Inzlingen Vor allem Fichten und Buchen leiden

Revierförster Markus Dischinger.Foto: Tim Nagengast Foto: Die Oberbadische

Inzlingen (mh). Die guten Jahre in der Waldwirtschaft sind offenbar vorbei, denn: „Das Hauptproblem sind die Waldschäden infolge des Klimawandels“, schickte Revierförster Markus Dischinger seinen Ausführungen zum Betriebsplan 2021 und Jahresabschluss 2019 für den Gemeindewald Inzlingen im örtlichen Gemeinderat voraus. So seien Borkenkäferbefall bei der Fichte und Trockenschäden bei den Buchen zu erwarten.

Landratsamt stellt Kosten in Rechnung

Der Revierförster rechnet daher – trotz guter Verkaufsmöglichkeiten für Eschenholz – mit einem deutlichen Defizit von rund 10 000 Euro im Inzlinger Wald für das kommende Jahr. Kostentreiber seien die Erhöhung des Forstverwaltungskostenbeitrags sowie die Kosten für die Holzvermarktung, sagte der Förster.

Seit diesem Jahr werden vom Landratsamt die Gestehungskosten für den Einsatz der Förster in Rechnung gestellt. Das bedeutet für Inzlingen eine Steigerung um 4000 Euro (plus 66 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.

Hochwasserschutz wird verstärkt

Dischinger betonte, für 2021 seien weitere Investitionen in den Hochwasserschutz geplant. So soll die Wasserableitung an Steilstrecken optimiert und im Einklang mit dem Schutzkonzept gegen Starkregen umgesetzt werden. Zudem will der Förster weitere Habitatbaumgruppen im Zuge des Alt- und Totholzkonzeptes ausweisen.

Als Einschlagmenge sind für das kommende Jahr 930 Festmeter geplant. Der Schwerpunkt liegt dabei im Gewann „Brattlinsgrund“. Der gesamte Bereich soll durchforstet werden. Ebenso soll vom „Wildsevi“ bis zum Steinenweggraben ein Schwachholzhieb durchgeführt werden. Dabei werden laut Dischinger gegebenenfalls Eingriffe an Wegen infolge der Verkehrssicherungspflicht nötig.

Zudem sind im Inzlinger Forst Kultursicherungen auf einer Fläche von zwei Hektar vorgesehen. Das sind die mit Eichen bepflanzten Kahlflächen, die aufgrund von Sturm in den vergangenen Jahren entstanden sind.

Dischinger sagte weiter, für Erschließungen und Wegeunterhalt seien 4000 Euro eingestellt, für die Arbeit in den Kulturen werden rund 8300 Euro fällig. Die höchsten Kosten fallen wie immer bei der Holzernte mit 30 000 Euro an. Zudem schlagen die Verwaltungskosten mit 16 400 Euro zu Buche, so dass am Ende mit einem Defizit von 10 600 Euro zu rechnen sei.

Privatwaldbesitzer müssen für Sicherheit sorgen

Abschließend wies der Revierförster darauf hin, dass es infolge der Trockenschäden bei Buchen und des Eschentriebsterbens gelte, durch entsprechende Maßnahmen Sicherheit für Spaziergänger und Wanderer an den Wegen im Inzlinger Gemeindewald herzustellen. Es sei ausschließlich Sache der Privatwaldbesitzer, sich um das Gefahrenpotenzial ihrer Bäume zu kümmern. Er könne bei Bedarf technische Unterstützung gewähren. Die Initiative müsse aber vom jeweiligen Waldbesitzer ausgehen.

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