Inzlingen Spannende Geschichten mit „Dr. Flo“

Der aus Büchern und Filmdokumentationen bekannte Forschungstaucher und Unterwasserarchäologe Florian Huber nahm am gestrigen Vormittag die Inzlinger Schüler mit auf eine spannende Reise in die unbekannte Tiefe der Meere. Foto: Herbertz

Inzlingen - „Wir müssen auf Plastik verzichten, und wir können heute schon damit anfangen.“ Diese Botschaft hat Florian Huber, Unterwasserarchäologe und Forschungstaucher, gestern ganz ohne den erhobenen Zeigefinger den Schülern der Buttenbergschule in Inzlingen nähergebracht. Der bekannte Taucher, oft auch nur „Dr. Flo“ genannt, nahm die Grundschüler mit auf eine beeindruckende Reise in die Unterwasserwelt. Zustande gekommen war der Besuch in der Schule durch Vermittlung von Alexandra Schute-Fritzsche, Inhaberin der Tauchschule Atlantis.

Huber zeigte den Kindern die Schätze und die Probleme auf, die in den Tiefen des Meeres verborgen sind. Das Bild einer gruseligen Tiefseequalle in leuchtendem Rot kommentierte Huber mit: „Die tut nix, die schwimmt da nur rum. “

Danach zeigte er Bilder von einem vor etwa 500 Jahren in der Ostsee versunkenen Schiff, das er und sein Team erforscht hatten. Huber berichtete, dass Holz nur in der Ostsee über längere Zeit im Wasser erhalten bleibe. „Ansonsten kommt der Schiffsbohrwurm und frisst das Holz gesunkener Schiffe. Der bringt gleich seine ganze Familie mit und – knabber, knabber – weg ist das Schiff.“

Huber ist überzeugt: „Wir Menschen schmecken den Haien gar nicht.“ Tagtäglich aber würden diese Fische nur wegen ihrer Flossen getötet, welche in Asien als Leckerbissen gelten, was mit einem „iiihhh“ aus vielen kleinen Kehlen quittiert wurde.

Staunend betrachteten die Kinder die Bilder von Tauchgängen in den mexikanischen Cenoten, dem weitverzweigten unterirdischen Höhlensystem, und lauschten gespannt den Erzählungen von „Dr. Flo“. Ein überraschtes „Huch“ hallte durch den Raum, als plötzlich das Bild eines Totenschädels aufleuchtete. Einer aus der Maya-Zeit, wie Huber berichtete. Das erkenne man schon an einer Modeerscheinung der damaligen Zeit: angeschliffene Zähne.

Doch nicht nur im Meer ist Huber unterwegs. So berichtete er von einem Tauchgang in einem Brunnen auf der Kaiserburg in Nürnberg. Schicht für Schicht grub man sich im 50 Meter tiefen Brunnenschacht durch die Hinterlassenschaften er Zeit. Huber fand einen I-Pod und einen Meter tiefer dann dessen Vorläufer, einen Walkman.

Huber brachte den Kindern nahe, die Meere als schützenswert zu betrachten. Die Unmengen Plastik seien ein Problem: „Eine Plastiktüte im Meer sieht fast wie eine Qualle aus, und das ist die Lieblingsspeise der Schildkröte. Die denkt, lecker, eine Qualle, frisst die Tüte und stirbt daran. Unterhaltsam und kindgerecht verpackte „Dr. Flo“ stets seine Mahnung, Sorge für die Umwelt zu tragen.

Am gestrigen Abend hielt der Meeresarchäologe unter dem Titel „Tauchgang ins Totenreich“ über die Unterwasserarchäologie noch einen Vortrag im Bürgersaal im Wasserschloss.

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