Inzlingen Eine bewundernswerte Lebensfreude

Erika und Roland Ranz feiern heute, Mittwoch, das Fest ihrer Diamantenen Hochzeit. Foto: Manfred Herbertz Foto: Die Oberbadische

Inzlingen (mh). Heute vor 60 Jahren läuteten die Hochzeitsglocken für Erika und Roland Ranz. So kann das Jubelpaar am heutigen Mittwoch bei guter Gesundheit das Fest seiner Diamantenen Hochzeit feiern. Wer die beiden in ihrem schönen Anwesen im Maienbühl 9, in dem sie sich überaus wohlfühlen, besucht, sieht sich einem Ehepaar gegenüber, das eine bewundernswerte Lebensfreude ausstrahlt.

Der Zufall brachte sie zusammen. „Gekannt haben wir uns schon, sie war aber aus dem Oberdorf und ich aus dem Unterdorf“, erinnert sich der 81-jährige Roland Ranz schmunzelnd an die ersten Begegnungen.

Ehefrau Erika, geborene Buschkowski, stammt aus der Nähe von Danzig. 1947 kam sie zusammen mit ihrer Mutter und vier Schwestern nach Inzlingen. Mit dem Schiff sei es damals nach Dänemark gegangen. „Meine Mutter wollte immer aufs Land“, erinnert sich Erika, und so wurden sie schließlich in Inzlingen heimisch.

Roland Ranz ist „durch und durch ein Urinzlinger“. Er habe keine einfache Jugend gehabt, sagt er, und „das Geld war damals knapp“. Sein Traumberuf war Architekt, doch da sein Großvater Schreiner war, hieß es schon früh: „Gell, du wirsch emol Schriiner.“

1959 traf sie Amors Pfeil. Auf dem Turnfest auf der Schlossmatte funkte es zwischen Erika und Roland. „Knall auf Fall haben wir uns verliebt“, schmunzelt Roland Ranz, „und damals habe ich sie dann auch das erste Mal heimgebracht“. Zwei Jahre später gaben sie sich das Ja-Wort. 1962 wurde Sohn Martin geboren, 1965 folgte Tochter Christine und 1974 kamen die Zwillinge Katja und Ursula zur Welt. Inzwischen wuchs die Familie: Über acht Enkel und einen Urenkel freut sich das Jubelpaar heute.

Erika Ranz widmete sich der Kindererziehung und dem Haushalt und ging darin zufrieden auf.

Roland Ranz nahm 1968 in Riehen bei einer Schreinerei seine Arbeit auf. Schnell wurde er dort zunächst Werkstattchef und später Prokurist. Seine Arbeit war anspruchsvoll, und er war zudem viel im Ausland unterwegs. Ob Dubai oder Finnland, seine Arbeit wurde weithin geschätzt. So habe er unter anderem auch für einen saudischen König eine Sauna gebaut. „Ich habe auch für prominente Menschen gearbeitet“, erinnert er sich. 1983 hieß es aber für Roland Ranz: „So, jetzt fange ich selber was an“. Er gründete in Inzlingen in der Bützmatt eine Schreinerei. Die Kontakte zu Schweizer Kunden bestanden nach wie vor und seine Arbeit war stets gefragt. 1996 hatte er dann im Reutacker in Eimeldingen seinen neuen Betrieb errichtet. In Inzlingen im eigenen Haus verblieb das Planungsbüro, in dem er jeden Morgen ab 6.30 Uhr am Schreibtisch saß. Bis zu seinem 80. Lebensjahr war er berufstätig. Inzwischen ist das Areal in Eimeldingen jedoch verkauft, und das Ehepaar Ranz lässt es etwas ruhiger angehen.

„Wir genießen die freie Zeit jetzt gemeinsam und lassen es etwas langsamer angehen“, sagen die beiden wie aus einem Mund. Man könne morgens länger schlafen und sich ausgiebig am Frühstückstisch mit der Lektüre der Tageszeitung, Roland Ranz ist seit 60 Jahren treuer Leser der „Oberbadischen“, beschäftigen.

Sie genießen ihren wunderschönen Garten und ihr großes Haus, und so gewinnen sie selbst den Einschränkungen durch die Pandemie eine positive Seite ab.

Ihren diamantenen Ehrentag feiern sie im Rahmen der Möglichkeiten, die ihnen die Coronabeschränkungen lassen.

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