Inzlingen Neue SVI-Halle bewegt die Gemüter

Vor rund 13 Monaten ist die Halle des SV Inzlingen einem verheerenden Feuer zum Opfer gefallen. Dass eine neue Halle errichtet werden soll, stellt niemand im Dorf ernsthaft infrage. Die Frage nach dem möglichen Neubau-Standort erhitzt aber die Gemüter, wie sich am Dienstagabend im Gemeinderat zeigte.

Von Tim Nagengast

Inzlingen. Es gibt kaum jemanden in Inzlingen, der nicht wehmütig wird, wenn man mit ihm auf die SVI-Halle und deren tragisches Ende in der Nacht vom 2. Februar des vergangenen Jahres zu sprechen kommt. Hilflos mussten die Menschen damals mitansehen, wie die kleine Halle bis aufs Gerippe niederbrannte. Zwar konnte die Feuerwehr in einer beispiellosen Aktion die unmittelbar benachbarte Wohnbebauung vor einem Übergreifen der Flammen bewahren, doch von der Halle selbst blieben nur ein Haufen Trümmer und verkohlte Balken übrig. Diese sind längst abgeräumt. Nur noch die Vereinsfahne weht trotzig am Mast, den das Feuer in jener Februarnacht nicht erreicht hat.

Wer mit Inzlingern spricht, spürt: Es ist damals mehr verbrannt als „nur“ eine kleine Trainingshalle. In Flammen aufgegangen sind auch Erinnerungen an schöne Vereinsfeste, an gepflegte Kameradschaft, an sportliche Erfolge, die Kinderfasnacht und private Familienfeste. Auch Erinnerungen an abertausende Arbeitsstunden, die Generationen von Inzlingern für die 1938 errichtete und über die Jahrzehnte immer wieder aus- und umgebaute kleine Halle des Sportvereins abgeleistet haben. Ehrenamtlich natürlich. Für Gotteslohn. Für den Verein. Letztlich für die gesamte Dorfgemeinschaft.

Ausgang des Verfahrens bleibt offen

Klar, dass ein Wiederauf- beziehungsweise Neubau der SVI-Halle daher nie ernsthaft zur Debatte stand. Emotional aufgeladen ist aber vor allem die Frage, wo die neue Halle einmal stehen soll. Am alten Standort im „Horland“ oder bei der Erstelhalle? Dies ist eine Frage, die auch die Identität des SVI berührt.

Zwei Standorte werden geprüft

Unter anderem wird bald ein Schallgutachten erstellt mit Blick auf die nur eine Armlänge entfernten Wohnhäuser im „Horland“, wo die SVI-Halle einst stand. Geprüft wird aber auch ein neuer Standort unmittelbar bei der Erstelhalle. Die dafür nötige Schaffung eines Baufensters hat der Rat am Dienstagabend nach längerer Debatte auf den Weg gebracht.

Dies jedoch mit der Betonung auf den offenen Ausgang des Verfahrens. Weil der Bebauungsplan „Bützmatt-Tal“ als Basis für die Einrichtung des geplanten Waldkindergartens (siehe separaten Bericht) ohnehin geändert werden muss, wollte die Verwaltung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und gleich ein zusätzliches Baufenster an der Erstelhalle mitaufnehmen. „Und wenn es nur eine Reservefläche wird für die Gemeinde“, warb Bürgermeister Marco Muchenberger für das Baufenster. Dies letztlich mit Erfolg – aber ohne die Stimme von CDU-Ratsherr Thomas Kunzelmann.

Entschieden ist also noch nicht, wohin die neue SVI-Halle einmal kommen wird. Jedoch brach Kunzelmann dem alten Hallenstandort im Gemeinderat wortreich eine Lanze. Der Bäckermeister, selbst vielfältig ehrenamtlich engagiert, mag sich einfach nicht vorstellen, dass die neue Heimstatt des SVI dereinst als Anhängsel hinter der Erstelhalle stehen könnte – beim besten Willen nicht. Werde die neue SVI-Halle direkt an die Erstelhalle angedockt, werde sie letztlich zu einer „Lagerhalle“, fürchtete Kunzelmann. Und erzählte von Veranstaltungen, von Identifikation, von Ehrenamt, von Verbundenheit und dem SVI als „Familie“.

Baufenster im „Erstel“ bewusst als Option

Wo der Sportverein bauen wird, dürfte noch Gegenstand zahlreicher Gespräche sein. Vermutlich werden beide Seiten dabei große Überzeugungsarbeit leisten müssen. Mit der Ausweisung eines Baufensters im „Erstel“ hat die Gemeinde Inzlingen sich – und gegebenenfalls dem SVI – jedenfalls eine Option geschaffen, falls die heutige Gesetzeslage den Wiederaufbau-Plänen im „Horland“ noch einen Strich durch die Rechnung macht.

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