Hausen im Wiesental „Wandelndes Lexikon und Vorbild“

Ralph Lacher
Von der Hebelmusik durch Sandra Boos und dem Alemannischen Blasmusikverband durch Holger Gertz erhielt Dieter Brunner (Mitte) die sehr seltene Ehrung für 70 Jahre aktive Blasmusik.                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Foto: Ralph Lacher

Ehre, wem Ehre gebührt hieß es bei der in die Hausener Gemeindehalle verlegten Sommer-Serenade der Hausener Hebelmusik am Samstagabend. Vorsitzende Sandra Boos konnte gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Alemannischen Blasmusikverbands, Holger Gertz, den ältesten noch aktiven Hausener Hebelmusiker mit einer sehr seltenen Ehrung auszeichnen.

Von Ralph Lacher

Hausen. Tenor-Saxophonist Dieter Brunner bekam für 70 Jahre aktives Musizieren die goldene Ehrennadel mit Diamant und den Ehrenbrief der nationalen Blasmusikvereinigung „Bundesvereinigung deutscher Blasmusikverbände“.

Basler Trachtengruppe tanzt

Wie Gertz sagte, habe Dieter Brunner alle anderen Ehrungen der diversen Verbände bereits erhalten. Er sei ein leidenschaftlicher Musiker, gleichzeitig einer, der stets den anderen, vornehmlich jüngeren Kapellenmitgliedern, als Vorbild in Sachen Einsatz und auch beim Engagement übers Musizieren hinaus vorangegangen war und dies auch nach wie vor tue.

Sandra Boos, die als Bariton-Saxophonistin Platznachbarin von Dieter Brunner in der Hebelmusik ist, lobte den zu Ehrenden in bestem Alemannisch und erinnerte daran, dass Dieter Brunner im Alter von 13 Jahren im örtlichen, schon längst nicht mehr existierenden Streichorchester als Geiger begann und schon dort Verantwortung als zweiter Vorsitzender übernommen hatte.

Als sich das Streichorchester auflöste, schloss sich Dieter Brunner der Hebelmusik an und stieg auf sein geliebtes Saxophon um.

Neben dem Engagement in der Hebelmusik machte Brunner in jungen Jahren auch Tanzmusik in der HMH-Combo und spielte im separaten Saxophon-Ensemble. Im Vorstand war er lange Jahre als Kassenwart für die solide Finanzpolitik der Kapelle verantwortlich, wickelte neben dem Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen Großveranstaltungen finanziell ab, und wechselte vor gut 30 Jahren auf den Aktivbeisitzer-Posten.

„Du warsch un bisch dir au hüt für kei Arbet zschade. Ob Dienst, Arbeitsisatz am Musikpavillon, Müll uff d’Deponie bringe, Heizig instandhalte im Pavillon - du hilfsch immer no wos goht“, sagte Sandra Boos. Sie erwähnte auch das unglaubliche Wissen von Brunner in Sachen Geschichte der Blasmusik im Allgemeinen und der Hebelmusik im Besondern.

Stehende Ovation

Das „wandelnde Hebelmusik-Lexikon“ habe sich auch in den Jumelage-Kontakten zu den Freunden in Saint Louis im Elsass und über die vielen Hebelfeste auch zu den Basler Hebel-Freunden Verdienste erworben und sei mit allen Vereins- und Verbandsehrungen bedacht – nun auch mit der höchst möglichen.

Sandra Boos und ihre Stellvertreterin Silke Zimmermann überreichten ein Präsent – und boten dann einen besonderen „Ehrungsmarsch“. Zu den Klängen des Basler Marsches „Im Orgelhüsli“ zog die Basler Trachtengruppe auf die Bühne und führte einen Trachtentanz auf.

Dieter Brunner sagte gerührt, dass er noch, so lange es die Gesundheit zulasse, sein Engagement bei der Hebelmusik weiterführen werde. Bei „Standing Ovations“ des großen Auditoriums ging Dieter Brunner zurück zu seinen Platz im Orchester.

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