Heizen im Waieland Gute Karten für Nahwärme

Rolf Reißmann
Nahwärmeleitungen werden verlegt. Foto: Saskia Scherer

Für Inzlingen soll ein Nähwärmekonzept erarbeitet werden. Das beschloss der Gemeinderat.

Zur Einführung ins Thema sprach Inga Nietz, Leiterin der Stabsstelle Klimaschutz im Landratsamt, in der jüngsten Sitzung des Gremiums zu den spezifischen Voraussetzungen im Dorf. Sie bezog sich auf das Konzept des Landkreises zum Ausbau der Nahwärmeversorgung.

Da im Ort relativ wenige Gewerbebetriebe und keine Industrie ansässig sind, wird Heizenergie derzeit zu fast 95 Prozent von privaten Haushalten benötigt. Die restlichen fünf Prozent verteilen sich auf Gewerbe, Verkehr und öffentlichen Dienst.

Viel Potenzial für Solarenergie

Fast ein Drittel der Heizanlagen sind zwischen 15 und 30 Jahren alt. Für einen Großteil der Heizungen liege keine Altersangabe vor. Klarer ist dagegen das Potenzial Inzlingens zur Wärmegewinnung mittels erneuerbarer Energien.

So stehen zahlreiche geeignete Freiflächen zur Errichtung von Fotovoltaikanlagen zur Verfügung. Ebenfalls gibt es eine Vielzahl von Dächern, die gute Voraussetzungen bieten. Für Energie aus Wasser und Wind sind die Bedingungen schlecht. Als eine bisher unzureichend ausgebaute Energiequelle bezeichnete Nietz die Tiefengeothermie, auch wenn dafür noch weitere Erprobungen erforderlich seien. Bürgermeister Marco Muchenberger verwies auf die guten Erfolge der Nachbargemeinde Riehen mit der Tiefengeothermie. Nietz zeigte auch, in welchen Ortsteilen der Ausbau eines Nahwärmenetzes rentabel wäre und in welchen nicht. Als günstig dafür erwies sich der dicht besiedelte Ortskern.

Nur noch geringer Gas-Anteil

Bis 2040 könnte die Versorgung der Häuser über ein Wärmenetz bei mehr als 70 Prozent liegen und Gas auf einen nur noch geringen Anteil sinken. Erforderlich sei nun eine Sanierungsoffensive, um zeitgemäße Heizungssysteme einzubauen, auch mit, aber nicht nur mit Wärmepumpen. Wegen der hohen Förderquoten sei der Ausbau der Nahwärmeversorgung für die Kommune die attraktivste Form.

Martin Völkle von der Energieagentur Lörrach beschrieb die gute Lage, die der Kreis für die Erzeugung erneuerbarer Energie hat. So könnten bei noch effektiverer Technik auch Lagen für Windenergie genutzt werden, die jetzt noch als ungünstig bewertet sind. Für den Aufbau eines Nahwärmenetzes seien auch die schwierigen topografischen Situationen von Inzlingen zu beachten, damit würden auch Grenzen gesetzt.

Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, die Verwaltung mit der Erarbeitung eines Konzeptes zur Nahwärmeversorgung zu erarbeiten. Völkle wies auf eine Infoaktionskampagne hin. Im Juli findet die Einführungsveranstaltung statt, weitere kostenlose Fachseminare, zu denen alle Einwohner eingeladen sind, folgen im Herbst.

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