähten platzte das Hebelhaus bei Elmar Vogts Vortrag über die Erstausgaben der Biblischen Geschichten von Johann Peter Hebel. Nicht minder interessant war Siegfried Schmiegs Beitrag unter dem Motto „Schwierige Fragen – einfache Antworten.“ Hervorzuheben ist noch der Erinnerungsabend an Werner Richter. Hinzu kamen Besuche von Vorstandssitzungen des Hauptvereins, eine Lesung mit dem Hebelplakettenträger Edgar Zeidler, eine Tagung des Horbener Kreises und der Elsass-Freunde Basel sowie die Vorstellung des Projekts „Sprachschatz“ in Basel.

Kasse

Der Kassenbericht von Gerlinde Gerspach wies ein kleines Minus aus. „Einwandfrei geführt“, attestierten die Prüfer Helga Olschowka und Horst Oettle.

Eine starke Leistung bescheinigte Bürgermeister Martin Bühler der Muettersproch-Gsellschaft mit ihrem Angebot im Hebelhüsle, die den Raum für Lesungen, Ausstellungen und Trauungen vorbildhaft ergänzten. Ein besonderes Lob erteilte das Gemeindeoberhaupt der Gruppenleiterin Heidi Zöllner, die immer eine zuverlässige Partnerin sei. Die Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig.

Wahlen

Zu einem großen Vertrauensbeweis entwickelten sich die Wahlen. In ihren Ämtern wurden für weitere drei Jahre bestätigt: Gruppenleiterin und Schriftführerin Heidi Zöllner, Schatzmeisterin Gerlinde Gerspach und die Beisitzerinnen Gertrud Oettle, Helga Schmieg und Helga Schrank; Kassenprüfer sind Horst Oettle und Herta Olschowka.

Vorhaben im Jahr 2020

Die Gruppe Wiesetal kann auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken. Mit einer abwechslungsreichen Festveranstaltung in der Festhalle und namhaften Mitwirkenden soll das Jubiläum am Samstag, 26. September, begangen werden. Am 18. März erinnert Thomas Hofer an die Dichterin Helene Zapf. Auf den Spuren von Johann Peter Hebels Gedicht „Z Basel an mim Rhi“ werden mit Siegfried Schmieg einige Stationen aufgesucht. Autoren-Lesungen gibt es am 15. Oktober mit Stefan Pflaum aus Schallstadt, am 19. November mit Martin Knobel aus Todtmoos und am 10. Dezember mit Christa Heimann aus Kandern. Der Erinnerungsobe am 18. Juni ist dem „Breite Lieseli“ gewidmet.

Basler Fasnacht

Einen spannenden und informativen Einblick in die Basler Fasnacht vermittelte Referent Felix Rudolf von Rohr, ein jahrzehntelang erprobter aktiver Teilnehmer, mit einem „Bligg hinter d Larve und uffs Muul und die drei scheenschte Dääg.“ „Mir sin net die Beschte, nur anders“, verriet er und zeigte die Besonderheiten auf, was in 72 Stunden beim Morgestraich, der größten Open-Air-Ausstellung der Laternen von 500 Gruppierungen mit 11 000 Maskierten, kommerzfrei ohne Gelder der öffentlichen Hand geleistet werde.

Der geschichtliche Rückblick begann bei heidnischen, keltischen und germanischen Ritualen, den Einflüssen von kirchlicher Seite und führte mit dem ältesten Dokument von 1376, einem Ritterturnier, zur „bösen Fasnacht“. Die Bedeutung des Hofnarren, der die ungeschminkte Wahrheit sagen durfte, der 29 Zünfte und Gesellschaften und die Auftritte der Bänkelsänger ab 1832 streifte der profunde Kenner. Alles wurde mit zahlreichen Aufnahmen illustriert, auch die Kunstpflege.

Alljährlich werden 15 000 bis 20 000 Larven neu angefertigt, traditionelle Kostüme, Sujet-Kostüme und Fantasie-Kostüme getragen. Musik wird mit Trommeln (die Ausbildung dauert drei Jahre) und Piccolos gespielt. Seit 1906 gibt es die Guggemusig, erfunden in Basel und 1953 nach Lörrach transportiert. Die Basler Fasnacht wurde 2017 zum Weltkulturerbe erhoben. Nicht zuletzt gelte die Dichtkunst dem Erhalt der Muttersprache, was in den Schnitzelbängg und Bühnenveranstaltungen zum Ausdruck komme. Ernste und heitere Kostproben, meist gut gereimt, gab Felix Rudolf von Rohr zum Besten und erntete verdienten Applaus.

Ein geselliges Beisammensein bei Fasnachtsküchle und Wein rundete den gemütlichen Abend ab.

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