Inzlingen - Der Gemeinderat Inzlingen hat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung das Alt- und Totholzkonzept (AuT), das vom Land Baden-Württemberg initiiert wurde, für den Gemeindewald auf den Weg gebracht. Die Übernahme des Konzepts eröffnet der Kommune die Möglichkeit, ein sogenanntes Ökokonto zu eröffnen.

Einstimmiger Beschluss

Revierförster Markus Dischinger erläuterte im Rat das Konzept, welches er in dieser Form bereits vor 18 Monaten schon einmal präsentiert hatte. Jetzt wurde dazu der einstimmige Beschluss gefasst.

Das AuT-Konzept setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Es schützt beispielsweise „Habitatbäume“. Das sind Einzelbäume, die als Horst- oder Höhlenbäume erkennbar sind; diese werden künftig nicht mehr gefällt. Als weitere Komponenten kommen sogenannte Habitatgruppen dazu. Das sind Baumgruppen die in der Regel aus etwa 15 Exemplaren bestehen. Pro drei Hektar Waldfläche soll eine solche Gruppe bestehen bleiben und nicht forstwirtschaftlich genutzt werden.

Als letzte und größte Komponente kommen „Waldrefugien“ dazu. Das sind dauerhaft ungenutzte Waldflächen von jeweils mindestens einem Hektar Fläche.

Wichtiges Thema bei Ausgleichsmaßnahmen

Der Vorteil für die Kommune, erläuterte Dischinger, liege darin, dass es für die Einrichtung des AuT-Konzeptes Punkte gebe, die einem Ökokonto gutgeschrieben werden. Diese Ökopunkte müssen zum Beispiel bei Baumaßnahmen nachgewiesen, beziehungsweise können dann verbraucht werden. Ohne Ökopunkte werde es schwierig, Projekte aufgrund der geforderten Ausgleichsflächen und -maßnahmen zu realisieren, ergänzte Bürgermeister Marco Muchenberger.

108.000 Ökopunkte

Dischinger hatte ausgerechnet, dass es für den Inzlinger Gemeindewald 108.000 Ökopunkte geben werde. Weiter führte der Förster ins Feld, dass mit der Übernahme des AuT-Konzeptes eine Rechtssicherheit für die Waldbewirtschaftung einhergehe, was den Artenschutz anbelangt. Man müsse nicht mehr vor jeder Hiebmaßnahmen aufwendige Artenschutzprüfungen durchführen.

Für das Inzlinger Gemeindewaldgebiet hat Dischinger etwa 25 Habitatgruppe ausgemacht, dazu kommen zwei Waldrefugien. Einmal im Bereich „Nasser Grund“ und zum anderen im ehemaligen Steinbruch am Inzlinger Kreuz. Dort habe er ohnehin noch nie einen Baum gefällt, schob Markus Dischinger nach.