Inzlingen SVI-Halle: Mitglieder müssen anpacken

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Bei der Stimmenauszählung (von links): Katrin Baldrich, Marco Baldrich, Martin Coe­nen und Bürgermeister Marco Muchenberger. Foto: Heinz Vollmar

Inzlingen (mv). Die Entscheidung ist gefallen. Im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hat sich die Mehrheit der Stimmberechtigten für einen Bau der neuen Halle des Sportvereins Inzlingen (SVI) am bisherigen Standort im „Horland“ ausgesprochen (wir berichteten kurz). 71 Mitglieder stimmten für „Horland“, 18 votierten für einen Standort im „Erstel“, ein Mitglied enthielt sich der Stimme. Mit diesem Votum hat der SVI die Weichen für die weiteren Planungen gestellt. Ob die Halle aber tatsächlich gebaut werden kann, hängt im Wesentlichen von den Finanzen ab.

Ob gebaut wird, hängt von Finanzierung und Bereitschaft zu eigenem Engagement ab

Die Versammlung war vom eigens gegründeten Bauausschuss des Sportvereins vorbereitet worden. Dessen Moderatorin Katrin Baldrich präsentierte den Anwesenden daher zunächst die Vor- und Nachteile der beiden in Betracht kommenden Hallenstandorte. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass sich der Verein in Zukunft aber auch der Aufarbeitung interner Themen widmen sollte. Unter anderem beklagte sie eine fehlende Interaktion mit den Abteilungen Fußball und Badminton, die ausgegliedert sind, generell ein fehlendes Wir-Gefühl sowie den Mangel an aktiven Vereinsmitgliedern.

Wolle man Ersatz für die im Februar 2020 komplett niedergebrannte SVI-Halle schaffen, müsse sich der Neubau ausschließlich aus Zuschüssen, Spenden und Eigenbeteiligungen finanzieren, sagte Baldrich. Als vorerst spekulativ bezeichnete sie die bisher vorliegenden Zahlen bezüglich der Finanzierung.

Fakt sei, dass der Verein im „Horland“ nun einmal auf eigenem Grund bauen könne, während für das Gelände im „Erstel“ ein Erbpachtvertrag geschlossen werden müsste. Als spekulativ benannte Baldrich so auch eine mögliche Umwidmung des Grundstücks im „Horland“ in Bauland, welches der SVI dann gewinnbringend veräußern könnte.

Kreis potenzieller Mieter soll eingeschränkt werden

Sehr ausführlich ging die Moderatorin des Bauausschusses unter anderem auch auf die künftige Hallenvermietung ein. Die Halle werde nur noch SVI-Mitgliedern, SVI-Gönnern, Inzlinger Vereinen, Inzlinger Bürgern und Sponsoren vorbehalten sein. Eine entsprechende Richtlinie vom 20. September lege dieses Verfahren bereits fest. Ebenso thematisiert wurden die direkte Nachbarschaft zum Wohngebiet im „Horland“ sowie die Bauvorgaben durch den Bebauungsplan, sollte im „Erstel“ gebaut werden.

Kostenrechnungen

Anhand von Präsentationen konnten sich die Mitglieder dann noch einmal davon überzeugen, welche Vor- und Nachteile ein Bau einer neuen Sporthalle im „Erstel“ oder im „Horland“ mit sich brächten. Die vorläufigen Kosten bezifferte der Bauausschuss auf zunächst 1,4 Millionen Euro für den Standort „Horland“. Für den Standort „Erstel“ wurden vorerst zwei Millionen Euro veranschlagt. Dies liege im Wesentlichen an der dortigen Topografie.

Weitere Schritte

Als nächste Schritte erfolgen nun Detailplanungen zur Bauvoranfrage, die Einholung von Drittmitteln, Spendenaufrufe sowie Appelle zur Erbringung von Eigenleistungen, bevor eine vorläufige Gesamtkostenberechnung vorgelegt werden kann. Nach der Veröffentlichung der Daten soll dann im Frühjahr in einer erneuten Mitgliederversammlung darüber abgestimmt werden, ob eine neue Halle überhaupt gebaut werden kann oder nicht.

Bürgermeister Marco Muchenberger versprach den SVI-Mitgliedern nach dem Votum pro „Horland“, dass nun auch zeitnah die Sanierung der Sanitäranlagen im Erstelanbau vorangetrieben werde.

Coenen und Sälinger wollen Ämter abgeben

Für einige überraschend kam die Mitteilung des SVI-Vorsitzenden Martin Coenen im Anschluss an die außerordentliche Mitgliederversammlung, dass er bei der kommenden Generalversammlung nicht mehr für den Vorsitz kandidieren werde. Als Begründung gab er an, dass er allmählich ins Rentenalter komme. Außerdem trage er sich mit dem Gedanken, aus Inzlingen wegzuziehen. Weiter kündigte er an, dass auch seine Ehefrau Sylvia Sälinger nicht mehr für das Amt des Vorstandes Finanzen zur Verfügung stehen werde. Die SVI-Mitglieder sollten sich schon jetzt darüber Gedanken machen, wer diese Posten übernehmen könnte, sagte Coenen.

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