Kandern 1000 Würste in zwei Stunden weg

Markus Adler
Die Töpferstadt war weihnachtlich geschmückt. Foto:  

1000 Würste, 100 Käsebengel und 60 Kilogramm Waffelteig reichten bei der „Weihnachtstraße“ nicht aus, um die Besucher satt zu bekommen.

Satte 60 Kilogramm Teig für Waffeln hatte der Förderverein „Sterntaler“ vorbereitet, hier sah es noch etwas besser aus. Auch beim Stockbrotteig am Marktbrunnen war bereits das Ende in Sicht, die zahlreichen Besucher hatten offenbar Hunger und Durst mitgebracht.

„Sie sehen ja, was hier los ist“, sagte eine Verkäuferin bei „Tracht und Trend“ auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir sind bislang sehr zufrieden, es läuft“, bilanzierte sie gegen 19 Uhr. Das bestätigen auch weitere Geschäftsleute in der Innenstadt. „Unsere Getränke werden kalt. Wir kommen nicht dazu, sie zu uns zu nehmen“, berichten zwei andere Frauen im Schreibwarengeschäft in der Hauptstraße. Eine andere Stimme weist auf eine Besonderheit hin: „Das ist ein Geschäft, das man mitnehmen muss. Wer am heutigen Abend aufgemacht hat, wird es bestimmt nicht bereuen.“

Nicht alle Geschäfte haben mitgemacht, manches Schaufenster bleibt dunkel. „Es ist natürlich immer so, dass sich nicht jedes Warensortiment für einen solchen Abendverkauf eignet“, erklärt Tourist-Info Leiterin und Schriftführerin im Werbering Claudia Röder, während sie das Stockbrot routiniert um den Holzstecken wickelt.

Zufriedene Stimmen

Die Inhaber der anderen Verpflegungsstände sind sehr zufrieden – lange Schlangen beim Glühweinverkauf sowie Kinderpunsch deuten an, dass die Gäste das Angebot fleißig nachfragen. Es ist aber auch kalt und klar an diesem Abend, ein kalter Wind weht über den Bahnhof Kandern. „Es ist wirklich zapfig heute“, sagt ein Mitarbeiter der Kandertalbahn im Vorbeigehen und zieht die Jacke enger um sich, als er den Weg vom Lokschuppen zum Bahnhofsgebäude zurücklegt. Der 19.45-Uhr-Zug kommt wenig später und bringt weihnachtlich geschmückt weitere Gäste, die zügig aussteigen und dann Richtung Innenstadt streben. „Die ersten beiden Züge waren sehr gut gefüllt – in beide Richtungen“, bilanziert einer der Helfer des Vereins, die mit etwa zehn Personen im Einsatz sind, damit alles reibungslos abläuft. Für die Kinder gibt es noch einen kleinen Nikolausgruß. Fast alle wollen noch schnell ein Selfie im Kalten vor der Kulisse des historischen Zugs machen. Die Feuerwehr hatte nicht nur einen Stand, sondern auch drei Fahrzeuge mit auf den Blumenplatz mitgebracht.

Das „Chanderli“ war unterwegs. Foto: Adler

Nikolaus in der Drehleiter

Im Korb der Drehleiter hat ein Nikolaus-Dummy Platz genommen, überall in der Hauptstraße stehen Schalen mit Holzfeuer vom Werbering, an denen sich die Besucher wärmen können. Die Weihnachtsbeleuchtung und der Schmuck sorgen für eine vorweihnachtliche Stimmung. Die Leute müssen sehr langsam gehen, denn in der Innenstadt herrscht richtiges Gedränge.

60 Kilogramm Waffelteig gab es. Foto: Adler

„Wir haben richtig Glück mit dem Wetter“, freut sich Claudia Röder. „Wenn man sich die übrige Woche anschaut, haben wir den besten Tag erwischt.“ Für die Teilnehmenden wird es ein langer Abend, denn nachdem die letzten Besucher gegen 22 Uhr gegangen sind, musste bis gegen Mitternacht abgebaut sein. „Wir fühlen uns bestätigt. Es war eine gute Stimmung, der Ablauf war reibungslos, und wir haben auch viel Positives gehört von allen Seiten“, sagte Röder am Freitagmorgen.

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