Inzlingen Galloways beleben den Buttenberg

Inzlingen - Die größten Schneefälle seit Jahren haben die Region kürzlich in ein Wintermärchen verwandelt. Die weißen Felder und Wälder strahlten so noch mehr Ruhe aus, als sie dies schon im Herbst taten. Spaziert man über den Inzlinger Buttenberg, kommt man an einigen Weiden vorbei, wo gemütlich schwarze Rinder mit weißem „Gürtel“ ihre Zeit verbringen. Es sind die Black Belted Galloways.

Aber ist das zuletzt zum Teil eisige Wetter den Tieren nicht zu kalt? „Die haben ein dickes Fell, es geht ihnen gut“, lacht Adrian Fisch. Der 25-Jährige strahlt, wenn er von seiner Herde erzählt.

Ursprünglich kommen Galloways aus dem rauen und nassen Klima Südwestschottlands. Römische Heerführer berichteten im zweiten Jahrhundert bereits von den langhaarigen, hornlosen Rindern auf der britischen Insel. Kälte macht ihnen nichts aus. Doch erst 1973 begann der Import größerer Tierzahlen nach Deutschland.

Inzwischen ist das besondere Fleisch entsprechend geschätzt. Damit die Qualität weiterhin stimmt, sprechen sich Züchter zum Teil international ab. Inzwischen ist auch das soziale Netzwerk Facebook eine internationale Verkaufsplattform – das gehe manchmal noch schneller als über Züchter-Foren, erklärt Adrian Fisch. Zudem ist der Buttenberg-Hof Mitglied im Bundesverband Deutscher Galloway-Züchter, der mit Rat und Tat die Züchter unterstützt. Es fanden auch schon internationale Züchtertreffen auf dem Buttenberg statt, berichtet Adrian Fisch weiter.

„Meine Opas waren beide Landwirte, und auch meine Eltern führten die Landwirtschaft weiter. Obwohl ich als Kind schon davon begeistert war, riet man mir immer davon ab. Es sei kein einfaches Geschäft.“ Jedoch nach Abschluss seines Studiums beabsichtigen Adrian und seine Freundin Vivienne, den Buttenberg-Hof seiner Eltern fortzuführen und weiter auszubauen. Schon im vergangenen Jahr ging es an den Ausbau. Neben den Rinderweiden ist nun auch ein mobiler Putenstall auf dem Buttenberg. Viel Arbeit – die dem Nachwuchszüchter aber große Freude bereitet.

Die Tiere, die zur Schlachtung und Direktvermarktung vorgesehen sind, verbringen ihr komplettes Leben auf den extensiv bewirtschafteten Wiesen im Freien mit ausreichend Auslauf, gemeinsam mit ihren Artgenossen – mit natürlichem Futter von den Feldern des Inzlinger Hochlands.

Im Winter wird das Heu in Raufen (freistehende Gestelle für Heu, Stroh und Gras) zur Verfügung gestellt, das Wasser kommt aus frostsicheren Tränken, und Unterstände stehen zum Schutz zur Verfügung. Von Stress keine Spur. Den bekommt Adrian Fisch allerdings inzwischen öfters, wenn in den Medien wieder Meldungen von Wölfen aufkommen. „Davor können wir unsere Tiere recht wenig schützen, da der Wolf ein sehr cleverer Jäger ist und selbst vorschriftsmäßige Zäune keinen hundertprozentigen Schutz bieten.“

Familie Fisch führt den Betrieb mit Leidenschaft und aus Überzeugung für nachhaltige Landwirtschaft. Auch Sohn Adrian möchte dies so fortführen.

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